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31.03.2022 - Nachrichten

Südasien leidet unter den Auswirkungen des Klimawandels, und das gilt auch für Kinder.

Laut dem Global Climate Risk Index 2021 stehen Indien auf Platz 7 und Nepal auf Platz 12 der Liste der am stärksten gefährdeten Länder der Welt. Überschwemmungen, Erdrutsche und extreme Wetterbedingungen sind zur Normalität geworden. Welche Auswirkungen hat dies auf Kinder? Welche Rolle können sie spielen? Interview mit Kyra Marwaha, Leiterin der Tdh-Mehrländerdelegation für Indien und Nepal.

Wie erleben Familien und Kinder den Klimawandel in der Region?

Die Sundarbans, eine Gegend am Golf von Bengalen, gehören zu den Gebieten der Welt, die am stärksten mit dem Klimawandel zu kämpfen haben. Die Region wird jedes Jahr von Zyklonen und Überschwemmungen heimgesucht. Die Wirbelstürme zerstören die Häuser und Ernten der Familien, die alles verlieren und ihre letzten Ersparnisse einsetzen müssen, um alles wieder aufzubauen. Es ist ein Teufelskreis, aus dem sie nicht ausbrechen können und der sie in der Armut gefangen hält. Aufgrund der Nähe der Region zum Golf von Bengalen werden bei Überschwemmungen oft Wassersperren durchbrochen, das Salzwasser strömt ins Landesinnere und überflutet Ackerland. Das Salz zerstört die Böden und es kann bis zu ein Jahr dauern, bis sich die Situation wieder normalisiert hat. In der Zwischenzeit kann es zu Wirbelstürmen und weiteren Überschwemmungen kommen. Unter diesen Bedingungen ist das Betreiben von Landwirtschaft sehr schwierig.

Wie stellt sich die Bevölkerung diesen Herausforderungen?

Sie überlebt, weil sie keine andere Wahl hat. Sie findet Anpassungsmechanismen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist sehr gross, einige benachteiligte Gruppen sind aber davon ausgeschlossen und haben keinen Zugang zu gemeinschaftlicher Unterstützung. Menschenhandel ist in den Sundarbans ein sehr grosses Problem. Mädchen und junge Frauen, die Opfer sexueller Ausbeutung geworden sind und in ihre Heimatdörfer zurückkehren, haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Kommt es zu einer Naturkatastrophe, fehlt es ihnen im Allgemeinen an Unterstützung. Ihnen versuchen wir zu helfen.

Welches Klimaereignis hat Sie am meisten beeindruckt?

Im Jahr 2019 fegte in Indien ein heftiger Zyklon über die Küste von Odisha. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen besuchten wir Familien, um herauszufinden, was sie am dringendsten benötigten. Es ging auch darum, mit den Kindern zu sprechen und sie zu Hause zu besuchen – aber die Häuser waren weggefegt! Die Hauswände bestehen hier aus Lehm und die Dächer aus Gras. Es braucht wenig, um sie zu zerstören. Der gesamte Besitz der Familien, ihre Pfannen und Kleider, war vernichtet. Ich erinnere mich, durch ein Dorf gekommen zu sein, in dem alle Kinder versuchten, ihre Schulbücher im Freien zu trocknen. Sie blieben daneben sitzen und blätterten eine Seite nach der anderen um, bis sie trocken waren. Ich war von der Aufmerksamkeit und der Wertschätzung beeindruckt, die sie der Bildung schenkten!

Was brauchten die Kinder am dringendsten?

Die Angst war sehr präsent! Es ist für jeden erschreckend, zu wissen, dass ein Wirbelsturm kommen wird, dass das Haus einstürzen wird und man seine Sachen verlieren wird. Da es sich um Ereignisse handelt, die jedes Jahr wiederkehren, entsteht ein anhaltendes Trauma. Die Kinder sind intelligent und wissen, dass ihre Eltern arbeitslos sein werden, wenn ihre Ernten zerstört werden. Das ist sehr beängstigend für sie. Deshalb sind Aktivitäten der geistigen Gesundheit und der psychosozialen Unterstützung in Notsituationen so wichtig.

Was tut Terre des hommes angesichts dieser Herausforderungen?

Eines unserer Ziele ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit, den Kinderschutz und die Migrationsrouten zu untersuchen. Wir werden ein Projekt lancieren, das sich in den Sundarbans mit diesen Fragen beschäftigt und danach erweitert werden kann. Dank unserer Erfahrung in dieser Region, unseren Partnerschaften und den bestehenden Projekten in den Gesundheitseinrichtungen und den Gemeinschaften können wir die Thematik des Klimawandels in unsere Aktivitäten integrieren. Die geistige Gesundheit und die psychosoziale Unterstützung sind Bereiche, mit denen sich andere Organisationen weniger beschäftigen und für die Terre des hommes über eine solide Erfahrung verfügt. Diese Aspekte sind für Kinder sehr wichtig, vor allem im Katastrophenfall.

Welche Rolle können Kinder spielen?

Kinder sind Umweltschützer! Sie können die Folgen sehen, die der Klimawandel für ihr eigenes Leben hat. Ihnen eine Plattform zu geben, damit sie sich ausdrücken können, und Plädoyer-Aktionen durchzuführen, ist eine Kernaufgabe von Terre des hommes. Wir müssen den Kindern helfen, sich zu dieser für ihre Zukunft so wichtigen Thematik Gehör zu verschaffen.

Was hoffen Sie für die Familien in Asien?

Man würde gerne hoffen, dass es keine Naturkatastrophen mehr gibt, wir wissen aber, dass dies nicht der Fall sein wird. Im Gegenteil: Sie werden an Häufigkeit und Intensität weiter zunehmen. Dennoch hoffe ich, dass wir alle besser informiert und für die Ernsthaftigkeit dieses Problems sensibilisiert sein werden, dass wir beginnen, intelligente Entscheidungen zu treffen, insbesondere die Regierungen und die politischen Entscheidungsträger. Der Grossteil der vom Klimawandel betroffenen Gemeinschaften wie diejenigen, die in den Fischer- und Bauerndörfern in den Sundarbans, leben bereits in prekären Verhältnissen. Wir müssen ihnen eine Plattform geben, damit sie sich zu dieser Frage äussern können. Ich hoffe, dass ihre Stimmen die Politik in Zusammenhang mit dem Klimawandel beeinflussen können, damit dieses Thema endlich zu einer globalen Priorität wird.


Kyra Marwaha, Leiterin der Tdh-Mehrländerdelegation für Indien und Nepal.

Crédits photos: ©Tdh/François Struzik

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