11.12.2018 - Nachrichten

Terre des hommes stellt Kinder ins Zentrum des Globalen Migrationspakts

Ein Achtel oder 31 Millionen aller internationalen Migranten weltweit sind Kinder. Um ihren Zugang zu Schutz und Betreuung zu verbessern, arbeitete Terre des hommes während mehr als 18 Monaten Hand in Hand mit Regierungen und Organisationen der Zivilgesellschaft, um den Globalen Migrationspakt Wirklichkeit werden zu lassen. Dieses wichtige Dokument wurde am 10. Dezember im marokkanischen Marrakesch von 164 Staaten unterzeichnet. Obwohl die Schweiz eine wichtige Rolle in den Verhandlungen spielte, hat sie den Pakt noch nicht unterzeichnet.

Am 10. und 11. Dezember nahm Terre des hommes an der zwischenstaatlichen Konferenz zur Annahme des Globalen Pakts für eine sichere, geordnete und reguläre Migration in Marrakesch (Marokko) teil, die nach dem Globalen Forum für Migration und Entwicklung stattfand.

Die Annahme diese Globalen Pakts (UN-Migrationspakt) ist ein entscheidender Fortschritt im Kampf für den Schutz von Kindern, die migrieren oder in anderer Weise von der Migration betroffen sind. Für Kinder bedeutet dies, dass Staaten sich verpflichten, einer besseren Kooperation Vorrang einzuräumen, um das Kindeswohl zu wahren.

Wird der Migrationspakt adäquat umgesetzt, kann er zusammen mit dem Globalen Pakt für Flüchtlinge eine sehr wichtige Rolle spielen, um wirkliche und notwendige Verbesserungen nicht nur im Leben von Migranten herbeizuführen, sondern auch von Kindern und Familien in Gemeinschaften in Herkunfts-, Transit- und Zielländern.

Terre des hommes hatte den Mitvorsitz der Initiative for Child Rights in the Global Compacts, einer Multi-Stakeholder-Allianz, die über 30 Organisationen der Zivilgesellschaft und UN-Agenturen vereint, mit dem Ziel, sicherzustellen, dass die Kinderrechte im Zentrum der Globalen Pakte stehen. Wir dürfen stolz sein, dass dem nun so ist.

Pierre Cazenave, Senior Advocacy Advisor unseres Migrationsprogramms für Kinder und Jugendliche, der Tdh dieser Tage in Marokko repräsentiert, hält fest: «Diese Konferenz beendet nicht unsere 18-monatige Plädoyer-Arbeit, sondern bedeutet ganz im Gegenteil den ersten Schritt in Richtung einer neuen politischen Realität, die uns helfen wird, Leistungen für Kinder auf eine effektivere Weise zu erbringen, über Grenzen hinweg und in Partnerschaft mit Regierungen, die die Kinderrechte für wichtig erachten.»

Heute besteht ein hohes Engagement von Terre des hommes, anderen Organisationen und Netzwerken der Zivilgesellschaft, die weltweit und auf allen Ebenen daran arbeiten, die Umsetzung des UN-Migrationspakts zu unterstützen, damit Migration für alle funktionieren kann – für die migrierenden Menschen, für die Gesellschaften in den Zielländern und auch für die Menschen in den Herkunftsländern.

Für eine verbesserte Kooperation in Kinder betreffenden Kernbereichen sieht der Migrationspakt eine Reihe praktischer Massnahmen vor wie:

  • Minimierung nachteiliger Triebkräfte der Migration und Verbesserung der Wege für eine reguläre Migration;
  • Verbesserung der Identifizierung von Kindern und ihrer Überweisung an geeignete Stellen;
  • Stärkung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Kinderschutz;
  • Sicherstellung, dass Rückweisungen erst nach der Feststellung des Kindeswohls vollzogen werden;
  • Entwicklung von Alternativen zur Inhaftierung von migrierenden Kindern, die nicht freiheitsentziehenden Betreuungsregelungen den Vorzug geben und die Kinderrechte gewährleisten;
  • Nichttrennung von Familien;
  • Bekämpfung von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit.

Nächstes Jahr feiern wir den 30. Jahrestag der Kinderrechtskonvention (KRK) und wir glauben, dass der Migrationspakt uns helfen wird, die in der KRK enthaltenen Verpflichtungen nicht nur für migrierende Kinder, sondern für alle Kinder voranzutreiben. Terre des hommes wird weiterhin hart arbeiten und Leistungen für Kinder in benachteiligten Gemeinschaften erbringen, auch für migrierende Kinder. Zudem wollen wir sicherstellen, dass wichtige internationale Initiativen wie heute der Migrationspakt Kindern eine Stimme geben. Und dass alle Regierungen merken, dass es ihre Pflicht ist, die Rechte aller Kinder zu wahren.

 

Bildnachweis: ©Tdh/Grace Medina

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