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26.08.2019 - Nachrichten

Zwei Jahre später: Rohingya-Mütter kämpfen noch immer für Gesundheitsversorgung

Diesen Monat im Jahr 2017 waren hunderttausende Rohingya-Familien gezwungen, ihre Heimat in Myanmar wegen Morden und der Verbrennung ihrer Dörfer zu verlassen. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie ohne Hab und Gut nach Bangladesch geflüchtet sind. Seither leben Kinder unter schwierigen gesundheitlichen Umständen und immer wiederkehrenden epidemischen Bedrohungen durch Monsunregen in Flüchtlingslagern in der Region Cox’s Bazar. Gemäss neuesten Berichten leben fast eine Million Rohingya-Flüchtlinge noch immer dort, hauptsächlich in informellen Siedlungen.

Die 27-jährige Azara* sitzt mit ihrem sechs Tage alten Sohn auf dem Schoss im Schneidersitz auf einer Bank. Auf dem Boden liegen ihre abgenutzten Sandalen. Das Baby hat noch keinen Namen. Azara lebt mit ihrem Ehemann und fünf Kindern in einer fensterlosen 1-Zimmer-Bambushütte zusammen. Es ist feucht und heiss: Vor der Sonne schützt nur eine dunkle Plastikblache und es gibt keine Elektrizität für einen Ventilator. Bei Regen wird der schmutzige Boden zu Schlamm, sodass sie ihre Habseligkeiten an die Wand hängen müssen. Da ihr Ehemann im Flüchtlingslager nicht arbeiten kann, hat die Familie kein Einkommen.

Neben Projekten zum Kinderschutz und zur Hygienesensibilisierung schult Terre des hommes (Tdh) lokale Gemeinschaftsfreiwillige darin, die Rohingya in ihren Unterkünften zu besuchen und Vertrauen aufzubauen, damit sie helfen können, deren Gesundheitszustand zu verbessern. «Die Gemeinschaft ist oft zögerlich, die Gesundheitsversorgung in Anspruch zu nehmen, weil sie unbekannten Menschen gegenüber sehr misstrauisch ist», erklärt unsere Gemeinschaftsfreiwillige Senu Ara. 65 Prozent der Geburten finden daher im Schuppen unter Aufsicht von traditionellen Geburtshelferinnen statt, die weder Fähigkeiten noch Kenntnisse haben, mit unerwarteten Komplikationen umzugehen. Deswegen ist die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate in dieser Region sehr hoch. Bei der Förderung von gesunden Praktiken und Krankheitspräventionsmassnahmen spielen die freiwilligen GesundheitshelferInnen eine wichtige Rolle. Sie führen Behandlungen zur Krankheitsvorbeugung durch, informieren über Frühwarnsignale bei Neugeborenen und Müttern und ermutigen zu Besuchen im Gesundheitszentrum. «Tdh erhält nach und nach den Ruf, gute Unterstützung zu leisten und sich um die Patienten zu kümmern», fügt Senu an.   

Eines Tages hat sie Azara besucht. Als die Gemeinschaftsfreiwillige herausfand, dass Azara schwanger ist, hat sie sogleich mit der Schwangerschaftsfürsorge begonnen. Sie hat auch den Gesundheitszustand von Azaras Kindern überprüft und ihr erklärt, wie wichtig es sei, eine Hebamme zu konsultieren. Azara sieht uns mit einem Lächeln an und sagt: «Wenn mich Senu nicht besucht hätte, hätte ich niemals von diesem Service erfahren, da wir unser Haus nur selten verlassen.»

Der strömende Regen überflutet Teile des Lagers und führt manchmal zu kniehohem Schlamm, was den Zugang zu Gesundheitszentren erschwert. Gemäss unserer Hebamme Sharnima Khatan könne es aber auch daran liegen, dass die Ehemänner Besuche in Gesundheitszentren nicht erlaubten. «Es ist sehr schwierig, die Väter davon zu überzeugen, dass das Baby und die Mutter gefährdet sind», erklärt sie. Azara hat den Gemeinschaftsfreiwilligen vertraut und im Gesundheitszentrum Schwangerschaftsfürsorge erhalten. Liebevoll streichelt sie das Gesicht ihres Babys und sagt: «Ich möchte nur, dass meine Kinder in Sicherheit, gesund und glücklich sind. Solange wir aber nicht nach Myanmar zurückkehren können, sehe ich keine Zukunft.»

Anfang August haben über 500'000 Rohingya-Flüchtlinge eine Identitätskarte erhalten. Dies gibt ihnen das Recht auf eine Rückkehr nach Myanmar, obwohl es vorläufig noch zu riskant ist. In einer gemeinsamen Erklärung mit 60 weiteren NGOs, die in den beiden Ländern arbeiten, fordern wir, dass die Menschenrechte für alle im Rakhaing-Staat anerkannt werden, und dass die Rohingya-Flüchtlinge an den Entscheidungen über ihr Leben, einschliesslich der Bedingungen für ihre Rückkehr nach Myanmar, beteiligt werden. Für den Moment ist Azara dankbar dafür, dass ihr Baby und ihre anderen Kinder dank Medikamenten und Ärztebesuchen gesund sind. Sie hat auch gelernt, wie wichtig Stillen und Hygienepraktiken – wie zum Beispiel das Händewaschen oder die Wasserreinigung – sind. «Ich versuche, glücklich zu sein. Das vereinfacht das Leben meiner Kinder, auch wenn es schwierig ist im Flüchtlingslager.»

Schätzungsweise mehr als eine Million Menschen benötigen humanitäre Unterstützung. Tdh wird weiterhin sowohl die Flüchtlinge als auch die Gastgemeinschaften unterstützen. Unser Ziel ist es, nachhaltige Hilfe zu leisten, sodass ihr Schutz, ihre Gesundheit und ihre Würde gewährleistet sind.

Schauen Sie unser Video zur Rohingya-Flüchtlingskrise an

 

*Namen wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert

Bildernachweis: ©Tdh