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17.04.2018 - Nachrichten

Südsudan: Mangelernährung in einem Konflikt vorbeugen

Da ihre Äcker zum Schlachtfeld geworden sind, bebauen die Familien von Yei im Südsudan den kleinsten Fleck Land, um in der Stadt zu überleben. Terre des hommes verteilt Saatgut und landwirtschaftliche Geräte, um der Gefahr von Mangelernährung bei Kindern vorzubeugen. Eine Reportage.

Der Geländewagen rumpelt über den rötlichen Feldweg. In der Morgensonne ist die Umgebung in leuchtendes Grün getaucht. «Die Region Yei war die Kornkammer Südsudans», erzählt Ladu Jackson, ein Angestellter von Tdh. «Sie war auch eine Drehscheibe für den Handel.»

Die Kornkammer des Landes ist zum Kriegsgebiet geworden. Und Yei zur belagerten Stadt. Der 2013 ausgebrochene Konflikt stürzte den jüngsten Staat der Welt in eine schwere Ernährungskrise. Sechs Millionen Menschen, das heisst die Hälfte der Bevölkerung, sind betroffen. «Zu Beginn des Bürgerkriegs sind wir noch verschont geblieben, aber die Kampflinie hat sich 2016 bis hierher verschoben», fährt Ladu fort. Mehr als 200'000 Personen, 15 Prozent davon Kinder, leiden in der Region inzwischen an akuter Mangelernährung.

Plünderungen und Ausschreitungen

Das Auto hält im Hof eines Häuschens. Eine müde aussehende Frau bearbeitet ihr kleines Stück Land. Hätte sie gekonnt, wäre Sophia* mit ihren 15 und 16 Jahre alten Kindern weggegangen und hätte sich der Million südsudanesischer Flüchtlinge in Uganda angeschlossen. Die Grenze liegt nur 57 Kilometer entfernt. «Doch die Fahrt durch den Busch ist zu gefährlich», meint sie.

Famille Soudan du Sud, Yei, Tdh combat la malnutrition

Sophia und ihre Kinder, Anna und Roger, können jetzt zwei Mahlzeiten am Tag essen.

Die Regierungskräfte haben die Stadt abgeschottet und erklärt, dass jeder, der sich ausserhalb des 2,5 km breiten, sogenannten «Sicherheitsgürtels» aufhalte, als Rebell betrachtet werde. Trotzdem sind Sophia und ihre zwei Kinder nicht vollständig vor Plünderungen, Vergewaltigungen und Schrecken geschützt: Beiden Krieg führenden Lagern gemein sind Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung. «Soldaten sind nachts eingedrungen und haben mich vor den Augen meiner Kinder verprügelt, weil es nichts zu stehlen gab», erinnert sie sich. «Wir machen abends kein Licht mehr an, um zu lernen», fügt ihr Sohn an. «Man darf keine Aufmerksamkeit erregen…»

Die Mehrheit der 350'000 Einwohner von Yei ist geflohen. 70 Prozent der 50'000 Personen, die Yei nach 2016 wiederbesiedelt haben, mussten ihre Dörfer verlassen und haben in leerstehenden Häusern der Stadt Zuflucht gesucht. So wie die Frauen, die in wenigen Kilometern Entfernung in der sengenden Mittagssonne Auberginen und Peperoni ernten.

Ernährungsmängel vermeiden

Wir unterstützen etwa 4500 Familien in Yei. Das Projekt für urbanen Gartenbau wurde in Zusammenarbeit mit HEKS lanciert, einer Schweizer NGO, die bereits seit mehreren Jahren mit einem lokalen, auf Landwirtschaft spezialisierten Partner in der Region präsent war.Zehn Gramm Saatgut genügen, um Tausende Gemüse zu erzeugen. «Der Gemüseanbau hat den Vorteil, dass er nur wenig Platz benötigt und eine nährstoffreiche Ernährung ermöglicht, die Mängeln vorbeugt», erklärt der Programmassistent der südsudanesischen NGO Muwjo Development Organisation (MDO).

Der Stadt fehlt es jedoch an Böden, um die Selbstversorgung sicherzustellen und die Inflation führt dazu, dass auf Märkten angebotene Lebensmittel unerschwinglich sind. «Viele der auf dem Markt verkauften Lebensmittel werden aus Uganda importiert», erklärt Rachid,  «Die Lastwagen müssen über den Norden und Juba fahren. Das verteuert die Preise.»

Es ist 16 Uhr. Die zwei Kinder von Sophia kommen von der Schule heim, um ihr beim Giessen des Gemüsegartens und bei der Zubereitung des Essens zu helfen. Ihr zweites heute. Vor einem Jahr assen sie nur eine Tagesration. Für viele Bewohner von Yei gilt das noch immer. «Wenn wir die Familien besuchen, sind ihre Kinder nicht bei guter Gesundheit, wir sehen oft eindeutige Anzeichen von Mangelernährung», stellt Rachid besorgt fest. Die zwei Jugendlichen freuen sich aufs Essen. Heute Abend gibt es «Gartenerbsen-Suppe».

Entdecken Sie unsere Bildergalerie über das Projekt der urbanen Gärten in Yei

Lesen Sie die ganze Reportage in unserem Magazin

*Die Namen wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.