23.12.2020 - Nachrichten

Kinder haben ein Mitspracherecht!

2020 feierte Terre des hommes ihr 60-jähriges Jubiläum. Seit ihrer Gründung im Jahr 1960 stehen die Kinder im Mittelpunkt der Mission der Stiftung. Die vergangenen Jahre waren jedoch vom Beginn einer neuen hoffnungsvollen Ära geprägt. Neben der jungen pakistanischen Aktivistin Malala Yousafzai, die für das Bildungsrecht von Mädchen kämpft, und der 17-jährigen schwedischen Umweltschützerin Greta Thunberg, beziehen Tausende andere weniger sichtbare Kinder Stellung zu Gesellschafts-, Umwelt- und Menschenrechtsfragen. Ihre Beteiligung ist ein Recht, das durch Artikel 12 der Kinderrechtskonvention garantiert wird.

Terre des hommes bemüht sich um die Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens, um eine echte Partizipation von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. «Wir fördern und unterstützen die Schaffung geeigneter Ausdrucksräume, wo Kinder mithilfe von Kunst, Sport und Spiel ihre inneren Ressourcen und ihre Widerstandsfähigkeit entwickeln können», hält Maria Bray, Spezialistin für Kinderschutz bei Tdh, fest. Unter unseren Projekten legen #Covidunder19, Clarissa und Youcreate besonderen Wert auf die Beteiligung von Kindern.

#CovidUnder19: Wie erleben Kinder die Pandemie?

Um mehr über die Erfahrungen von Kindern auf der ganzen Welt während der Covid-19-Pandemie zu erfahren und um herauszufinden, was sie ihren Regierungen mitteilen wollen, hat Terre des hommes die Initiative #CovidUnder19 ins Leben gerufen und eine internationale Umfrage gestartet, in Zusammenarbeit mit der UNO und rund dreissig Organisationen sowie Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse der Umfrage geben die Meinung von Kindern und Jugendlichen wieder, sodass ihre Stimmen von den politischen Entscheidungsträgern berücksichtigt werden können. «Kinder sind nicht so verloren, wie man denkt. Sie haben eine Stimme, und keine Stimme sollte ausgeschlossen werden. Ein Kind zu sein, bedeutet nicht, dass unsere Stimmen weniger glaubwürdig sind», sagte ein 10-jähriger Junge von den Philippinen.

Insgesamt 26’258 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren aus 137 Ländern nahmen an der #CovidUnder19-Umfrage teil. 

CLARISSA: Kinder in den Kampf gegen Ausbeutung integrieren

Weltweit sind 152 Millionen Kinder Opfer von Kinderarbeit. Fast die Hälfte von ihnen, 73 Millionen, arbeitet unter gefährlichen Bedingungen. Ziel des Aktionsforschungsprojekts CLARISSA ist es, die Zahl der unter ausbeuterischen Bedingungen arbeitenden Kinder zu reduzieren und dies unter Beteiligung der betroffenen Kinder zu erreichen

In diesem Projekt sammeln Tdh und ihre Partner 1200 Geschichten von Kindern, die von Kinderarbeit betroffen sind, aus Bangladesch, Myanmar und Nepal, um die Situation in Asien zu analysieren. Die Kinder nehmen aktiv an der Aktionsforschung teil: Sie sammeln mit unserer Unterstützung selbst die Geschichten und Erfahrungen ihrer Altersgenossen und analysieren diese Zeugnisse. Ziel ist es, zu verstehen, warum manche Kinder in gefährliche Arbeit verwickelt sind.

In der nächsten Phase des Projekts können Kinder, Familien und Gemeindemitglieder geeignete und innovative Lösungen zur Bekämpfung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit vorschlagen, die dann getestet und ausgewertet werden. Dieser Ansatz kombiniert das Sammeln von Beweisen und "Learning by doing".

Youcreate: Kunstinitiativen organisiert von Kindern und Jugendlichen

Im Rahmen der von Tdh entwickelten Methodik YouCreate können Kinder und Jugendliche eigene künstlerische oder digitale Projekte kreieren und dabei gleichzeitig ihre Autonomie, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihr Selbstvertrauen entwickeln. Zudem werden ihnen Schulungen zum Thema Leadership angeboten.

Yara, ein syrisches Flüchtlingsmädchen, hat in Ägypten am Projekt teilgenommen. Ein Jahr lang hatte sie ihr Zimmer kaum verlassen. In den ersten Tagen der Ausbildung schrieb sie Fragen, die sie stellen wollte, auf einen Zettel, den sie dem Kursleiter gab. Nach und nach begann sie, sich mündlich auszudrücken. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen beschäftigte sie sich mit den Herausforderungen, die sich ihrer Gemeinschaft stellen, und mit möglichen Lösungen. «Dieses Projekt hat mir geholfen, aus meiner Isolation herauszufinden und dem Krieg und seinen Folgen anders zu begegnen», erzählt sie. Heute ist Yara als Freiwillige von Tdh in verschiedene Initiativen involviert.

 

Ein Rückblick: Dies ist der letzte Artikel in einer Serie von 10 Artikeln, die anlässlich unseres 60-jährigen Jubiläums veröffentlicht wurden.

Bildnachweis: ©Tdh/Jean-Luc Marchina

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