Burundi
Seit 1985 betreut Terre des hommes (Tdh) vom Bürgerkrieg und HIV-Virus (Aids) ausgegrenzte Kinder in Burundi. Im Jahr 2011 haben 14’000 Kinder und Ihre Familien von den Aktivitäten von Terre des hommes profitieren können.
Der Kontext
Burundi ist ein kleines Land im Süden von Ostafrika. Weil es keinen Zugang zum Meer hat, wird es auch «die kleine Schweiz Afrikas» genannt. Burundi ist jedoch eines der zehn ärmsten Länder der Welt und weist das geringste BIP überhaupt auf. Im grösstenteils sehr dicht bevölkerten Land lebt mehr als die Hälfte der Menschen unter der Armutsgrenze.
Fehlende Gesellschaftsstrukturen, die verheerenden Folgen von Aids und jahrelangem Bürgerkriegen haben dem Land stark zugesetzt. Seit den letzten Wahlen im Sommer 2010 befindet sich Burundi erneut in einer politischen Krise, da die Wahlergebnisse von einigen Parteien der Opposition angefochten werden.
Fast 10'000 burundische Flüchtlinge befinden sich weiterhin in Nachbarländern, während es im Land selbst Hunderttausende Vertriebene gibt. In den grösseren Städten leben Waisen und vernachlässigte Kinder auf der Strasse, wo sie grossen Gefahren ausgesetzt sind. Insbesondere der Kinderhandel ist hier wegen der vielen Konflikte ein altes Problem. Kinder werden als Soldaten, Hausangestellte oder sexuelle Objekte angeboten.
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29.825041
-2.911398
Ngozi
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29.929991
-3.425297
Gitega
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29.359732
-3.372176
Provinzen Bujumbura
Centered at 29.918886 -3.373056 6
Die Situation der Kinder
• Anzahl Geburten pro Jahr: 283'000 (CH: 76'000)
• Bevölkerung unter 14 Jahren: 46% (CH: 16%)
• Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren: 142‰ (CH: 5‰)
• Anzahl Waisenkinder: 600'000 (CH: 39'000)
• Anzahl Halb- oder Vollwaisen wegen Aids: 120'000
Delegierter: Jérôme Combes
Internationales Personal: 1
Lokales Personal: 48
Budget: 956'283 CHF
Partnerorganisationen: Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit, Ministerium für nationale Solidarität, Menschenrechte und Gender, Büro der Vereinten Nationen in Burundi (BNUB), UNICEF, lokale und internationale NGO
Minderjährige im Konflikt mit dem Gesetz
Tdh unterstützt die Jugendstrafrechtsbehörden bei der Umsetzung von Mechanismen zum Schutze der Kinderrechte. Mit gesetzlichen Massnahmen sollen Jugendliche vor missbräuchlichem Freiheitsentzug geschützt sowie ihre Bildung und Wiedereingliederung begünstigt werden.
Unterstützung gefährdeter Kinder
In ländlichen Gebieten bietet Tdh Gruppen, die sich auf Gemeindeebene um Kriegs- oder Aidswaisen kümmern, Beratung und Schulungen. Die Kinder werden sozial betreut, medizinisch versorgt, eingeschult und erhalten eine Unterkunft. Tdh stärkt zudem dezentrale staatliche Leistungsanbieter, um das nationale Kinderschutzsystem zu fördern.
Hilfe für Strassenkinder
Mit der steten Bestärkung durch Tdh sensibilisiert die Partnerorganisation Giriyuja Kinder für die Gefahren der Strasse. Sozialarbeiter verschaffen ihnen Zugang zu Sozialhilfe, psychologischer und medizinischer Unterstützung und fördern ihre Wiedereingliederung in die Familie und Schule.
• Die in drei Provinzen präsenten Teams von Terre des hommes sind für die am meisten gefährdeten Kinder tätig: So wurden 1552 straffällige Minderjährige und 300 Strassenkinder begleitet, während in ländlichen Gebieten fast 8300 gefährdete Kinder betreut wurden.
• Förderung der Kinderrechte, Prävention von Risikosituationen, Bekämpfung der Malaria, restaurative Justiz, psychosoziale Aktivitäten und Strassenarbeit sind lauter Bereiche, in denen die Delegation Fachkenntnisse erworben hat und sich bemüht, die Fähigkeiten lokaler und staatlicher Akteure zu stärken.
• Ausserdem arbeitet Terre des hommes derzeit mit der Regierung von Burundi in der Ausarbeitung des burundischen Kinderschutzkodexes zusammen.

