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22.03.2022 - Nachrichten

Immer sauberes Wasser zum Händewaschen

Zum Weltwassertag präsentieren wir Ihnen eine Innovation, die von unseren Teams vor Ort umgesetzt wurde.

Den Hahn aufdrehen und so viel sauberes fliessendes Wasser haben, wie man will … Was in vielen Ländern selbstverständlich scheint, ist es nicht in allen Kontexten. Händewaschen ist eine der wichtigsten Handlungen, um der Ausbreitung von Viren entgegenzuwirken. Doch wie soll das gehen, wenn man sich in einem Trockengebiet, in einem Vertriebenenlager oder in einer Schule ohne Anschluss an die Wasserversorgung befindet?

Im Gesundheitszentrum von Macina in Mali steht eine seltsame Einrichtung: ein etwa einen Meter hoher schwarzer Kubus mit integriertem Lavabo und Wasserhahn. Um den Wasserfluss zu aktivieren, genügt es, mit dem Fuss ein Pedal zu betätigen. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass der Kubus nicht an die Kanalisation angeschlossen ist. Es genügt, ihn aufzuheben, um ihn in einen anderen Raum zu tragen.

Bei dieser Einrichtung handelt es sich um Gravit’eau, ein System, das die Wiederverwendung von Wasser in einem geschlossenen Kreislauf ermöglicht. Das gebrauchte Wasser gelangt in einen ersten Behälter, wo Rückstände und Fett zurückgehalten werden. Dann fliesst es durch eine Filtermembran, die so fein ist, dass sie weder für Bakterien noch für Viren durchlässig ist. Am Ende des Verfahrens erhält man zu 99,9 Prozent geklärtes Wasser, das mithilfe einer Fusspumpe in den Hahn hinaufsteigt, um wiederverwendet zu werden.

«Jeden Tag, wenn ich in der Schule ankomme, stehe ich an, um mir die Hände zu waschen, bevor ich ins Klassenzimmer gehe. Wenn kleinere Kinder da sind, helfe ich ihnen, mit dem Fuss das Wasser heraufzupumpen, während sie sich die Hände waschen. Wir waschen uns die Hände auch in der Pause und nach Schulschluss», Baba, 10 Jahre alt, Nigeria.

Gravit’eau hat sich an Orten ohne Wasseranschluss als sehr nützlich erwiesen. Terre des hommes wird noch etwa 150 dieser Einrichtungen in Mali, Burkina Faso und Nigeria installieren. Eine Arbeit, die in Partnerschaft mit der schweizerischen Vereinigung Gravit’eau und der Fachhochschule Nordwestschweiz erfolgt. Jeder Ort hat seine Besonderheiten. In Gesundheitszentren müssen diese mobilen Lavabos ziemlich klein sein, damit sie durch die Türen passen. In Vertriebenenlagern sind sie mit vier Hähnen ausgestattet und in Schulen der Grösse von Kindern angepasst. Diese Systeme werden vor Ort aus lokalen Materialien gebaut, mit Ausnahme der Filter und der Fusspumpe, die aus der Schweiz importiert werden. Parallel dazu informieren unsere Teams die Bevölkerung über die Wichtigkeit des Händewaschens und über Techniken, wie man dies wirksam tut.

Die Resultate sprechen für sich. Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Lavabo kann man sich dank Gravit’eau mit derselben Wassermenge 100-mal so oft die Hände waschen! Eine Schule mit 500 Kindern kann so beim Händewaschen 6000 Liter Wasser pro Monat einsparen. Eine bedeutende Ersparnis, mit der sich die Umweltbelastung dieser lebenswichtigen Handlung reduzieren lässt.

«Dieses System wurde vor zwei Jahren installiert. Die Kinder haben gelernt, sich die Hände zu waschen. Seitdem hatten wir keinen einzigen Cholerafall mehr», Bilama Ibrahim, Gemeindevorsteher, Nigeria.

Crédits photos: ©Tdh

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