18.07.2017 - Nachrichten

Kinderarbeit an der Wurzel bekämpfen

Der G20-Gipfel von letzter Woche in Hamburg, an dem Staats- und Regierungschefs aus 20 Ländern der ganzen Welt teilnahmen, fasste den Beschluss, Kinderarbeit in Lieferketten bis 2025 auszurotten. Betont wurde auch die Verantwortung von Unternehmen, die Kinderrechte zu wahren. Terre des hommes spielt bei der Erreichung dieses wichtigen Ziels eine Schlüsselrolle.

Mit weltweit immer noch 168 Millionen arbeitenden Kindern – 85 Millionen davon verrichten gefährliche Tätigkeiten – besteht in allen Lieferketten die Gefahr, dass Kinder ausgebeutet werden. Der G20-Gipfel in Hamburg behandelte letzte Woche Verletzungen von Menschenrechten und Arbeitsstandards in globalen Lieferketten. Mit einem Fokus auf der Verantwortung der Geschäftswelt, die Menschenrechte am Arbeitsplatz und entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gewährleisten, verpflichteten sich die Länder, wirksame Sofortmassnahmen zu ergreifen, um die Kinderarbeit bis 2025 auszurotten. Eine komplexe Aufgabe, die ein Verfahren erfordert, in dem Regierungen, Unternehmen, Gewerkschaften und NGOs zusammenarbeiten. Terre des hommes positioniert sich hierbei als eine Organisation, die eine Schlüsselrolle zu spielen hat, wenn es darum geht, Unternehmen bei der Erreichung dieses Strukturwandels zu unterstützen.

Peggy Herrmann Ljubicic, Leiterin des Kinderarbeit-Programms, hält fest: «Heutzutage liegt es im besten Interesse von Firmen, das Geschäft und soziale Werte zu maximieren, indem sie die Kinderarbeit eindämmen. Es ist deshalb wichtig, das Problem aus einer neuen Perspektive anzupacken, das heisst, auf die Unternehmen zuzugehen, die in die Lieferkette involviert sind. In konstruktiver und innovativer Partnerschaft werden wir gemeinsam Geschäftsmodelle entwickeln, um das Ziel der Ausrottung von Kinderarbeit und ausbeuterischen Bedingungen auf allen Stufen zu erreichen.»

Bis jetzt konzentrierte sich Terre des hommes auf Hausarbeit, sexuelle Ausbeutung und Kinderarbeit in Kleinunternehmen. Unsere Arbeit im kleinen Massstab in nepalesischen Ziegeleien hat gezeigt, dass es bedeutende Folgen haben kann, wenn mit den Besitzern gemeinsam versucht wird, die Arbeit von unter 16-Jährigen abzuschaffen und diesen Gelegenheit zu geben, zur Schule zu gehen, aber auch die Arbeitsbedingungen von Jugendlichen zu verbessern.

Unser oberstes Ziel ist es, die Kinderarbeit in Lieferketten zu reduzieren. Wir wollen etwas für Kinder bewirken, indem wir mit multinationalen Unternehmen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Menschenrechte und Arbeitsstandards erfüllt werden. Dies geschieht, indem die schlimmsten Formen von Kinderarbeit an der Wurzel bekämpft werden.

2016 leistete Terre des hommes über 200'000 Kindern Hilfe, die von Ausbeutung betroffen waren. Durch «Shared Value» Partnerschaften im Textil-, Bergbau- und Agrarsektor werden wir Wege entwickeln, um Kinderarbeit weltweit auszurotten und die Rechte arbeitender Jugendlicher zu gewährleisten.

Bildnachweis: © Sajana Shrestha