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Indien: Eröffnung eines neuen Ernährungszentrums in den indischen Sundarbans

16 Aug 2011 Gesundheit und ErnährungIndien

inde_USN.jpg Am 11. Juli kamen die ersten vier an Mangelernährung leidenden Kinder unter zwei Jahren in das neu eröffnete Ernährungszentrum. In den Gesichtern der Mütter spiegelten sich allerlei Fragen und Unsicherheiten im Hinblick darauf, was für ihre Babys dabei herauskommen könnte. Zwei Wochen später hatte strahlendes Lächeln die sorgenvollen Mienen ersetzt, als Mütter und Kinder gesund und munter in ihre Gemeinschaften zurückkehrten, mit dem Versprechen, zur regelmässigen Nachbeobachtung vorbeizukommen.

Das Ernährungszentrum wurde am 11. Juli in den Sundarbans im Ganges-Delta eröffnet. Es befindet sich in der ersten Etage einer Entbindungsklinik, die von einem Partner von Terre des hommes geführt wird. Dort stehen 10 Betten zur Verfügung, fünf Krankenschwestern sowie ein Arzt in Teilzeit kümmern sich um die Kinder, die hierher gebracht werden. Mit der Ankunft der ersten vier Säuglinge kam Leben in die Räume: Die Kinder schrien und die Krankenschwestern waren damit beschäftigt, alle zwei Stunden die Babynahrung vorzubereiten und die Mütter zu ermuntern, die Kinder zu füttern. Schon innerhalb weniger Tage hatte sich der Zustand der Kinder verbessert, sie konnten endlich wiederauf den Beinen sein und verlangten grössere Portionen. Ziemlich rasch erreichten sie die zweite, ihrem neuen Zustand entsprechende Ernährungsform. Als Vorbereitung auf die Rückkehr nach Hause wurden die Mütter für gute Hygienemassnahmen und Kinderpflege sensibilisiert.

USNmreenfant.jpg Einer der ergreifendsten Momente war, als die jüngste Mutter, die in den ersten Tagen kaum gesprochen hatte, in der zweiten Behandlungswoche eines Morgens strahlte. Die Frau beobachtete ihr Kind, das mit seinem Lachen die anderen Kinder aufweckte. Das Kind war in einem sehr fortgeschrittenen Zustand der Mangelernährung ins Ernährungszentrum gekommen, mit aufgeblähtem Bauch und von Darmwürmern infiziert. Die Behandlung hatte bei ihm sehr gut und rasch angeschlagen.

14 Tage später kehrten Mütter und Kinder mit einer guten Portion Getreide, Hülsenfrüchten, Öl sowie einem Kit mit Kleidern, Moskitonetzen und einer Decke nach Hause zurück. Das Terre des hommes-Team suchte sie anschliessend regelmässig auf, um den Ernährungszustand der Kinder zu beobachten und den Müttern bei der Anwendung der praktischen Regeln zu helfen, die sie erlernt hatten. Alle werden bald wieder zur ersten offiziellen Nachuntersuchung in die Ernährungsstation zurückkommen. Optimal wäre ein längerer Aufenthalt im Ernährungszentrum gewesen, wenigstens noch eine Woche mehr, aber es war nicht einfach, die Mütter davon zu überzeugen, länger zu bleiben. Drei der Frauen hatten noch andere Kinder, um die sie sorgten. Die Mütter davon zu überzeugen, während der gesamten Behandlungszeit zu bleiben, ist eine Herausforderung, die sich bei diesem Projekt immer stellen wird.

USNenfants.jpg Diese neue Aufgabe war eine schwierige, aber spannende Erfahrung für das Tdh-Team: „Wir wissen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, bevor wir alle Kinder, die zu uns kommen, in gutem Zustand nach Hause entlassen können. Aber es ist immerhin ein Anfang. Bei dieser ersten Erfahrung ist die grösste Belohnung für uns, dass wir das Vertrauen der Gemeinschaft gewonnen haben, indem wir die Arbeit in der Gemeinschaft mit der in der medizinischen Einrichtung verknüpfen konnten”. Der von Tdh mit der Mobilisierung der Gemeinschaft beauftragte Sozialarbeiter drückt es so aus: “Jetzt bin ich im Dorf willkommen und werde freundlich empfangen. Vorher standen die Männer immer so vor mir, als ob sie mir an die Gurgel springen wollten, wenn ich sie besuchen kam”.

Das Projekt begann im Januar 2011 und es soll der Vorbeugung von Mangelernährung bei 20’000 Kindern unter fünf Jahren dienen. Gemeinschaften und Institutionen werden eingerichtet und ausgestattet, um die Kinder, die von moderat oder schwer akuter Mangelernährung betroffen sind, zu versorgen. Nach neuesten Erkenntnissen weist alles darauf hin, dass 6,3% der Kinder im Interventionsgebiet von Terre des hommes an einer schwer akuten, 12,5% an einer moderat akuten Mangelernährung leiden. Es ist das einzige Projekt dieser Art im Bundesstaat Westbengalen, der immerhin eine Bevölkerung von 90 Millionen Einwohnern zählt.

Die technisch von der UNICEF unterstützte Gesundheitsaktion National Rural Health Mission hat Richtlinien für ein integriertes Management von schwer akuter Mangelernährung (IMSAM) ausgearbeitet. Die Richtlinien werden nach und nach in einigen Regionen des Bundesstaates eingeführt. Tdh arbeitet eng mit dem Bundesstaat und der UNICEF zusammen und ist anerkannt als eine Institution im Besitz der technischen Kapazitäten für die Arbeit mit mangelernährten Kindern ist.

Weitere Information über die Arbeit von Terre des hommes in Indien

Kinderschutz

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Kinderschutz
Terre des hommes (Tdh) setzt sich für den Schutz der Kinder vor Ausbeutung, Missbrauch, Handel und Gewalt ein.
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