COVID-19
Die Pandemie bedroht gefährdete Familien.
19.11.2020 - Nachrichten

Tag der Kinderrechte: «Danke, dass Sie an uns glauben!»

«Damit unsere Zukunft positiv und stabil ist, müssen die Meinungen aller Menschen in der Gesellschaft berücksichtigt werden, unabhängig von ihrem Alter und ihrem Geschlecht», sagt Margarita, 14, aus der Ukraine. Am 20. November ist der internationale Tag der Kinderrechte, eine Gelegenheit, die Bedeutung der Beteiligung von Kindern an Entscheidungen, die sie betreffen, hervorzuheben. Ein Recht, das besonders für Mädchen wichtig ist, die stärker von geschlechtsspezifischer Ungleichheit und Gewalt betroffen sind¹. Es liegt an uns, sie zu unterstützen, damit ihre Stimmen gehört werden! Unter ihnen sind Yesenia, Alaa, Hasina und Margarita, vier Mädchen, die ihre Visionen, Ideen und Pläne teilen, um die Welt von morgen mitzugestalten.

«Gewalt lässt sich nicht mit Gewalt lösen» Yesenia, Kolumbien

Im Rahmen der Kampagne #Creemesitelocuento (Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen das sage) in Kolumbien sprechen junge Menschen ihre Gedanken über Gewalt aus. «Wenn Mädchen und Jugendliche sexuelle, psychische und physische Gewalt erleben, werden sie oft schüchterner, weniger kontaktfreudig und haben weniger Freunde. Sie haben Probleme mit dem Selbstvertrauen», sagt Yesenia aus Tierralta.

«Ich denke, dass der Kampf gegen Gewalt bereits innerhalb der Familie, mit den Eltern, den Geschwistern, geführt wird. Es muss auch in der Schule gelehrt werden. Wir, diejenigen, die es können, müssen ein Beispiel geben. Gewalt wird nicht mit Gewalt gelöst, sondern mit Frieden, indem man Aufklärungskampagnen durchführt und Eltern und Kindern beibringt, gut miteinander umzugehen», sagt Yesenia abschliessend.

Schauen Sie ihr Video (auf Spanisch)

Die 17-jährige Alaa aus Gaza stellt einen Gasdetektor her, um Leben zu retten

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen steht im Mittelpunkt unseres FabLab-Projekts. Diese Fertigungslabors bieten ihnen die Möglichkeit, ihre eigenen Projekte mit digitalen Produktionswerkzeugen zu erstellen.

In Gaza eröffnete Tdh das erste humanitäre FabLab in der Region, um die schulischen und beruflichen Fähigkeiten von benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Dank der vorhandenen Ausrüstung entwickelte die junge Alaa dort ihre Idee. «Ich habe einen Gasleckdetektor erstellt, der Gas, Kohlenmonoxid und Rauch aufspürt. Im Winter verwenden die Menschen Kohle in ihren Häusern während sie schlafen. In vielen Fällen sterben Kinder an Vergiftungen. Wenn der Kohlenmonoxidpegel steigt, weckt der Detektor sie auf, um das Feuer zu löschen. Das Gerät ist nicht teuer, wenn man bedenkt, dass es viele Leben rettet.»

Das erste humanitäre Fab Lab in Gaza, Palästina

Hasina, 17 Jahre alt, vertritt Westbengalen mit ihrem Kabaddi Team

In der westbengalischen Region Indiens nutzt das Kabaddi-Projekt von Tdh diesen traditionellen, von Männern dominierten Sport, um Mädchen zu befähigen und ihr Selbstvertrauen zu stärken, damit sie eine Zukunft schaffen können, die sie führen wollen und die frei von Kinderheirat, geschlechtsspezifischer Gewalt und Menschenhandel ist.

«Bevor ich anfing, Kabaddi zu spielen, hatte ich das Gefühl, keinen Wert zu haben», erklärt Hasina, 17 Jahre alt. «Mein Vater hatte meine Heirat für dieses Jahr arrangiert.» Dank dieses Projekts konnte sie das Vertrauen entwickeln, mit ihrer Familie darüber zu sprechen. «Ich sagte meiner Familie, dass ich nicht heiraten wolle, dass es zu früh und nicht der richtige Zeitpunkt für mich sei.» Nach ihrer Diskussion stimmte Hasinas Vater zu, die Heirat seiner Tochter zu verschieben.

                                                                    Klicken Sie auf das Bild, um das Video zu sehen

«Wir Jugendlichen gelten als die vielversprechende Zukunft der Welt», Margarita, 14 Jahre alt, Ukraine

Als junge Teilnehmerin am YouCreate-Projekt in der Ukraine hat sie ein Wandgemälde in der Schule gegen Mobbing gemacht. Sie spricht über die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen: «Für mich bedeutet Partizipation, zum Leben in der Schule, im Dorf und in der Gemeinschaft beizutragen, mich für die Aktualität und die Probleme der Gesellschaft zu interessieren, aber auch, mich mit Mitschülern zu treffen und Themen zu finden, bei denen wir helfen können.»

«Wir Jugendlichen gelten als die vielversprechende Zukunft der Welt. Wir haben manchmal eine kreativere, fröhlichere und einfachere Vision, um Probleme zu lösen. Wir können uns amüsieren, aber auch nachdenken, Einfühlungsvermögen zeigen, Probleme analysieren und ernste Entscheidungen treffen. Damit unsere Zukunft positiv und stabil ist, müssen die Meinungen aller Menschen in der Gesellschaft berücksichtigt werden, unabhängig von ihrem Alter und ihrem Geschlecht.» Sie endet mit einer Botschaft der Hoffnung und Dankbarkeit: «Diese Zeit des Coronavirus ist für uns alle sehr schwierig. Ich wünsche Ihnen gute Gesundheit und Geduld. Sie haben an uns geglaubt und dafür sind wir Ihnen dankbar!»

Ihre Unterstützung ist wertvoll. Sie ermöglicht es uns, Millionen von Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt zu unterstützen und ihren Stimmen Gehör zu verschaffen. Vielen Dank für Ihre Spende!

"Vieles in meinem Leben hat sich seither verändert: Ich habe an Selbstvertrauen gewonnen, ich habe mich anderen gegenüber geöffnet und traue mich, meine Meinung zu sagen."

Margarita, Teilnehmer am YouCreate Projekt

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