ERNÄHRUNGSKRISE IN DER SAHELZONE – Die Aktionen von Terre des hommes
13 Apr 2012 Humanitäre Krisen, Gesundheit und ErnährungBurkina Faso, Mauretanien, Senegal
Zum dritten Mal in zehn Jahren ist die Sahelzone von einer schweren Ernährungskrise betroffen. Für Dreizehn Millionen Menschen, darunter drei Millionen Kinder, stellt die Nahrungsmittelunsicherheit in folgenden Einsatzländern von Terre des hommes erneut eine Bedrohung dar: Burkina Faso, Mauretanien und Senegal.
Trotz Vorkehrungen, um einer neuen Katastrophe vorzubeugen, konnte die Dürre nicht verhindert werden. Zu geringe Regenfälle führten zu schwachen Ernten, was die Nahrungsmittelpreise in die Höhe schnellen liess, mit der Folge, dass die Armuts- und Mangelernährungsraten in der Bevölkerung zunahmen. Die Konflikte in Nordafrika, die heute auch Auswirkungen auf die Länder der Sahelzone haben, erhöhen die chronische Nahrungsmittelunsicherheit in der ganzen Region. Die Landwirtschaft und der Handel sind geschwächt oder gar lahmgelegt. Tausende Menschen ergreifen die Flucht, verlassen Land und Arbeit und schliessen sich Bevölkerungsgruppen an, deren Ernährung bereits von den schlechten und ungenügenden Ernten beeinträchtigt ist. Angesichts dieser erneuten Katastrophe erweitert Terre des hommes die Gesundheits- und Ernährungshilfe für Kinder auf neue Regionen in Burkina Faso, Mauretanien und Senegal. Die Stiftung kommt auch Tuareg-Flüchtlingen zu Hilfe, die in Burkina Faso in Notlagern leben.
Langfristig arbeiten, um wiederkehrenden Ernährungskrisen vorzubeugen
In einer Region, in der Ernährungskrisen leider chronisch sind, ist es sehr wichtig, dass man mangelernährte Kinder behandeln und langfristige Lösungen entwickeln kann, um die Auswirkungen solcher Spitzen der Unterversorgung abzuschwächen. Seit mehreren Jahren schon macht sich Terre des hommes diese beiden Zielsetzungen zur Aufgabe. In Burkina Faso, Senegal und Mauretanien führen Tdh-Teams Kampagnen durch, um der Mangelernährung vorzubeugen und die Ernährungsberatung, Erkennung und Behandlung der Krankheit in der Bevölkerung zu fördern. Mangelernährte Kinder und schwangere Frauen werden zu Hause und in Gesundheitszentren betreut, dessen Personal von Tdh-Spezialisten ausgebildet wird. Allein 2011 wurden in diesen drei Ländern mehr als 115’000 Kinder untersucht, betreut und behandelt.
Abgesehen von für Kinder sofort notwendigen Behandlungen sind die Aktionen von Tdh langfristig angelegt, dank der Einbeziehung von Gemeinschaften, Regierungen und der öffentlichen Hand, die unterstützt werden, um der Bevölkerung die bestmögliche Gesundheitsversorgung gewährleisten zu können. In Burkina Faso bewies die Aufhebung der Behandlungskosten für Kinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen, die von Tdh befürwortet und in zwei Bezirken getestet wurde, dass sich die Situation zum Besseren wenden kann. 110’000 Kinder und Schwangere haben so bereits von einem besseren Zugang zu Gesundheitszentren profitiert. Die Mangelernährung von Kindern unter fünf Jahren ging in drei Jahren um drei Viertel zurück. Angesichts dieses Erfolges beschloss die burkinische Regierung, die Subvention der Gesundheitskosten auf das ganze Land auszudehnen und so allen Kindern kostenlose medizinische Behandlungen zu ermöglichen.
Terre des hommes baut Aktivitäten aus, um auf eine doppelte Krise zu antworten
Trotz aller Präventionsaktionen sind dieses Jahr in der ganzen Sahelzone drei Millionen Kinder von der Nahrungsmittelunsicherheit bedroht (Quelle: Unicef). Zusätzlich zur Ernährungskrise zwangen die Konflikte, die derzeit Mali erschüttern, 200’000 Menschen dazu, ihre Dörfer zu verlassen und in Lagern oder bei bereits früher weggezogenen Angehörigen Zuflucht zu suchen. In dieser Notsituation erweitert Terre des hommes nun die Aktivitäten für Kinder, die unter dem Nahrungsmittelmangel und der politischen Krise leiden:
• In Burkina Faso arbeiten die Tdh-Teams neu in fünf Gesundheitsbezirken, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern und sie über mögliche Vorbeugungsmassnahmen gegen Mangelernährung zu informieren. Damit sollten dieses Jahr 10’000 von akuter schwerer Mangelernährung betroffene Kinder von der Hilfe von Tdh profitieren. Tdh verteilt ausserdem vom Welternährungsprogramm bereitgestellte Nahrungsmittel an die Bedürftigsten, namentlich Frauen und Kinder. Die Delegation bietet Leistungen auf dem Gebiet der Gesundheit, des Kinderschutzes und der Einschulung und verteilt auch Nahrungsmittel an bereits 300 Kinder von Tuareg-Flüchtlingen, die vor der politischen Krise in Mali geflüchtet sind und heute in äusserst prekären Verhältnissen leben.
• In Senegal, in Mauretanien und Mali werden derzeit Beobachtungsmissionen durchgeführt, im Hinblick auf eine Eröffnung von Hilfsprogrammen in von der Krise betroffenen Regionen.


