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08.11.2017 - Nachrichten

«Ich bin seit 10 Tagen hier. Mein Kind ist erschöpft.» - Eine junge Rohingya-Mutter, die im Flüchtlingslager Cox’s Bazar lebt

Ende August 2017 kam es zu einer weiteren Welle der Gewalt gegen die Rohingya-Minderheit im Staat Rakhine. Der Konflikt hat mehr als 600'000 Menschen aus ihren Dörfern vertrieben. Sie überquerten die Grenze, um in der Region Cox’s Bazar in Bangladesch Zuflucht zu suchen. Sie kamen zu den 220'000 bereits dort lebenden Flüchtlingen hinzu. Die Rohingya-Familien leben in äusserst schwierigen Verhältnissen und haben keinen Zugang zu Grundversorgung. Viele von ihnen machten traumatische Erfahrungen, was sie für die ungewisse Zukunft noch verletzlicher macht.

Nach seiner Rückkehr von einer Erkundungsmission Anfang Oktober im Flüchtlingscamp in Cox’s Bazar erzählt Pierluigi Testa, Gesundheitsexperte in der Abteilung für humanitäre Hilfe von Terre des hommes (Tdh), von seinen Erlebnissen und kommentiert einige seiner Fotos.

 

Kutupalong camp, réfugiés Rohingya, Bangladesh

Während unserer Reise besuchte unser Team mehrere Camps. Dieses Foto zeigt, wie eng die Flüchtlinge in den Camps leben und wie rieisig die neuen Camps sind: «Je weiter man geht, umso mehr Hütten findet man hinter den Hügeln», erzählt Pierluigi Testa, Gesundheitsexperte in unserer Abteilung für humanitäre Hilfe. Die neuen Flüchtlingscamps haben überhaupt keinen Strassenzugang, und man kann Menschen mit der Nothilfe nur zu Fuss erreichen. Bei Regen verwandeln sich die Pfade in schlammige Bäche, wodurch sich die Lebensbedingungen der Flüchtlinge noch mehr verschlechtern und der Zugang für humanitäre Hilfe zusätzlich erschwert wird.

 

Burma Para camp, réfuigés Rohingya, Terre des hommes, Tdh Bangladesh

Um die Situation und Lebensumstände der Rohnigya-Flüchtlinge besser verstehen zu können, lief unser Expertenteam stundenlang durch Hügel und  Camps, um die Menschen dort  zu treffen. Sie sprachen mit vielen Familien und befragten sie zu ihren Bedürfnissen, zu ihrem Zugang zu Wasser und Nahrung und zum physischen und psychischen Zustand ihrer Kinder.

 

Kutupalong, zone d'expansion, réfugiés Rohingya, Terre des hommes, Tdh Bangladesh

Im Februar und März diesen Jahres liessen sich Rohingya-Flüchtinge in der Erweiterungszone des Kutupalong-Camps nieder. Sie haben bereits Hilfe erhalten, es wurde zum Beispiel dieser Wasserzugang eingerichtet. Doch obwohl sie bereits vor mehreren Monaten hier angekommen sind, haben sie immer noch keinen gesicherten Zugang zu sauberem Wasser. Bei unserem Besuch stellte das Team fest, dass ein Ablauf fehlt und es keine Schutzbarrieren gibt. Dadurch erhöht sich das Risiko für den Ausbruch von Epidemien durch die schlechte Wasserqualität. Cholera ist in dieser Region endemisch, und mit dem enormen Zustrom an Flüchtlingen verbreiten sich Krankheiten wie Cholera und Durchfall, die durch verunreinigtes Wasser verursacht werden.

 

Camp de Kutupalong, réfugiés Rohingya, père et enfant, Terre des hommes, Tdh Bangladesh

Dieser Familienvater hat seine Frau verloren. Sie wurde bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Myanmar getötet, und nun lebt er alleine mit seinen  vier Kindern. Er hat keine Arbeit und kann die Bedürfnisse seiner Kinder nicht decken, die an Unterernährung leiden. Als wir ihn besuchten, war noch keines von ihnen untersucht oder in ein Ernährungsprogramm aufgenommen worden, obwhol sie bereits seit fünf Monaten im Camp leben.

