13.08.2013 - Nachrichten

Zeit – eine wertvolle Spende

Schätzungen zufolge engagieren sich rund 40% der schweizerischen Bevölkerung in ehrenamtlichen Tätigkeiten. Gemäss Daten des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2010 sind Personen, die sich in einem institutionalisierten Rahmen (Verein, Organisation oder Institution) ehrenamtlich engagieren, in der Regel zwischen 40 und 54 Jahre alt, haben einen höheren Bildungsabschluss, leben in Paarhaushalten mit Kindern und sind berufstätig. Mehr noch als durch die verfügbare Zeit zeichnen sich ehrenamtlich tätige Personen durch ihre gute soziale Integration, ihr persönliches Engagement und ihre für das Ehrenamt nützlichen Kompetenzen aus. Zeit spendet man aber nicht unbedingt nur formell bei der Freiwilligenarbeit in einem Verein oder einer Organisation. Freiwilligenarbeit ist es auch, seinen Nachbarn zu helfen, Kinder zu hüten oder einen kranken Menschen zu pflegen. In diesem Fall gibt es kein typisches Profil, obschon junge Rentner in diesem Bereich am aktivsten sind.

Im Durchschnitt verschenkt ein Freiwilliger pro Monat 13 Stunden seiner Freizeit. An erster Stelle bei den Gründen dafür, warum Menschen Freiwilligenarbeit leisten, steht die Freude, die einem die Freiwilligenarbeit bereitet, gefolgt vom Wunsch, etwas zu verändern, der Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, und dem Bedürfnis, seinen Mitmenschen zu helfen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Terre des hommes

Tdh hat das Glück, auf die Unterstützung einer sehr grossen Anzahl ehrenamtlicher Mitarbeiter zählen zu dürfen: Unsere Stiftung hat über 1‘700 freiwillige Mitarbeiter, die in 36 Regionalgruppen in den drei Sprachregionen organisiert sind. Die Aufgabe dieser Gruppen besteht darin, die Bevölkerung zu informieren und für die Situation der Kinder zu sensibilisieren, den Auftrag von Tdh nach aussen zu tragen und zu vertreten, Gelder zur Unterstützung von Projekten zu sammeln und einen Beitrag zur Unabhängigkeit unserer Stiftung zu leisten. Im Zentrum der Aktivitäten der Gruppen steht die Unterstützung nationaler und regionaler Veranstaltungen sowie die Durchführung lokaler Aktionen – vom Kuchenverkauf bis hin zu Kinderveranstaltungen. Die Freiwilligengruppen (FG), denen wir die Freiheit lassen, ihre eigenen Initiativen umzusetzen, führen die lokalen Aktionen selbständig und unabhängig durch. Auch das Programm für chirurgische Eingriffe wird von ehrenamtlichen Fahrern und Patinnen unterstützt, die die Kinder während ihres Aufenthalts in der Schweiz transportieren und begleiten. Des Weiteren stellen uns professionelle Fotografen ihre Zeit für Reportagen vor Ort zur Verfügung. Einige der für unsere täglichen Aktivitäten unerlässlichen Aufgaben wie die Übersetzung von Dokumenten werden ebenfalls ehrenamtlich erledigt.

Frauen, insbesondere berufstätige Familienfrauen, sind in den Gruppen am stärksten vertreten. In den Komitees, die für die Koordination der Aktivitäten zuständig sind, liegt das Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Personen zwischen 20 und 40 Jahren nehmen sehr zahlreich an sporadischen Aktionen teil, etwa an der jährlichen Aktion Orangen für die Gesundheit der Kinder.

