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25’000 malische Flüchtlingskinder in Burkina Faso von Schulabbruch bedroht

1 Jun 2012 Humanitäre KrisenBurkina Faso

BF_Tdh_2.jpg Mehr als 25’000 Kinder, die infolge des Konfliktes im Norden Malis nicht mehr zur Schule gehen, könnten definitiv den Anschluss verpassen, wenn nicht dringende Massnahmen zur Sicherung ihrer Schulbildung ergriffen werden. Trotz der Anstrengungen der burkinischen Regierung, die einen Aktionsplan aufgestellt hat, dürfte die überwiegende Mehrheit dieser Kinder ein Schuljahr verloren haben und läuft nun Gefahr, zu Beginn des neuen Schuljahres endgültig ohne Unterricht zu bleiben, wenn die für ihre Einschulung notwendigen Massnahmen ausbleiben. Vier Monate vor Schulanfang scheint diese alarmierende Situation aber nicht viele Geldgeber zu beunruhigen. Terre des hommes ruft deshalb zur Mobilisierung der internationalen Gemeinschaft auf, um zu verhindern, dass der in den vergangenen Jahren beobachtete Ausschluss von Tuareg-Flüchtlingen sich im grossen Stil wiederholt.

«Die Frage der künftigen Eingliederung von Flüchtlingskindern aus Mali in burkinischen Schulen muss unbedingt, wie von der burkinischen Regierung proklamiert, für alle Akteure Priorität haben», erklärt Thierry Agagliate, Delegierter der Stiftung Terre des hommes in Burkina Faso. «Darüber hinaus müssen in den abgelegensten Flüchtlingslagern provisorische Klassenzimmer eingerichtet und Lehrkräfte in den Reihen der Flüchtlinge verpflichtet werden.» Terre des hommes ruft deshalb sämtliche betroffenen Akteure auf, sich sofort für die Beschaffung der notwendigen 1,7 Millionen Dollar zu mobilisieren.

kinafasorefugiesmaliensTdh.jpg Die Problematik malischer Flüchtlinge ist nicht neu, doch erreichte sie noch nie das Ausmass der vergangenen Wochen. Infolge der chronischen Konflikte zwischen bewaffneten Tuareg-Gruppen und der malischen Armee haben in den vergangenen zehn Jahren Tausende Tuareg ihr Land verlassen. Sie kommen zu Hunderten nach Burkina Faso, wo sie in den Vororten von Grossstädten wie Ouagadougou ihre Lager aufschlagen. Von der internationalen Gemeinschaft vergessen, betteln ihre Kinder an den Verkehrsampeln grosser Strassen. Seit 2009 setzt sich Terre des hommes für sie ein: Hunderte von Kindern wurden eingeschult und aus der Bettelei befreit, indem ihre Eltern zur Sicherung des Lebensunterhalts der Familie ein paar Sack Hirse erhielten. Doch die Ereignisse zu Jahresbeginn haben die Situation beträchtlich verschärft. Tausende neuer Flüchtlinge drängen sich jetzt in den bestehenden Lagern von Ouagadougou und Bobo-Dioulasso, der zweitgrössten Stadt des Landes. Wer sein Vieh retten konnte, hat sich in einem der unzähligen Lager an der malischen Grenze niedergelassen, in einer Region des Sahels, die bereits stark unter Wassermangel und grosser Nahrungsmittelunsicherheit leidet.

«Abgesehen von Nothilfeaktionen, die nur langsam in Gang kommen – Nahrungsmittel, Unterkunft, Wasser und Gesundheit –, muss man schon heute einer Situation vorgreifen, die wohl andauern und schwerwiegende Folgen für die Zukunft der Kinder haben wird, wenn nichts unternommen wird», warnt Thierry Agagliate von Terre des hommes.

Mehr als 60’000 Flüchtlinge aus Mali warten in Burkina Faso dringend auf Hilfe der internationalen Gemeinschaft, deren Mobilisierung zu wünschen übrig lässt. Aktuellen Trends zufolge könnte sich ihre Zahl bis zum Jahresende auf 100’000 erhöhen, die Hälfte davon Kinder. Die überwiegende Mehrheit dieser Kinder und Familien hat seit ihrer Ankunft vor vier Monaten nur sehr wenig Hilfe von der internationalen Gemeinschaft erhalten. Angesichts der Not dieser Kinder, die schlechtem Wetter, Hunger, Wassermangel und mit der Regenzeit bald auch den Gefahren von Infektionskrankheiten ausgesetzt sind, ruft die Stiftung Terre des hommes zu einer internationalen Mobilisierung auf, damit alle ihre Verantwortung wahrnehmen und aktiv werden.

Diese Woche wird ein Journalistenteam von BBC, RFI, TV5, AFP und RTB von der Tdh-Delegation rund um drei Themen informiert: Lebensbedingungen und Schulsituation malischer Flüchtlingskinder, Lebensbedingungen und Schutz junger Hausmädchen, Lebensbedingungen und Schutz für in Goldschürfgebieten ausgebeutete Kinder. Auf diese Reportagen wird baldmöglichst hingewiesen werden.

Weitere Informationen zu den Aktionen von Terre des hommes in Burkina Faso

Kinderschutz

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Kinderschutz
Terre des hommes (Tdh) setzt sich für den Schutz der Kinder vor Ausbeutung, Missbrauch, Handel und Gewalt ein.
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