30.07.2019 - Nachrichten

Globale Pakte für Migration und Flüchtlinge – wie geht’s weiter?

Die Globalen Pakte für eine sichere, geordnete und reguläre Migration sowie für Flüchtlinge wurden 2018 von der internationalen Gemeinschaft mit dem Ziel verabschiedet, internationale Migration besser zu regulieren sowie schwere Krisen, die weltweit grosse Flüchtlingsbewegungen auslösen, zu bewältigen. Als Teil der Initiative für Kinderrechte in den Globalen Pakten setzt sich Tdh dafür ein, dass bei der Umsetzung die Rechte der Kinder im Mittelpunkt stehen.

Die Initiative für Kinderrechte in den Globalen Pakten wurde gegründet, um kontinuierlich Pflege, Schutz und Unterstützung für alle Migranten- und Flüchtlingskinder sicherzustellen. Als Gründerin und Mitvorsitzende der Initiative war Tdh während der gesamten Beratungs- und Verhandlungsphasen bei der Entwicklung der Pakte aktiv beteiligt. Dass die Kinderrechte in beiden Globalen Pakten geschützt werden ist ein Erfolg. Die Staaten haben sich für eine bessere Zusammenarbeit zur Wahrung des Kindeswohls verpflichtet. Im Globalen Pakt für Migration zum Beispiel findet man praktische Massnahmen für eine verbesserte Zusammenarbeit wenn es um Kinder geht.  

Was nun?

Tdh möchte sicherstellen, dass die Interessen der Kinder auch im Umsetzungsprozess der Globalen Pakte im Mittelpunkt stehen. «Tdh setzt ihre Mission fort, indem sie Staaten und die Zivilgesellschaft bei der Umsetzung der Globalen Pakte auf regionaler und nationaler Ebene unterstützt. Dazu gehören zum Beispiel gemeinsame politische Massnahmen zwischen Ländern oder internationale Abkommen. Der Achtung der Kinderrechte wird dabei grosse Aufmerksamkeit geschenkt, insbesondere im Zusammenhang mit Rückkehr und Wiedereingliederung», erklärt Olivier Feynerol, Verantwortlicher des Migrationsprogramms bei Tdh. Tdh ist es ein Anliegen, dass Kinder und Jugendliche bei den Lobby- und Kommunikationsmassnahmen miteinbezogen werden, die darauf abzielen, MigrantInnen und Flüchtlinge besser zu schützen und die Lücke zwischen ihnen, den Aufnahmegemeinschaften und den Zielgemeinschaften zu verringern.

Sichere und würdevolle Rückkehr und Reintegration erleichtern

Als Antwort auf das Ziel 21 des Globalen Pakts für Migration, nämlich die Zusammenarbeit zur Erleichterung einer sicheren und würdevollen Rückkehr und Wiederaufnahme sowie einer nachhaltigen Wiedereingliederung, arbeitet Tdh an einer Plattform in Europa zur Rückkehr und Reintegration. Dabei handelt es sich um ein Pilot-Modell, das in anderen Regionen nachgeahmt werden soll. Dank der Plattform werden Staaten Richtlinien teilen und gute Praktiken in ihren Ländern austauschen können und zusammen umsetzbare Lösungen zum Schutz der Kinder im Migrationsprozess finden. Tanya Norton von unserem Migrationsprogramm erklärt: «Tdh möchte sicherstellen, dass der geschaffene Rahmen genutzt wird. Es ist wichtig, dass die Durchführung der Massnahmen auf einer gemeinsamen Grundlage zwischen Mitgliederstaaten koordiniert wird

Seit 2016 arbeiten wir an einer verbesserten Wiedereingliederung von rückgekehrten Migrantenfamilien in Albanien und dem Kosovo. Die neue Plattform wird eine sichere und würdevolle Rückkehr sowie angemessene Dienstleistungen für die Wiedereingliederung ermöglichen.

Lesen Sie das Interview der Tdh-Kinder und -Jugendlichen im Migrationsprogramm in Albanien und dem Kosovo:

 

«Nach der Rückkehr stehen die Familien vor ähnlichen Herausforderungen wie diejenigen, die sie zur Ausreise veranlasst haben, wie zum Beispiel Armut. Kinder sind davon besonders betroffen.»

Enkelejda Kallçiu und Marije Vuksani, Tdh-Programmleiterinnen für Migration und Bekämpfung des Menschenhandels in Albanien und im Kosovo

Zum vollständigen Erfahrungsbericht

©Tdh/Grace Medina