 

Camp de Burma Para, Bangladesh, réfugiés Rohingya, Terre des hommes, Tdh

«Das erste Mal, als wir in Burma Para waren, waren die Hügel hinter dem Camp noch leer. Als wir diesmal zurückkamen, war das Camp doppelt so gross», erzählt Pierluigi. «Hier leben die Rohingya, die vor weniger als zwei Wochen angekommen sind», fügt er hinzu. Die neuen Flüchtlinge bauen ihre Hütten aus Bambus, Stroh und Abfallsäcken, um sich vor dem Regen zu schützen. Auf dem Boden gibt es nichts, noch nicht einmal Matten. Die Lebensumstände für die neuen Flüchtlinge sind dramatisch. Als wir dort waren, war noch keine internationale Organisation vor Ort.

 

Burma Para camp, Rohingya, réfugiés, Bangladesh, Tdh, Terre des hommes

Dieses Foto zeigt eine Hütte einer gerade angekommenen Familie: Die Frau ist alleine mit ihren drei Kindern von fünf, drei und anderthalb Jahren. Das Einzige, was sie bei der Ankunft im Camp erhielt, waren einige Säcke mit Mais und Mehl, ein Hygienekit und ein Wassereimer, damit sie Wasser holen kann. Sie erzählt uns, wie schwierig es für sie sei, Wasser und Nahrungsmittel zu besorgen, weil sie mit ihren drei kleinen Kindern alleine ist.

 

enfant Rohingya, camp de Burma Para, réfugié, Bangladesh, Terre des hommes, Tdh

Ein Neugeborenes, das kaum 24 Stunden alt ist. Die Mutter hat es alleine in ihrer Unterkunft zur Welt gebracht. Als Pierluigi sie traf, hatte sie noch keinerlei Nachsorge erhalten, weder für sich, noch für das Baby. Als er sie fragte, ob sie dem Baby bereits Milch geben konnte, antwortete die junge Frau: «Ich habe keine Milch». Wenn die Frau selbst zu wenig Nahrung bekommt, kann sie keine Milch produzieren. «Das ist Teil unseres Projekts. Wir werden schwangere  und stillende Frauen sowie Kinder zwischen 0 und 5 Jahren oder älter, mit dem Nötigsten versorgen», versichert er.

 

Réfugiés Rohingya, Camp de Burma Para, Tdh, Terre des hommes, Bangladesh, Enfant, mère

Unsere Experten haben eine sehr hohe Anzahl an unterernährten Kindern festgestellt. Im Gespräch mit den Frauen erzählte uns eine von ihnen: «Ich bin seit 10 Tagen hier. Ich gebe meinen Kindern einmal pro Tag etwas zu essen.» Das Kind, das sie auf dem Arm trägt, ist noch keine zwei Jahre alt. Sie sagt uns, das Kind sei «erschöpft.» Es ist unterernährt.

 

Enfant réfugié Rohingya, Bangladesh, Terre des hommes, Tdh

Hier drückt ein Arzt den Fuss eines Kindes. Mit diesem Schnelltest lässt sich der Grad der Unterernährung eines Kindes erkennen. Es erscheint ein Ödem auf den unteren Gliedmassen, wodurch sich eine Unterernährung feststellen lässt.

Was wir für die Rohingya-Familien tun

Im Moment ist ein Notfallteam vor Ort, um Projekte umzusetzen, die Leben retten. Wir stützen uns dabei auf unsere langjährige Erfahrung in Bangladesch, wo wir im Norden und Süden des Landes bereits seit mehr als 30 Jahren Gesundheitsprojekte umsetzen. Wir organisieren Projekte zur vor- und nachgeburtlichen Gesundheitsversorgung, zur Prävention und Behandlung von Unterernährung, zur Hygiene und sanitären Einrichtungen sowie für psychosoziale Aktivitäten für Kinder und deren Eltern.

Unsere Massnahmen sind durch den sektorübergreifenden Ansatz besonders wirksam. Alle Besuche und Behandlungen der Ärzte enthalten eine Schutzkomponente: unsere Mitarbeitenden erfassen den Gesundheitszustand eines Kindes und behandeln es, während sie gleichzeitig die Situation der Familie und den psychologischen Zustand des Kindes beurteilen. Damit möchten wir sowohl die Sterberate der Kinder und Mütter, als auch die Verletzlichkeit der Rohingya-Flüchtlinge, die am schwersten von dem Konflikt betroffen sind, verringern.

Wir benötigen zusätzliche Ressourcen, um noch mehr Rohingya-Kindern zu helfen. Unterstützen Sie unseren Einsatz noch heute mit einer Spende.

Bildernachweis: ©Tdh