Klara, Klea und Erjon, 8,8,12,
in Albanien wiedereingegliedert

Die Zwillingsmädchen Klara und Klea und ihr Bruder Erjon leben mit ihren Eltern in einem kleinen Dorf im Norden Albaniens. Tdh erleichterte ihre Wiedereingliederung in Albanien nachdem ihr Asylantrag in Deutschland abgelehnt wurde.

Armut, Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung und limitierte Dienstleistungen in Albanien sind die Hauptursachen, die Menschen zur Migration bewegen. Die Zahl der Zwangsrückführungen hat in den letzten Jahren zugenommen, da viele die Asylvoraussetzungen in Westeuropa nicht erfüllen. Die Rückkehrer stehen vor grossen Herausforderungen dar, vor allem bei ihrer Wiedereingliederung ins bestehende Bildungssystem. Ihre sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen sind oftmals schwieriger als vor der Abreise.

Klaras, Kleas und Erjons Familie ist keine Ausnahme. Wegen Armut und auf der Suche nach besseren Möglichkeiten, wanderte die Familie 2016 nach Deutschland aus, um dort Asyl zu beantragen. „Ich träumte davon, zwei Jahre lang nach Deutschland zu gehen, hart zu arbeiten und etwas Geld zu verdienen, um in Albanien unser eigenes Haus zu bauen, denn wir haben keins hier“, erklärt ihre Mutter. Die Familie investierte ihre gesamten Ersparnisse, um ihren „Traum“ zu verwirklichen. Aber die Realität sah anders aus: In Deutschland lebten sie vier Monate lang in einem Flüchtlingslager während sie auf eine Antwort auf ihren Asylantrag warteten. „Die Bedingungen im Lager waren sehr schlecht; meine Kinder waren immer krank. Und während man auf die Antwort wartet, können die Kinder nicht in die Schule gehen“, sagt sie.

Die Familie erfüllte die Asylvoraussetzungen nicht und musste mittelos und ohne Vorbereitung für deren Wiedereingliederung nach Albanien zurückkehren. Ein Kinderschutzarbeiter aus Lezhe, der von Tdh ausgebildet und regelmässig unterstützt wird, übernahm den Fall, um ihre Bedingungen zu verbessern.

Unser Hauptziel ist die angemessene Wiedereingliederung von zurückgekehrten Kindern und den Schutz von Kindern, die für eine unsichere Migration gefährdet sind. Dies wird in Zusammenarbeit mit Gemeinschaften, der Zivilgesellschaft, Organisationen und Staatsstrukturen unternommen, indem Kindern Zugang zum Bildungssystem und zu sozialen Leistungen verschafft wird. Tdh stärkt die Fähigkeit ihrer Partner, um die vollständige Wiedereinführung der zurückgekehrten Kinder und Familien zu ermöglichen. 

Ein einkommensschaffendes Projekt und Schulunterstützung

Die Familie von Klara, Klea und Erjon haben von ihren Verwandten ein kleines Haus als Unterkunft bekommen, das jedoch in schlechtem Zustand war. Tdh half der Familie, es zu renovieren und gab ihnen Geld, um ein Herd und eine Waschmaschine zu kaufen. Zusätzlich wurde der Familie Kapital gewährt um eine einkommensschaffende Tätigkeit anzufangen. Heutzutage betreiben sie einen kleinen Laden am Eingang ihres Innenhofes, welches ihre täglichen finanziellen Grundbedürfnisse deckt.

Ihre Kinder nehmen an unseren Nachhilfekursen teil, um den versäumten Schulunterricht einzuholen. „Wir gehen gerne zur Schule, wir haben Freunde hier“, sagt eines der Zwillingsmädchen. Sie haben auch an den psychosozialen Aktivitäten des Gemeinschaftszentrums von Tdh teilgenommen, wo sie mit Gleichaltrigen spielen und ihre kognitiven und kreativen Fähigkeiten entwickeln können.

Unsere Kinderschutzarbeiter überwachen die Situation der Familie weiterhin und bieten ihr, falls nötig, weitere Unterstützung. Für Tdh ist die Wiedereingliederung ein fortlaufender Prozess, der langfristige Massnahmen und Begleitung benötigt, damit die zurückgekehrten Familien soziale und finanzielle Unabhängigkeit erreichen können.

Bildnachweis : ©Tdh