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Indien: national und international mit vereinten Kräften die von Menschenhandel betroffenen Frauen und Kinder schützen
Indien: national und international mit vereinten Kräften die von Menschenhandel betroffenen Frauen und Kinder schützen
9 Aug 2012 Kinderhandel, Missbrauch und AusbeutungIndien
Terre des hommes hat soeben eine Bestandsaufnahme der im indischen Bundesstaat Westbengalen ansässigen Kinderschutzstellen vorgenommen. Diese kam mit Hilfe eines Netzwerks von anderen NGOs zustande und steht in einem Verzeichnis zur Verfügung. Die Bestandsaufnahme wurde von den obersten Behörden, die sich in der indischen und westbengalischen Regierung mit dem Kinderrechtsschutz befassen, genehmigt. Gleichzeitig hat Tdh offiziell die Wiedereingliederungsberichte von Frauen zusammengetragen, die Opfer von Sexhandel waren.
Erfassung der Kinderschutzstellen
Die Bestandsaufnahme ist die erste dieser Art in Indien und gibt einen Überblick über die Hauptakteure, die sich im Bundesstaat Westbengalen mit dem Kinderschutz befassen. Ziel ist die Stärkung der Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren, wie Vertretern des Staates, Kommissionen für Kinderwohlfahrt, Jugendstrafrechtsbehörden, Polizeiposten und Führungspersonen bei der Polizei, Heimen, und Adoptionsstellen.
Zeugenberichte finden Anerkennung auf nationaler Ebene
Zur gleichen Zeit legten Tdh und die Partnerorganisation Sanlaap ein Dokument vor mit dem Titel “Unsere Geschichte”, wo Frauen, die Opfer von Sexhandel waren, über ihre Wiedereingliederung berichten. Das Dokument erzählt ihre Geschichten mit ihren Augen. Es beschreibt ihre Lebensumstände, ihre Fähigkeiten, ihre Bedürfnisse und Sorgen, Träume und Sehnsüchte. Das Papier enthält auch Informationen und Empfehlungen für humanitäre Organisationen zur Optimierung ihrer Hilfe und für eine bessere Wiedereingliederung der betroffenen Frauen.
Offizielle Herausgabe der Tdh-Papiere durch die Europäische Union
Mit der Unterstützung von Swissotel Kolkata erfolgte die offizielle Herausgabe der beiden Papiere am 16. Juli 2012 durch Hans Van Vliet, den Vertreter der Europäischen Union für Entwicklungszusammenarbeit in Indien und die Menschenrechtsaktivistin und Schauspielerin Nandana Sen.
(Nandana Sen engagiert sich seit mehreren Jahren gegen sexuellen Missbrauch von Kindern in Indien. Heute hat sie enge Verbindungen zu verschiedenen Organisationen im Kampf für den Kinderschutz.)
Im Anschluss an die offizielle Herausgabe der beiden Papiere erzählten zwei Opfer von Menschenhandel ihre Geschichte und sprachen über ihren Wiedereingliederungsprozess. Im grösseren Rahmen, wo es um Kinderschutzstellen und -systeme ging, folgte anschliessend eine Podiumsdiskussion über Wiedereingliederung der Opfer von Menschenhandel. Namhafte Menschenrechtsaktivisten und Organisationen, die sich mit Kinderschutz und Kinderhandel befassen, Mitglieder des indischen Child Welfare Committee aus verschiedenen westbengalischen Bezirken, Vertreter des amerikanischen Konsulats und von UNICEF, internationale Verbände, Basisorganisationen und andere Organisationen der Zivilgesellschaft nahmen auch an diesem Ereignis teil.

