Pavlo, 14 Jahre,
Flüchtlingskind in der Ukraine

Vor dem Konflikt in der Ukraine war Pavlo ein guter Schüler, der Leichtathletik liebte. In den ersten Monaten in seiner neuen Klasse fühlte er sich jedoch einsam und war aggressiv.

Kindern ihre Lebensfreude wiedergeben

Der 14-jährige Pavlo kommt ursprünglich aus Lugansk und ist letztes Jahr mit seiner Familie nach Kramatorsk gezogen. Vor dem Konflikt in der Ukraine hatte er gute Schulnoten gehabt und sich für Leichtathletik begeistert. Die ersten Monate nach dem Wechsel in die neue Schule in Kramatorsk waren sehr schwierig für ihn, er war oft wütend und aggressiv und stritt mit seinen Klassenkameraden. Er fühlte sich einsam und hatte Mühe, Anschluss zu finden – doch seine grösste Angst war, dass er nie mehr würde Sport treiben können.

Daraufhin schlug ihm sein Lehrer einen Besuch im Kinder- und Jugendtreff vor. Die Kinder von Pavlos Schule gaben ihrer «ludoteka» den Namen «Nilpferd». Sie fanden, dass dieses grosse, ruhige und friedliche Tier den Prozess am besten verkörpere, wie sie wieder zu einem normalen Leben zurückgefunden haben: langsam, aber stetig. Zu Beginn waren Pavlo und seine Klassenkameraden nicht gerade nett zueinander, doch mit der Zeit begann Pavlo an den kreativen Spielen teilzunehmen und war schliesslich vollkommen in die Schule und die Gemeinschaft integriert. Eines Tages verabschiedete er sich voller Freude von seinem Lehrer: «So müssten wir jeden Tag beenden. Danke!» Pavlo treibt heute wieder Sport und hat seine Komfortzone wiedergefunden.

Terre des hommes hat sich in der ostukrainischen Kleinstadt Kramatorsk, im Epizentrum des Konflikts, mit Lehrpersonen und Psychologen zusammengetan, um in Gemeinschaften, die Binnenvertriebene aufnehmen, die psychosoziale Unterstützung für Kinder zu verbessern. Gemeinsam wurden Kinder- und Jugendtreffs, sogenannte «ludotekas», entwickelt.

Name geändert