Auch Kinder beteiligen sich an unseren Aktionen: Am Tag der Kinderrechte am 20. November organisieren wir einen unserer wichtigsten Anlässe in der Schweiz: Tausende von Kindern nehmen freiwillig an einer Sensibilisierungskampagne teil, bei der sie sich über Kinderrechte informieren können und im Rahmen einer Solidaritätserfahrung Strassenarbeit verrichten (Schuhe putzen, Autoscheiben wischen), die weltweit den Alltag vieler armer und ausgebeuteter Kinder bestimmt. Neben der Mittelbeschaffung für den Kampf gegen die Kinderausbeutung wird am Tag der Kinderrechte auch ein pädagogisches Ziel – sowohl bei den teilnehmenden Kindern als auch in der Öffentlichkeit – verfolgt. 2012 beteiligten sich über 4’300 Kinder an der Aktion.

Veranstaltungen wie diese haben für Tdh in der Schweiz eine starke Öffentlichkeitswirkung und sorgen für mehr Nähe unter der Bevölkerung, worauf unsere Stiftung grossen Wert legt. Unsere Freiwilligen sind auch Botschafter, indem sie auf die Bevölkerung zugehen. Sie sind die Gesichter von Terre des hommes.

Es darf nicht vergessen werden, dass unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter keinerlei Vergütung erhalten. Jede Person, die man hinter einem Tdh-Stand oder an einer anderen Aktion von Tdh sieht, schenkt freiwillig einen Teil ihrer Zeit, um unsere Stiftung zu unterstützen und ihre Werte zu verteidigen.

Das sagen unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter

„Ich persönlich habe ein Leben, das mich erfüllt. Ich kann lernen, was mir gefällt, und übe einen Beruf aus, den ich liebe. In diesem Sinne erscheint es mir nur logisch, etwas Zeit herzugeben, um Menschen zu helfen, die nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie ich. […]Das ist die Pflicht eines Bürgers seinen Mitmenschen gegenüber. “ So erklärt der junge Freiwillige Guillaume Chauvin vom Komitee FG Fribourg sein Engagement. Er beteiligt sich an der Organisation zahlreicher Aktionen und Veranstaltungen, darunter auch am Orangenverkauf. Seine Aufgaben reichen vom Leiten der Stände bis hin zur Rekrutierung neuer Freiwilliger.

Für Maryse Ducret, die schon seit über 10 Jahren für Tdh im Einsatz steht, entstand der Wunsch, sich zu engagieren, als Reaktion auf die Not gewisser Kinder, auf die sie durch die Medien aufmerksam wurde: „Ich war immer sehr schockiert und traurig, wenn ich Reportagen über mangelernährte Kinder in der Kälte und in Flüchtlingslagern sah. Sobald ich ein bisschen Zeit hatte, stellte ich diese daher in den Dienst von Terre des hommes. Terre des hommes schien mir die beste Kinderschutzstiftung in der Schweiz zu sein. “ Als Präsidentin der FG Nyon widmet sie den Aktivitäten der Gruppe viel Zeit und nimmt an allen Veranstaltungen teil. „Ich freue mich zu wissen, dass wir unseren Teil dazu beitragen, die Not der Kinder zu lindern. Was mich zum Weitermachen bewegt, wenn ich manchmal aufgeben möchte, sind die Erfahrungsberichte der Freiwilligen, die von ihren Reisen vor Ort – in welchem Land auch immer – zurückkehren und uns die noch immer immensen Bedürfnisse all dieser Kinder vor Augen führen. “

Markus Madörin, Freiwilliger bei der FG Zug, fand die vielfältigen Aufgaben und die Freiheit, eigene Ideen in die Praxis umzusetzen, besonders verlockend. Nachdem er den Kinderlauf organisiert hat, ist er nun verantwortlich für den Tag der Kinderrechte in seiner Region. Der Kampf gegen Kinderausbeutung liegt ihm sehr am Herzen. In den Tdh-Aktionen hat er eine ideale Möglichkeit gefunden, um sich in dieser Sache zu engagieren.

Maryse, Guillaume und Markus sowie allen Freiwilligen, die unsere Aktionen organisieren und unterstützen, möchten wir ein grosses Dankeschön aussprechen. Ob Neuling oder Veteran (einige unserer Freiwilligen sind uns schon seit über 30 Jahren treu) – Sie alle machen Terre des hommes zum grössten Kinderhilfswerk der Schweiz!

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