23.11.2018 - Nachrichten

Balzan-Preis: „Ein wertvolles Zeichen der Anerkennung für Terre des hommes“

Eine internationale Auszeichnung für Terre des hommes! Der Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern der Balzan-Stiftung wurde unserer Organisation am Freitag 23. November in Rom überreicht. Er ist mit einer Million Schweizer Franken dotiert, die für ein Projekt zur Bekämpfung der Sterblichkeit von Neugeborenen und ihren Müttern in Mali eingesetzt werden. Interview mit Vito Angelillo, Geschäftsleiter von Tdh, der zur Preisverleihung nach Rom gereist ist.

Was bedeutet dieser Preis für die Organisation?

Es handelt sich um ein wertvolles Zeichen der Anerkennung für Terre des hommes und die Gesamtheit unserer Teams in den Einsatzländern und am Hauptsitz. Dieser Preis ehrt ein unerschütterliches Engagement, das seit fast 60 Jahren geleistet wird. Wir dürfen alle auf den zurückgelegten Weg stolz sein und uns darüber freuen. Unsere Tätigkeit wird nur selten als Beitrag an den Weltfrieden anerkannt.

Wie genau setzt sich Terre des hommes für den Frieden ein?

Die humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit erlauben, Ungleichheiten, Armut, den fehlenden Zugang zu Bildung und Ressourcen zu bekämpfen, Problematiken, die einen Nährboden für Gewalt und Radikalisierung bieten. Indem wir jedes Jahr drei Millionen Kinder und ihre Familien in über 45 Ländern unterstützen, manchmal sogar inmitten von Konflikten und in nächster Nähe zu Frontlinien, tragen wir dazu bei, Unrecht zu mindern und stabile Verhältnisse zu schaffen, die für den Frieden unabdingbar sind. Während weltweit mehr als 1,7 Milliarden Kinder Opfer von Gewalt sind, ist es wichtiger denn je, ihr Recht auf eine Kindheit anzuerkennen und ihnen positive Perspektiven zu geben: Sie sind die zukünftige Generation und der Frieden liegt in ihren Händen.

Warum wird die Million Schweizer Franken des Balzan-Preises für das SIMSONE-Projekt eingesetzt?

Dieses Schulungsprojekt für Hebammen in den entlegensten Gebieten von Mali erfüllt ein offenkundiges Bedürfnis. Die Sterblichkeitsraten von Neugeborenen und Müttern in diesem Land gehören zu den weltweit höchsten, während es den niedrigsten Prozentsatz von qualifiziertem Personal und betreuten Entbindungen aufweist. Die Ausbildung des bei Geburten zum Einsatz kommenden Pflegepersonals hat folglich oberste Priorität. Unsere mobile Einheit SIMSONE (SIM wie Simulation, SONE wie Sichere Obhut durch Fachpersonal und Neugeborenen Erstversorgung) ermöglicht dem Pflegepersonal, lebensrettende technische Handgriffe zu üben. Dank dem Preis werden unsere Teams dieses Projekt in grösserem Umfang durchführen und auf weitere Länder ausdehnen können, um letztlich mehreren Tausend Müttern und ihren Babys das Leben zu retten.

 
Vito Angelillo, Geschäftsleiter von Terre des hommes

Bildernachweis: © Tdh