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17.08.2017 - Nachrichten

Worte und Zahlen von Xavier Colin zum Welttag der humanitären Hilfe

Will man die Arbeit humanitärer Arbeiter würdigen, muss man die Relevanz ihres Einsatzes anerkennen und verteidigen, vor allem in Zeiten von «Fake News». Terre des hommes-Botschafter Xavier Colin, Spezialist für Geopolitik und Journalist, nimmt den Welttag der humanitären Hilfe vom 19. August zum Anlass, um einige Gewissheiten zu bestärken, Realitäten besser zu verstehen… und falschen Ideen den Garaus zu machen.

Alles Wirtschaftsmigranten - wirklich?

Migrationswellen? Sind also die meisten, die das Mittelmeer überqueren und europäischen Boden erreichen, in Wirklichkeit Wirtschaftsmigranten und gar keine Flüchtlinge? Eine in gewissen politischen Sphären weitverbreitete Idee. Das Problem: Diese angebliche Mehrheit ist in Tat und Wahrheit eine Minderheit! Statistiken (auf der Basis einer in Griechenland, Italien und Malta in Aufnahmezentren durchgeführten Umfrage des «Economic and Social Research Council») besagen Folgendes: 80 Prozent der «Ankömmlinge» fliehen vor Kriegssituationen und grosser Gewalt in ihren Herkunftsländern (einschliesslich Zwangsarbeit, sexueller Nötigung oder ethnischer Diskriminierung unter anderen Formen von Gewalt). 18 Prozent dieser Menschen anerkennen den rein «wirtschaftlichen» Charakter ihrer Migration. Dies erlaubt, die Realität hinter diesen Zahlen besser zu verstehen: derer, die freiwillig die Heimat verlassen und derer, die keine andere Wahl haben als das Exil. Eine weitere bemerkenswerte Tatsache und nun wirklich keine falsche Idee: Ein Viertel der Ankömmlinge sind Kinder.

Unbegleitete Minderjährige: 10’000 sind laut Europol verschwunden

Unter den Kindern befinden sich auf den Migrationsrouten viele unbegleitete Minderjährige. Eine Hauptsorge im Bereich der Kinderhilfe? Auch hier sind wir gemäss einer umfassenden Studie der Stiftung PorCausa im Besitz ebenso aufschlussreicher wie erschütternder Schätzungen: 2016 sind 63’000 unbegleitete Minderjährige im Gebiet der Europäischen Union angekommen. Mehr als die Hälfte davon aus Syrien und Afghanistan. Doch laut Europol sind 10’000 dieser Kinder verschwunden! Sie fehlen ganz einfach. Natürlich muss man all diejenigen einberechnen – ein Glück für sie –, denen es gelungen ist, unbemerkt zu bereits in Europa lebenden Angehörigen zu reisen. Es gilt zudem, allfällige «Doppelzählungen» und stets mögliche Verständigungsschwierigkeiten zwischen den einzelnen EU-Behörden zu berücksichtigen. Trotzdem sind es Tausende auf sich allein gestellte Mädchen und Jungen, von denen einige Opfer von europäischen Netzwerken der Prostitution und Zwangsarbeit werden. Daher auch der so dringende Handlungsbedarf, dem sich mehrere Programme von Terre des hommes stellen, um derart «vernachlässigten» Kindern Schutz zu bieten.

Südsudan: Rekordzahl getöteter humanitärer Helfer

Südsudan: Rekordzahl getöteter humanitärer Helfer

Eine weitere – traurige – Bestätigung der humanitären Lage mit Hilfe von Zahlen, wie sie sich derzeit unter anderem im Südsudan darstellt: Seit Kriegsbeginn im Jahr 2013 ist hier eine Rekordzahl getöteter humanitärer Helfer zu verzeichnen: 82 Morde! Im laufenden Jahr wurden in diesem Land bereits der Tod von 12 NGO-Angehörigen und 8 Angriffe auf Konvois festgestellt. Diesbezüglich eine Präzision von grosser Bedeutung: Laut neuesten Daten der «Aid Worker Security Database» handelt es sich bei 80 Prozent der 2017 weltweit 208 getöteten, entführten oder schwerverletzten humanitären Helfer um lokale Angestellte. Bemerkenswert ist zudem, dass die Zahl der Ermittlungen, die infolge solcher Übergriffe durchgeführt wurden und mögliche Schuldige vor Gericht gebracht haben, vollkommen im Dunkeln bleibt…

Eine «Hilfsindustrie» am Boomen?

Eine letzte, besonders aussagekräftige Statistik ist dem Genfer Professor Gilles Carbonnier zu verdanken: Aus seiner Studie «Humanitarian Economics: War, Disaster, and the Global Aid Market» (Juli 2017) geht hervor, dass die humanitäre Hilfe eine «boomende» Industrie ist. 1990 entsprach die humanitäre Hilfe 3 Prozent der gesamten Entwicklungshilfe. 2016 belief sich der Anteil der humanitären Hilfe auf 12 Prozent oder, in Zahlen ausgedrückt, 27,3 Milliarden Dollar. Aufgrund der Unfähigkeit vieler politischer Kräfte, diverse Krisensituationen zu lösen, ist die humanitäre Hilfe heute mangels Alternativen ein integraler Bestandteil der Global Governance. Eine gute oder schlechte Nachricht? Zu diesen «wahren» Zahlen muss sich letztendlich jeder eine eigene Meinung bilden...

 

Xavier COLIN

Journalist, Gründer von Géopolitis und Botschafter von Terre des hommes

 

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