26.03.2015 - Nachrichten

Spezialbehandlungen: Welches Kind operieren?

Eine harte Entscheidung

Immer wieder müssen die Ärzte entscheiden, welche Kinder die Chance auf Heilung bekommen. Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab. Einfach ist sie nie. Eine Herzoperation ist aufwendig, nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich. Die Kinder, die in Bern operiert werden, bleiben danach bis zu drei Monate lang zur Genesung in der Schweiz. Wegen des hohen Aufwands muss trotz des Wunsches, jedem Kind zu helfen, pragmatisch abgewogen werden: Wie stehen die Erfolgschancen? Wird eine Operation reichen? Wenn nicht, macht es mehr Sinn, ein Kind dreimal zu operieren oder drei Kindern mit je einer Operation zu helfen?

„Ein Kind zurückzulassen ist eine harte Entscheidung, die einem sehr nahegeht,“ sagt Kadner zwischen Untersuchungen im Kinderkrankenhaus Rabat (Marokko). „Ich werde mich wahrscheinlich nie ganz daran gewöhnen.“

Was ihn aber antreibt, sind Momente wie dieser: Nach der Untersuchung des sieben Monate alten Abdullahs geht Kadner strahlend auf die Eltern zu. „Wir haben uns die Bilder seines Herzens gerade angesehen. Ich denke, wir können ihm helfen.“

Im Rahmen des Programms für medizinische Spezialbehandlungen verfolgt Terre des hommes das Ziel, allen Kindern mit einer schweren Krankheit den Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen.

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