15.10.2019 - Nachrichten

Burkina Faso: Wenn die Ernte nicht zur Ernährung der Kinder ausreicht

In Burkina Faso hat der Klimawandel zu Dürre und Überschwemmungen geführt. Plagen von Heuschrecken und anderen Tieren beeinträchtigen die Ernten. Diese Krisen verringern die ohnehin schon knappen Ressourcen der Ärmsten. Kinder unter fünf Jahren sind besonders von Mangelernährung betroffen. Terre des hommes (Tdh) unterstützt mit Partnerorganisationen den bestmöglichen Gebrauch von Ressourcen mit Tools und Schulungen zum Aufbau einer mehrversprechenden Zukunft.

«Es gibt viele starke Winde, es regnet kaum noch und unser Boden ist unfruchtbar geworden», sagt Noufou, ein Bauer aus der Boucle du Mouhoun im Nordwesten von Burkina Faso und schaut auf die trockenen Ebenen. Solche Situationen lassen Ernten ausfallen, was bei Kindern unter fünf Jahren schnell zu Mangelernährung führen kann.

Bekämpfung von Mangelernährung

Im Kampf gegen die Ernährugnsunsicherheit führt Tdh Konsultationen durch, um Mangelernährung bei Kindern zu erkennen und zu verhindern. Barakissa hat ihr Baby zur Gewichtskontrolle gebracht. Sie sagt: «Im Vergleich zu früher hat sich die Situation wirklich verbessert. Einige drohenden Krankheiten sind zurückgegangen, insbesondere diejenigen, die unsere Kinder betrafen. Früher hatten unsere Kinder Gewichtsverlust und waren mangelernährt, aber das ist jetzt vorbei. Uns wurde beigebracht, wie man einen Brei zubereitet dank dem sie sich satt essen können.»

Barakissa und die anderen Mütter nehmen an Schulungen vom Tdh-Gesundheitspersonal bezüglich der Kochpraktiken und speziellen Bedürfnissen einer altersgerechten Fütterung der Babys teil. Das Projekt trägt dazu bei, jegliche Formen an Mangelernährung zu reduzieren und kam in einem Jahr mehr als 6000 Kindern zugute.

Das Wohlbefinden der Familien verbessern

Zusätzlich zu den Klimaveränderungen, die ihre Ernten und Viehzucht gefährden, haben die Familien im Boucle du Mouhoun auch mit schwierigem Zugang zu Gesundheitsversorgung, Wasser, Hygiene und sauberen sanitären Einrichtungen zu kämpfen. Dies führt oftmals zur Übertragung von Krankheiten.

In den Dörfern haben wir im Jahr 2018 acht Gemüse-Gemeinschaftsgärten mit Bewässerungsbrunnen für eine abwechslungsreiche Ernährung angelegt und zahlreiche Kleintiere abgegeben, um die Viehzucht wiederaufzubauen. Ausserdem haben wir den LandwirtInnen geholfen, in mehreren Gemeinden Wasserspeicher für den Trinkbedarf des Viehs einzurichten. Rund 2000 in Armut lebende Menschen konnten ihre Situation innerhalb eines Jahres verbessern: Eine abwechslungsreichere Ernährung ihrer Familien und die Nutzung der Brunnen ausschliesslich für Menschen trugen dazu bei, die Ausbreitung von Krankheiten zu verringern. Auch konnten die Familien einen Teil des Ernteertrages für die Schulbildung und Gesundheit ihrer Kinder einsetzen. Durch die Kompostierung des Bodens wurden bessere Ernten erzielt.

Der Grundgedanke des Projekts ist, den Menschen die Werkzeuge und Hilfsmittel in die Hände zu geben, um selbst der Armut zu entkommen. «Wenn uns jemand hilft, ist es wichtig, dass wir uns selber ums Gelingen bemühen. Mit dieser Unterstützung werden wir uns dafür einsetzen, dass sich die Hühner vermehren, was uns wiederum erlaubt, besser zu essen und einige Produkte zu verkaufen, um andere Grundbedürfnisse zu decken», sagt ein Einwohner.

Bis Ende dieses Jahres werden 65’000 Kinder vom im Jahr 2017 gestarteten Projekt unterstützt werden. Um eine langfristige Stabilität zu gewährleisten, fördern wir die Entwicklung von Strategien auf lokaler Ebene.

Die vom Klimawandel hervorgerufenen Krisen nehmen stetig zu und treffen die Ärmsten am stärksten. Vereinen wir unsere Kräfte, um ihnen zu helfen.

 

Bildnachweis: © Tdh/Ollivier Girard