Venezolanische Familie mit zwei Mädchen, 9 und 12 Jahre alt,
haben gerade einen Schlafplatz für die Nacht gefunden

«Wir sind bis nach Bucaramanga gelaufen. Wir haben dafür 15 Tage gebraucht. Wir schliefen draussen bei einer Strassenampel.»

Sofia und Camila, zwei venezolanische Schwestern im Alter von 9 und 12 Jahren, sind gerade mit ihren Eltern im Zentrum von SOS Kinderdorf in Bucaramanga, Kolumbien, angekommen. Sie sind am Ende ihrer Kräfte und traumatisiert – sie mussten einige Wochen auf der Strasse leben.

«Wir hatten ein Haus in Venezuela und schauen Sie, wo wir heute stehen», sagt ihr Vater Osmar. «Wir sind bis nach Bucaramanga gelaufen. Wir haben dafür 15 Tage gebraucht. Wir schliefen draussen bei einer Strassenampel. Das Schwierigste war, als die Kinder zu mir sagten: ‹Papa, ich habe Hunger.› Und es gab nichts zu essen. Man fühlt sich schrecklich. Und es ist nicht unsere Schuld. Wir haben keine politische Ideologie Für den Moment haben sie einen sicheren Ort zum Schlafen gefunden, wo die Mädchen mit anderen Kindern spielen können. «Wir möchten in Kolumbien bleiben, um ein Leben in Würde zu führen. Wir müssen stark bleiben und kämpfen. Für unsere Kinder. Für ihre Ausbildung», betont ihre Mutter.

Foto: Sofia (links) und Camila (rechts) mit ihren Eltern

Die Mädchen sind schon eine Zeit lang nicht mehr in der Schule gewesen, weil diese in Venezuela geschlossen wurden. Sie strahlen, wenn sie von ihren Träumen sprechen. Camila will Tierärztin, Flugbegleiterin oder Ärztin werden und die jüngere Sofia Reggaeton-Sängerin.

 

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Bildernachweis: ©Tdh/Sebastian Delgado