Brigitte Lyner - Freiwillige des Monats Oktober
9 Okt 2011 FreiwilligengruppenSchweiz
Brigitte Lyner ist seit 15 Jahren für Terre des hommes tätig. Angefangen hat ihr Engagement ganz zufällig mit Aushelfen beim Osterverkauf. Heute ist sie Leiterin der Sektion Winterthur, einer Gruppe von rund 70 Personen.
Die Motivation
“Bei Terre des hommes bin ich regelrecht reingerutscht. Eine Freundin fragte mich, ob ich zwei Stunden am Standverkauf aushelfen könnte. Ich sprang ein, und dabei ist es dann für 10 Jahre geblieben. Mir war aber gar nicht bewusst, dass das „Freiwilligenarbeit“ ist. Es kam mir nie als Arbeit vor. Es war für eine gute Sache und darum habe ich gerne mitgemacht. Mir muss die Organisation, der ich helfe, entsprechen. Und bei Tdh überzeugte mich die Unterstützung von Frauen und Kindern, die unter sehr schwierigen Bedingungen leben müssen. Aber eigentlich ist es wirklich Zufall, dass es grade Terre des hommes war.”
Die Aktion
“Genauso wie in die Osterverkäufe bin ich auch in die Rolle als Leiterin reingerutscht.
Als die damalige Präsidentin wegzog fand sich keine Nachfolgerin. Die Gruppe drohte auseinanderzubrechen, was sehr schade gewesen wäre. Wieder war es die gleiche Freundin, die mich anfragte, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen könnte. Nach einer kurzen Bedenkzeit sagte ich zu und habe es bis heute nicht bereut! Zu meiner Gruppe sagte ich ganz offen: Ich habe keine Erfahrung im Leiten einer Sitzung. Vielleicht geht es beim ersten Mal drunter und drüber. Aber ich wusste immer: Wir sind eine Crew, ziehen am gleichen Strick und gemeinsam schaffen wir das.
Wichtig ist mir, dass ich eine Leiterin bin und keine Präsidentin. Ich bin ein Mitglied der Gruppe und habe die Leitung inne, ansonsten packe ich genauso mit an wie alle anderen.”
Das Ziel
“In unserer Gruppe wählen wir jeweils demokratisch ein Projekt, das wir mit unseren Verkäufen unterstützen. Zurzeit eines in Burkina Faso. Die Freiwilligen sind motivierter, wenn sie wissen, wohin das Geld fliesst, dass sie gesammelt haben. Und sie können bei Fragen von Passanten auch viel genauer Auskunft geben. Persönlich achte ich darauf, Burkina Faso auch anderweitig zu unterstützen. Beispielsweise, indem ich Fair-Trade-Produkte aus diesem Land kaufe.
Das Wichtigste ist für mich, dass wir als Gruppe zusammenhalten: Es ist das Grösste, zu sehen, wie es möglich ist, mit Gleichgesinnten etwas zu bewegen. Natürlich kann man die Welt nicht aus den Angeln heben. Aber wenn man sich zusammenschliesst, kann man sehr viel erreichen. Würden das noch mehr Leute tun, würde man noch mehr erreichen.”
Das Erlebnis
“Eindrückliche Begegnungen erlebe ich immer wieder an den Verkaufsständen. Kürzlich lernte ich dort eine junge Frau kennen, die durch Terre des hommes zu ihren Adoptiveltern gekommen ist. An einem privaten Anlass in unserer Gruppe erzählte sie dann ihre Geschichte. Es ist spannend, solche Leute kennenzulernen.
Sich in irgendeiner Form im Rahmen von Freiwilligenarbeit einzubringen, ist nicht nur ein Gewinn für andere, sondern auch für sich selbst. Aber man muss diese Erfahrung selbst machen.”
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