Bangladesch: Ein Leben mit Terre des hommes
28 Jun 2012 Gesundheit und ErnährungBangladesch
Die Geschichte von Hamida und Terre des hommes begann vor vielen Jahren. Ihre Mutter, die sie seit dem Tod des Vaters alleine aufzog, musste sie ins Gesundheitszentrum von Terre des hommes bringen. Hamida war damals 7 Jahre alt und mangelernährt. Heute ist sie 40 und Hilfspflegerin in der Ernährungsabteilung des Gesundheitszentrums in Kurigram.
Viele Jahre nach ihrem eigenen Aufenthalt im Ernährungszentrum kreuzen sich die Wege von Hamida und Terre des hommes von neuem. Es ist wiederum in einem sehr schwierigen Moment in ihrem Leben. Die Probleme begannen mit ihrer Heirat im Alter von 17 Jahren: Ihre Schwiegereltern haben sie nie akzeptiert, weil sie ein Chinamukul-Kind (früherer lokaler Name von Terre des hommes) gewesen war. Sie schlugen sie sogar und wollten den eigenen Sohn zur Scheidung zwingen. Sie schämten sich, weil Hamida als Kind unter Mangelernährung gelitten und von einer NGO betreut worden war. Als sogar ihr Mann geschlagen wurde, beschlossen sie, die Familie zu verlassen und in eine andere Stadt zu ziehen. Hamidas Mann fand schliesslich eine gute Stelle in einer Schule und wurde zum Schulleiter befördert.
Hamida hatte bei der Arbeitssuche grössere Schwierigkeiten und wandte sich in letzter Verzweiflung an Terre des hommes. Die Verantwortliche gab ihr eine Chance in Chilmari. Sie hatte die Aufgabe, den Müttern in den Dörfern gute Ernährungspraktiken zu vermitteln. Nachdem sie sich bewährt hatte, erhielt sie eine Stelle als Hilfspflegerin im Ernährungszentrum in Chilmari, später in Kurigram. Heute ist sie unter anderem für die Zubereitung von Nahrung für mangelernährte Kinder zuständig (Foto). Es handelt sich um mit Öl, Zucker, Vitaminen und Mineralsalzen angereicherte Milch, die Kindern, die an akuter schwerer Mangelernährung leiden, alle zwei Stunden verabreicht wird.
Hamida ist sich bewusst, dass sie einen aussergewöhnlichen Mann hat, der allen Umständen zum Trotz an ihre Ehe geglaubt hat. Sie ist glücklich, dass ihre Söhne eine gute Ausbildung machen können: Der eine geht auf die Universität, der andere ist bei der Armee. Seit zwölf Jahren arbeitet sie nun bei Terre des hommes und möchte sich noch möglichst lange für eine Sache einsetzen, die ihr sehr am Herzen liegt. Als sie in Not war, führte sie ihr Weg zu Terre des hommes. Sie weiss, dass dies ihr Leben verändert hat!
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