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18.05.2018 - Nachrichten

Soziale Medien im Dienste von migrierenden Kindern

Wie können Kinder und Jugendliche auf der Flucht mit sozialen Medien auf ihrem Weg unterstützt werden? Die Schweizer Kinderschutzorganisation Terre des hommes hat sich dazu entschieden, sich mit dieser Thematik beim Hack 4 Good, ihrem allerersten Hackaton, auseinanderzusetzen.

Ein Hackaton (zusammengesetzt aus den Worten «Hack» und «Marathon») ist eine Veranstaltung, bei der Teams in kurzer Zeit Lösungen für ein bestimmtes Problem entwickeln. Am Wochenende vom 13. – 15. April 2018 haben sich 13 TeilnehmerInnen aus Syrien, Kamerun, Iran und dem Sudan getroffen, um im Rahmen des Festivals «Open Geneva», an dem 30 Hackatons rund um Innovation stattfanden, innovative Lösungen zu entwickeln. Vier Mentoren aus unterschiedlichen Disziplinen (Design Thinking, Kommunikation, Schutz und IT) haben die Teams in diesem Prozess begleitet. 

"Die unermüdliche Motivation der drei Teams und ihr bemerkenswertes Engagement haben die Entstehung verschiedener Ideen ermöglicht, die die Aufmerksamkeit von Terre des hommes und Open Geneva auf sich gezogen haben", sagt Fleure Maricaux, Koordinatorin des Hackathons. An diesem Wochenende wurden drei Ideen entwickelt.

1. Drawing Bridges, Crafting Common Stories: Aufbau einer Online-Plattform (virtueller Safe Space) auf dem kreatives Material (Zeichnungen, Musik, Lieder, etc.) zwischen SchülerInnen der Gastgemeinschaften und jugendlichen MigrantInnen geteilt werden kann. Damit soll langfristig Empathie und eine gemeinsame Erzählung geschaffen werden.

2. MOVE ! «You’re in safe hands»: Entwicklung einer Offline-App mit Inhalten wie Karten, Lexika, juristischen Informationen und Leitfäden zu erster Hilfe. Die Inhalte können heruntergeladen werden und sind Alternativen für MigrantInnen zu den Dienstleistungen der Menschenhändler.

3. Migrant 4 Migrant (M4M): Schaffung eines MOOC (Massive Open Online Course) zu Menschen- und Kinderrechten und der Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Mit dem Angebot wird das Empowerment der jungen MigrantInnen gefördert und ausserdem werden Influencer in den Herkunftsländern dazu aufgefordert, die Inhalte über ihre Kanäle in den sozialen Netzwerken zu verbreiten.

hackathon tdh migration

Obwohl sich alle Teams durch ihre Arbeit und die Qualität ihrer Präsentationen auszeichneten, fiel die Wahl auf M4M, das soziale Netzwerke in ihre Idee integrierte. Die nächsten Schritte für das Gewinnerteam sind eine Marktstudie, wöchentliche Sitzungen mit Tdh und die Teilnahme an einem viertägigen Bootcamp in Budapest zur Weiterentwicklung der Idee.

Das Team Drawing Bridges wurde während des Hackatons von Open Geneva ausgewählt und konnte seine Idee in Genf vor InvestorInnen, UnternehmerInnen, InnovatorInnen und AkademikerInnen, sowie 7 anderen Teams der 30 Hackatons des Festivals präsentieren.

Bildnachweis: ©Tdh

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