14.11.2017 - Nachrichten

Nigeria: Ein Leben nach Boko Haram

Die Gewalt ausgelöst durch die Terrormiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias hat zu einer humanitären Krise geführt. 1.7 Millionen Menschen wurden vertrieben. Es fehlt an Nahrung, Wasser und Hygiene, bereits haben sich fast 5000 Menschen mit Cholera infiziert. Terre des hommes hat daher einen Nothilfeeinsatz rund um Wasser, Gesundheit  und Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in der Region begonnen.

Nigerias Nordosten ist seit Jahren von der Gewalt um Boko Haram geprägt. 1.7 Millionen Menschen wurden von den Anschlägen und Plünderungen aus ihren Dörfern vertrieben und suchen in Flüchtlingslagern Zuflucht. Doch auch hier fehlt es ihnen an Wasser und Nahrung. Die unhygienischen Zustände haben bereits zu einem Choleraausbruch mit 60 Toten geführt und das Risiko für weitere Krankheiten ist gross.

Die Hälfte der betroffenen Bevölkerung sind Kinder, welche besonders unter den Umständen leiden.  Ihnen und ihren Familien kommen wir nun in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden in einem Nothilfeeinsatz zu Hilfe. Dieser konzentriert sich auf den Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias. Die ersten Hilfeleistungen haben bereits in Mafa begonnen, einer von Boko Haram Attacken und Plünderungen geprägten und mittlerweile von der nigerianischen Armee übernommenen Stadt, in der 16‘000 Vertriebene Zuflucht suchen.

Cholera bekämpfen
„Die Zustände in Mafa sind prekär. Die Menschen haben nicht genug sauberes Trinkwasser,  eine Toilette muss für 150 bis 200 Personen reichen, Seife ist nicht vorhanden und es gibt praktisch keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass nun die Cholera ausgebrochen ist“, erklärt Rolland Gueneau, Tdh-Nothilfeexperte, die Situation vor Ort.

Terre des hommes hat begonnen die bestehenden Toiletten zu reparieren und 60 neue zu bauen und daneben Stationen zum Händewaschen einzurichten. Die Wasserversorgung wird durch die Instandsetzung und Verbesserung bestehender Quellen sichergestellt. Das Team vor Ort verteilt ausserdem Hygienekits mit sauberen Wasserbehältern, Seife und Zahnbürsten und informiert die Bevölkerung über Hygienemassnahmen. Das lokale Gesundheitszentrum wird mit Medikamenten und Material ausgestattet.

„Die Menschen sind hier nun enigermassen sicher. Jetzt muss ihnen schnell geholfen werden. Danach müssen wir uns um die Kinder und Familien kümmern, welche noch nicht in einer der grösseren Städte Zuflucht suchen konnten oder sich an Orten befinden, die erst kürzlich zugänglich gemacht wurden“, führt Rolland Gueneau weiter aus.

Bildernachweis: ©Tdh