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Kolumbien: Auf der Suche nach Lösungen gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern
Kolumbien: Auf der Suche nach Lösungen gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern
31 Mai 2012 Kinderhandel, Missbrauch und AusbeutungKolumbien
Die Stiftung Terre des hommes (Tdh) fordert Strafen für Personen, die in Cartagena zu diesem Unwesen beitragen.
Das Problem an der Wurzel anpacken
Der Führerscheinentzug für Taxifahrer, die Touristen auf der Suche nach sexuellen Beziehungen mit Minderjährigen unterstützen, war eine der Ideen, die zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern in der Stadt Cartagena vorgeschlagen wurden.
Vor Beginn einer Begegnung zwischen den Lokalbehörden und einigen NGO zum Thema Kinderprostitution brachte Antoine Lissorgues, Delegationschef von Tdh in Cartagena, diese Idee auf den Tisch.
“Die Beschlagnahmung des Fahrzeugs und der Führerscheinentzug sind für einen Taxifahrer am schmerzhaftesten, weil dies seine Einnahmequelle direkt betrifft. Wenn wir das Problem dort bekämpfen, wo es weh tut, das heisst beim ökonomischen Aspekt, packen wir es an der Wurzel an”, meinte Lissorgues. Die Stiftung Tdh vertritt Opfer der sexuellen Ausbeutung in Gerichtsverfahren. Antoine Lissorgues erklärte weiter, dass es sehr schwierig sei, die Zahl der betroffenen Kinder zu beziffern, die Arbeiterviertel aber eindeutig die “Nährlösung” für dieses Phänomen böten.
Schweizer Botschafter lenkt die Aufmerksamkeit auf Mittelspersonen
Didier Pfirter, Schweizer Botschafter in Kolumbien, dessen Regierung Tdh finanziell unterstützt, fügte an: “Es gilt auch die Bedeutung der Zivilgesellschaft zu unterstreichen. Meiner Meinung nach haben wir es mit einem kulturellen Phänomen und einer übertriebenen gesellschaftlichen Toleranz diesem Phänomen gegenüber zu tun. Die Behörden können es nicht allein überwinden. Es ist dies die Aufgabe der gesamten kolumbianischen Gesellschaft, der Schweiz und der Welt”.
Der Schweizer Botschafter machte auch auf die Bedeutung von Mittelspersonen in der Bekämpfung der Ausbeutung aufmerksam. Über diejenigen, die Kinder für sexuelle Absichten suchen, sagte Pfirter: “Sie sind nicht nur kriminell, sondern auch geisteskrank”, und ergänzte, dass “die Familien dieser Kinder, gewöhnlich in komplizierten Verhältnissen leben”.
“Mittelspersonen – Rezeptionsmitarbeiter, Taxifahrer und in Agenturen – sind Leute, die dies aus reiner Geldgier tun”, meinte der Chef der Schweizer Diplomatie in Kolumbien weiter. “Vielleicht sind sie das Element, gegen das man am stärksten vorgehen kann. Es sind nicht Kranke, sondern Profiteure”.
Die kolumbianische Regierung hat für die kommenden vier Jahre bereits dringende Investitionen in der Höhe von 100’000 Schweizer Franken für die Kinderhilfe angekündigt.
Quelle : El Tiempo, Kolumbien
