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Albanien, Kosovo, Bulgarien, Polen: vier Länder im Kampf gegen Kinderhandel

7 Aug 2012 Kinderhandel, Missbrauch und AusbeutungAlbanien, Kosovo

uc-marchina_9343_Web_88174.jpg Der Handel mit Kindern und deren Ausbeutung sind in Zentral- und Südosteuropa ein weit verbreitetes Phänomen. Seit 2009 haben Terre des hommes und mehrere andere NGOs ein Projekt zur Bekämpfung von Kinderhandel durchgeführt. Mit der Sensibilisierung und Schulung von Behörden auf nationaler, regionaler und europäischer Ebene soll ein System aufgebaut werden, das unbegleitete Kindermigranten besser schützt. Das Mario-Projekt, das in Albanien, Kosovo, Bulgarien und Polen bis Ende April 2012 durchgeführt wurde, hat die meisten der gesteckten Ziele erreicht.

Das Projekt hatte die Aufgabe, Fachpersonal für die Bekämpfung von Kinderhandel und Kinderausbeutung in Mittel- und Südosteuropa auszubilden. So schlossen sich die am Projekt beteiligten Partner für eine bessere Betreuung von Kindern bei deren Wanderung durch Europa zusammen. Das Endziel des Mario-Projekts war es, langfristig angemessene und dauerhafte Leistungen zu erbringen, um unbegleitet migrierende Kinder zu schützen und deren Bedürfnisse zu erfüllen. Dafür hat sich das Mario-Projekt in den daran teilnehmenden Ländern auf nationaler, aber auch auf übernationaler Ebene eingesetzt.

Vorrangiges Ziel war die Stärkung der Kompetenzen von Kinderschutzfachkräften, um die Leistungen für die Kinder zu verbessern. In den vier beteiligten Ländern wurden 1782 Personen geschult, womit das Ziel weit übertroffen wurde. Allein in Albanien nahmen an den 11 durchgeführten Kursen insgesamt 372 Personen teil. Die Schulungsmassnahmen führten zu einer Verbesserung der Versorgung der von Menschenhandel und Ausbeutung betroffenen Kinder, und trotz beschränkter Ressourcen konnten wirksamere Lösungen angeboten werden. Neben der Ausbildung hat sich das Mario-Projekt auch bei den nationalen und regionalen Einrichtungen für Richtlinien zum Schutz der von Ausbeutung und Menschenhandel betroffenen Kinder und deren Rechte eingesetzt. Auch dieses Ziel wurde erreicht. So hat Albanien die Bekämpfung von Ausbeutung und Menschenhandel durch die Annahme eines Gesetzes zum «Schutz der Kinderrechte» 2010 rechtlich gestärkt.

rl-blanchet_6112_Web_88994.jpg Auf übernationaler Ebene hat das Mario-Projekt 2011 im Europaparlament und bei der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit) zwei Sensibilisierungsanlässe durchgeführt. Diese Zusammenkünfte sollten die europäischen Institutionen, die OSZE-Mitgliedstaaten und andere Beteiligte für den mangelnden Schutz von allein migrierenden Kindern sensibilisieren, die ausserhalb ihrer Herkunftsländer aufgegriffen werden. Nach einer umfangreichen Betreuungsaktion in den beteiligten Ländern konnten mit Hilfe von Mario inzwischen Systeme für den Informationsaustausch zwischen den Hauptakteuren im Bereich Kinderschutz entwickelt werden. Dies sind Fortschritte bei der Bewältigung der Probleme im Zusammenhang mit risikobehafteter Kinderemigration, die fortan zu einem besseren gegenseitigen Verständnis der Partner führen hinsichtlich der erforderlichen oder zur Verfügung stehenden Methoden, Materialien und die Aktionsmodelle.

Albanien und Kosovo haben 2010 zudem gemeinsam eine länderübergreifende Aktion zur Strassenüberwachung durchgeführt, um die ständig wechselnden Praktiken bei der Ausbeutung von Kindern und beim Menschenhandel zu bekämpfen. Ziel war es, Informationen zu den Wanderungsbewegungen der albanischen Kinder von einem Land zum anderen zu sammeln, zu analysieren und die Migrationsmodelle und -tendenzen zu identifizieren. Aber es ging auch darum, die Rekrutierungsmethoden und Ausbeutungsmethoden besser zu verstehen. Die Überwachungsaktion endete mit der Identifizierung von 91 gefährdeten albanischen Kindern im Kosovo. Man hörte sie an und analysierte ihre Situation. Eine Evaluation der verfügbaren Leistungsangebote wurde ebenfalls durchgeführt und es wurden Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Nach dieser Erfahrung haben sich am 14. Oktober 2011 die Behörden Albaniens und des Kosovo getroffen, «um die grenzüberschreitende Kooperation bei den Problemen zur Bekämpfung des Menschenhandels zu verbessern». Dieses Treffen führte dazu, dass die beiden Regierungen ein «Zusatzprotokoll zur Intensivierung der Zusammenarbeit im Kampf gegen den grenzüberschreitenden Menschenhandel und zur Identifizierung, Meldung, Orientierung und verbesserten Hilfe bei der Rückführung der Opfer und mutmasslichen Opfer von Menschenhandel, inklusive Kindern» angenommen haben. Dieses ist am 12. Juni 2012 in Kraft getreten.

Weitere Informationen zum Mario-Projekt

Gesundheit

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Terre des hommes (Tdh) ermöglicht hunderttausenden Kindern und Müttern, ihr Recht auf Betreuung, Ernährung und Hygiene nachhaltig wahrzunehmen.
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