Riccardo Lampariello,
Leiter des Gesundheitsprogramms von Tdh

«Neue Technologien sind vielversprechend im Gesundheitsbereich, um das Problem der Kindersterblichkeit in den Griff zu bekommen.»

«Im Jahr 2017 starben 5.4 Millionen Kinder unter 5 Jahren. Obwohl diese Zahl sich seit 1990 verbessert hat, sind es immer noch 15’000 Kinder täglich, oft aufgrund von verhinderbaren Krankheiten, die einfach und bezahlbar zu behandeln wären. Dieses Problem ist auf zwei Regionen konzentriert: Subsahara-Afrika und Süd-Ost-Asien. Dort ist das Risiko, als Kind vor dem 5. Geburtstag zu sterben, mit einer unakzeptablen Rate von 1 zu 10 veranschlagt.

Fokus auf vorgeburtliche Gesundheit

Die Hälfte der 5,4 Millionen Kinder sterben im ersten Lebensmonat und davon sind etwa eine Million Kinder schon am Tag ihrer Geburt betroffen. Zusätzlich gibt es 2,6 Millionen unbeachtete Todgeburten und 300’000 während der Geburt sterbende Mütter. Somit ist es sehr wichtig, in die Gesundheit von Müttern und Kindern vor, während und nach der Geburt zu investieren. Gemäss Schätzungen der WHO werden mehr als 60 Länder das nachhaltige Entwicklungsziel, die Neugeburtensterblichkeitsrate auf 12 Todesfälle pro 1000 Lebendgeburten zu senken, bis 2030 nicht erreichen.[i]

2018 hob das Magazin The Lancet klar die Förderung der Gesundheitsqualität als einen der wichtigsten Ansätze hervor, um viele junge Leben und dasjenige der Mütter zu retten. In den abgelegenen Gesundheitszentren der ärmsten Gebiete der Welt hat es weder gut ausgebildetes noch geübtes Gesundheitspersonal, dem es ausserdem noch an den entsprechenden Arbeitsinstrumenten fehlt.

Neue Technologien sind vielversprechend im Gesundheitsbereich, um das Problem der Kindersterblichkeit in den Griff zu bekommen: Sie liefern Arbeitshilfsmittel, um die Diagnosen zu verbessern; sie können Daten aus erster Hand sammeln und weiterverarbeiten, um bessere Behandlungsentscheide zu fällen; und wenn sie in Echtzeit gespeichert werden, können Epidemie-Ausbrüche vorhergesehen werden, sowie schnelle Tests durchgeführt werden, um keinen teuren Versand von Proben in entfernte Labors machen zu müssen.

Tdh hat in den letzten fünf Jahren in Innovation investiert, die beispiellose Ergebnisse hervorbrachten: Millionen Kinder werden mit digitalen Hilfsmitteln untersucht; akkurat schnelle Tests und Screens für tödliche Krankheiten werden durchgeführt; künstliche Intelligenz wird für das medizinische Versorgungsmanagement gebraucht und maschinelles Lernen durch Algorithmen wird zur Verbesserung der Diagnose angewandt.  Da ernährungsbedingte Faktoren für die Hälfte aller Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren verantwortlich sind, nutzt Tdh einen digitalen Ansatz, welcher die Mangelernährung mit der Behandlung der Kinderkrankheiten verknüpft. All dies hat zum Ziel, das örtliche Gesundheitssystem zu stärken und Kinderleben zu retten!»