Nepal: Kinderarbeit in den Ziegelfabriken – Irreparable Gesundheitsschäden
- Herausgegeben von Darcissac, Marion
In 120 Ziegeleien rund um Kathmandu arbeiten Kinder, die zum Teil erst sechs Jahre alt sind. Diese Arbeit bringt für die Kinder irreparable Gesundheitsschäden mit sich, wie beispielsweise Atemwegsinfektionen oder Lungenkrebs. 837’600 Tonnen Kohlen-stoff sind es, die jedes Jahr durch die Ziegelöfen im Tal freigesetzt werden. Der von den Kaminen freigesetzte Russ ist ein hochtoxischer Massenmörder. Allein in Kat-mandu gibt es wegen der Luftverschmutzung jährlich schätzungsweise 1600 vorzeiti-ge Todesfälle.
Millionen von Arbeitsmigranten kommen, um in den Ziegeleien von Kathmandu zu arbeiten. Sei es um ihre Schulden gegenüber den Zwischenhändlern zurück zu zahlen oder von den Schwierigkeiten und der Arbeitslosigkeit auf dem Land zu flüchten. Die Arbeiter werden ge-zwungen, in den Ziegelfabriken ohne Trinkwasser zu arbeiten wo sie weder Toiletten, eine stabile Unterkunft noch Zugang zu einer Gesundheitsversorgung haben. Von aussen erinnern diese Ziegeleien an Flüchtlingslager aus kleinen Hütten (sogenannte jhyaulis), welche aus Ziegeln gemacht und mit einem Wellblech bedeckt sind. Die Mauern dieser jhyaulis sind sehr winddurchlässig und schützen die Bewohner nicht vor dem kalten Wind, der typisch für das auf 1350 Höhenmetern gelegenen Kathmandutal ist. Diese zerbrechlichen Hütten, der Staub und die durch die Kamine verursachte Luftverschmutzung, stellen eine tödliche Kombination dar. Die Arbeiter und ihre Kinder erkranken regelmässig an Atembeschwerden, Fieber, Durchfall und Bauchschmerzen. Hunderte von Kindern enden wie ihre Eltern in den Zie-geleien, wo sie während der Regenzeit (November bis Mai) Ziegel formen und tragen.
Terre des hommes und ihre lokalen Partnerorganisationen setzen sich für Kinder und Fami-lien ein, die in 20 Ziegelfabriken in den Bezirken Kathmandu und Bhaktapur arbeiten. Häufig werden Gesundheitslager organisiert, um den Zustand der Arbeiter, insbesondere der Frauen und Kinder, zu untersuchen. Bei allen Kindern unter drei Jahren wird einmal im Monat eine Ernährungskontrolle durchgeführt. 12 Freizeitzentren erlauben es den Kindern, sich in einem sicheren Umfeld zu entwickeln, wobei Sozialarbeiterinnen für ihre physische und psychische Entfaltung sorgen. Bei den Unternehmern interveniert Terre des hommes durch Plädoyer Arbeit, welche sie überzeugen soll, die Rechte der Kinder und Frauen zu respektieren sowie die Arbeitsbedingungen generell zu verbessern. Die Teams setzen sich für die Installation von neuen, weniger umweltschädlichen Technologien ein, einerseits auf die Gesundheit der Angestellten bedacht sind sowie es andererseits erlauben weniger Personal und somit weniger Kinder zu engagieren. Die Arbeitnehmer, im Besonderen die Frauen, nehmen an Schulungen über Gesundheit, Ernährung, ihre eigenen Rechte sowie diejenigen ihrer Kinder teil. Die Bevölkerung, die nicht in den Ziegelfabriken arbeitet wird über die Risiken dieser Arbeit informiert und sensibilisiert, Ziegel aus von Terre des hommes „zertifizierten“ Industrien zu kaufen.
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Terre des hommes (Tdh) setzt sich für den Schutz der Kinder vor Ausbeutung, Missbrauch, Handel und Gewalt ein.

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