Heela, 8 Jahre alt,
sogenannte 'Returnee', kann wieder Kind sein

Die vom Sozalarbeiter unternommenen Unterstützungsmassnahmen sind eine unbezahlbare Hilfe für Heela, denn die Familie lebt jetzt friedlicher zusammen und hat ihr Leben so umgestaltet, dass es besser mit jenem eines kleinen Mädchens vereinbar ist.

Nachdem sie fast ihr ganzes Leben lang als Flüchtling in Pakistan verbracht hatte, entschied ihr Vater vor 6 Monaten, wegen den schwierigen Umständen nach Afghanistan zurückzukehren. Gemeinsam mit ihrer Stiefmutter und ihren drei Geschwistern kehrten sie in ein Dorf in der Nähe von Kabul nach Afghanistan zurück. Sie sind damit einer der vielen ‚Returnee‘-Familien, afghanische Flüchtlinge, die nach Jahren des Exils wieder in ihr Land zurückkehren.

In einer schwierigen Situation

Viele dieser Familien sehen sich in ihrem Heimatland jedoch mit schwierigen Bedingungen und Armut konfrontiert. So war es auch bei Heela, die ihrem Vater, einem Geflügelbesitzer, bei der Arbeit zur Hand gehen musste. Deshalb konnte sie nicht zur Schule gehen und jeden Tag, als sie von der Arbeit zurückkehrte, musste sie Hausarbeiten erledigen, zum Beispiel Wasser nach Hause schleppen, putzen und sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Da sie das einzige Kind ist, das von einer anderen Mutter stammt, wurde sie von ihrer Stiefmutter nicht wie ein Familienmitglied behandelt. Sie wurde täglich geschlagen und beschimpft.

Psychologische und soziale Unterstützung

Da nahm Tdh ihre Arbeit in Heelas Dorf auf. Nachdem das Kind identifiziert worden war und nach zahlreichen Hausbesuchen bei der Familie, durfte sie ein von uns errichtetes Zentrum für Kinder besuchen. Dieses wird von einem von Tdh geschulten Ehrenamtlichen betreut. Dank der Spiele und Aktivitäten, die Heela auf psychosozialer Ebene unterstützen, fühlte sie sich immer wohler in der Interaktion mit anderen Kindern.

Beratung für die Eltern

Ergänzend zu dieser Unterstützung führten die Sozialarbeitenden von Tdh zielgerichtete Beratungen für die Eltern zu den Themen Kinderrechte und Kinderschutz durch. Der Familie wurde aufgezeigt, wie negativ es für Heelas Entwicklung ist, wenn sie in so jungen Jahren Kinderarbeit verrichten muss. Der Sozialarbeiter setzte sich auch dafür ein, dass die Situation des Mädchens in der Familie verbessert wird und die ihr entgegengebrachte Gewalt abnahm.

Diese Unterstützungsmassnahmen sind eine unbezahlbare Hilfe für Heela, denn die Familie lebt jetzt friedlich zusammen und hat ihr Leben so umgestaltet, dass es besser mit jenem eines kleinen Mädchens vereinbar ist. Nicht zuletzt wurde Heela für die Dorfschule angemeldet – und bekommt nun Zugang zur Schulbildung.