Hazem Wahoud, 19 Jahre alt,
syrischer Flüchtling und Dolmetscher

„Ich glaube, die Arbeitserfahrung mit Tdh hat in hohem Masse zu meinem Integrationsprozess beigetragen. Es geht darum, dass wir etwas Bedeutungsvolles tun, etwas, das das Leben von Kindern und Familien verbessert. Wir geben unser Bestes.“

Im März 2016 erreichte Hazem Wahoub als syrischer Flüchtling Griechenland. Heute arbeitet er als Dolmetscher für Terre des hommes (Tdh). Er erzählt uns, wie seine Arbeit anderen Flüchtlingen für einem reibungslosen Übergang vom Leben in Syrien in das Leben in Griechenland hilft und wie er selbst es geschafft hat, sich in sein Gastland zu integrieren, indem er etwas Bedeutungsvolles macht.

Der damals 18-jährige Medizinstudent musste vor dem Krieg in Syrien flüchten. Nach seiner Ankunft in Athen verbrachte er zunächst einige Zeit in Zelten am Hafen von Piräus, bevor er mit einer Gruppe von anderen Asylsuchenden aus Syrien nach Konitsa in der Region Epirus übersiedelte. „Das Flüchtlingslager in Konitsa war viel besser, verglichen zu den Zelten in Athen. Doch der Gesamtzustand wurde erst drei bis vier Monate später besser, als die NGOs ins Lager kamen und Essen, Bargeld, Rehabilitationsarbeit, Bildung und Freizeitaktivitäten zur Verfügung stellten“, erklärt Hazem.

Dann begann er zusammen mit Terre des hommes in Epirus als Dolmetscher aus dem Arabischen ins Englische zu arbeiten. Hazem empfindet seine Rolle als wesentlich für seinen reibungslosen Übergang vom Leben in Syrien zu dem in Epirus: „Es war eine sehr nützliche und aufregende Erfahrung. Nicht nur, weil es für mich die erste Arbeit auf dem Gebiet war, sondern auch, weil ich mich direkt um die Bedürfnisse anderer Menschen gekümmert habe. Es geht darum, dass wir etwas Bedeutungsvolles tun, etwas, das das Leben von Kindern und Familien verbessert. Wir geben unser Bestes und ich bin sehr glücklich, Teil des Tdh-Teams zu sein.”

Hazem erklärt, dass es für seine Integration in sein Gastland Griechenland zentral war, Teil des von der EU-Kommission geförderten Tdh-Projekts in Epirus zu sein. „Ich glaube, die Arbeitserfahrung mit Tdh hat in hohem Masse zu meinem Integrationsprozess beigetragen. Die meiste Zeit verbrachte ich mit Menschen aus Griechenland. Dadurch konnte ich die Gastgemeinde und ihre Bräuche näher kennenlernen und engere Beziehungen zu den heimischen Menschen aufbauen. Das Leben hier hilft mir auch dabei, das Leben in Europa besser zu verstehen, sodass ich in allen künftigen Lebensbereichen flexibler sein kann.“

“Ich hoffe, eines Tages wieder mit meiner Familie zusammen zu leben: wieder gemeinsam essen und Dinge unternehmen. Ich lebe jetzt mit meiner Schwester in Griechenland, aber ich habe noch zwei Brüder, welche in Deutschland sind und meine Mutter und ein weiterer Bruder leben noch immer in Syrien. Mein Traum ist es also, ein einfaches und friedliches Leben zu führen und meine Familie wiedervereint zu sehen“, schlussfolgert Hazem. „Ich hoffe wirklich, dass der Konflikt endet, damit alle, vor allem die Kinder und Familien, die ich hier während meiner Arbeit für Tdh getroffen habe, die Möglichkeit haben ,ein normales Leben in Frieden zu führen.“

Hazem erhielt kürzlich die Nachricht, dass seine Verlegung nach Deutschland angenommen wurde. Sein Traum, mit seiner Familie wiedervereint zu sein, wird also in Erfüllung gehen.