08.01.2013 - Nachrichten

Kolumbien: Intervention für Kinder, Opfer des bewaffneten Konflikts

In diesem Kontext des organisierten Verbrechens wird der Alltag der Bevölkerung im Departamento Cordoba immer schwieriger oder gar gefährlich, weshalb zahlreiche Kolumbianer ihre Heimat verlassen. Terre des hommes (Tdh) entwickelt hier ein neues Projekt, um Kindern zu Hilfe zu kommen, Opfern des bewaffneten Konfliktes in allen Formen: Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen, Zwangsvertreibung, sexuelle Gewalt, Schulabbruch usw. Das Projekt bietet auch Antworten auf psychosoziale Störungen bei vom Konflikt betroffenen Kindern und bekämpft die Mangelernährung bei den unter 5-Jährigen.

Gesundheit

Ziel dieses Teils des Projekts ist die Verbesserung der Gesundheitsbedingungen für Kinder und ihre Familien, indem die Mangelernährung von Kindern gesenkt, Schwangere betreut, das Hygieneverhalten und der Zugang zu Trinkwasser der Bevölkerung verbessert werden.

Dazu werden 120 Gemeinwesenarbeiter (hauptsächlich Mütter) ausgebildet, um ihre Gemeinschaften zu unterstützen. Sie können bei Fragen im Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung und der Vorbeugung von Kinderkrankheiten aktiv werden, gute Hygienepraktiken fördern sowie Frauen und kranke Kinder an geeignete Gesundheitszentren verweisen.

In den ersten acht Monaten 2012 wurden 82 Fälle von Mangelernährung bei Kindern aufgedeckt und an das Kolumbianische Wohlfahrtsinstitut für Familien (ICBF) überwiesen. 153 Mitglieder der Gemeinschaft haben Ende August eine Ausbildung zum Thema Ernährung und die häufigsten Kinderkrankheiten begonnen.

Kinderschutz

Bewaffnete Gruppen profitieren von der Armut, Diskriminierung und mangelnden Bildung, um Kinder als Spione, Händler oder gar Soldaten zu rekrutieren. Terre des hommes setzt sich dafür ein, dass Kinderschutzmechanismen gestärkt werden.

Nicht weniger als 120 Gemeinwesenarbeiter (Eltern von Schülern, Lehrpersonen) sollen nun zur Verstärkung des Kinderschutzes ausgebildet werden. Auf dem Gebiet der Weiterbildung organisiert Tdh ausserdem Kurse für Fachpersonal, das mit Kindern arbeitet.

In der ersten Jahreshälfte 2012 wurden 15 für Gewalt gefährdete beziehungsweise missbrauchte Kinder identifiziert und erhalten seither eine geeignete Betreuung.

Notfallprävention

Zusätzlich zu den bewaffneten Konflikten wird die Region Cordoba regelmässig mit Naturkatastrophen konfrontiert, insbesondere Überschwemmungen. Tdh bietet begünstigten Gemeinschaften Hilfe, hauptsächlich schulischen Einrichtungen, damit sie im Katastrophenfall richtig reagieren können.

Konkret geht es darum, Schutzmechanismen zu entwickeln, die auch einen Notfallplan enthalten. Ziel ist es, die Binnenwanderung infolge von Naturkatastrophen möglichst gering zu halten. Die Aktionen werden in Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Zivilschutz und dem kolumbianischen Roten Kreuz durchgeführt.

Tdh und der Zivilschutz führen nun eine Ausbildung durch, die vermittelt, wie Anstrengungen der Katastrophenvorsorge koordiniert werden können. Im Juni 2012 wurde in Cordoba das Viertel Villa Jimenez stark überschwemmt und die Bevölkerung erhielt bis Oktober 2012 direkte Nothilfe.

Langfristige Ziele

Sämtliche Aktivitäten dieses Projekts bezwecken eine Stärkung des Selbstvertrauens und Know-hows der betroffenen Bevölkerung, dank einem partizipativen Verfahren, in dem der Austausch von Wissen und Erfahrung Vorrang hat. Die Gemeinschaften können ihr Schicksal so selbst in die Hand nehmen, während mit verschiedenen Akteuren geschaffene Synergien zu einer nachhaltigen Lösung der Probleme von Kindern beitragen, Opfern des bewaffneten Konflikts in Kolumbien.

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