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20.11.2021 - Pressemitteilungen

«Kinder werden ab dem Alter von 7 Jahren vor Gericht gestellt»

Nach dem einwöchigen Weltkongress zur Jugendjustiz besiegeln die Teilnehmer ihr Engagement für die Nichtdiskriminierung und die Inklusivität junger Menschen. Die Justiz muss jedes Verfahren an die Situation des Kindes anpassen und Massnahmen ohne Freiheitsentzug bevorzugen. Die von der NGO Terre des hommes mitorganisierte Veranstaltung identifizierte mehrere Verstösse gegen die Kinderrechtskonvention. Diese Konvention feiert heute ihr 32‑jähriges Bestehen.

Am Ende des Kongresses wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde. Sie besiegelt die Verpflichtung der Akteure in Justiz und Politik, in öffentlichen Einrichtungen und der Staaten, Hand in Hand mit jungen Menschen zu arbeiten, um allen Kindern weltweit einen gleichberechtigten, diskriminierungsfreien und inklusiven Zugang zur Justiz zu gewährleisten. Obwohl der Grundsatz der Nichtdiskriminierung ein Grundpfeiler der Kinderrechtskonvention ist, werden junge Menschen immer noch regelmässig von der Justiz benachteiligt. «Im Nahen Osten können Kinder bereits im Alter von 7 Jahren verfolgt und vor Gericht gestellt werden. Sie werden unter denselben Bedingungen und in denselben Einrichtungen wie Erwachsene inhaftiert», bedauert Taghreed Jaber, MENA-Regionaldirektorin von Penal Reform International.

Das Gerichtsverfahren sollte auf die Bedürfnisse, die Situation und den Gesundheitszustand des Kindes zugeschnitten sein. Es sollte psychosoziale Unterstützung angeboten werden, um dem Kind und seiner Familie zu helfen, die Ereignisse zu verarbeiten. Entjustizialisierung, restaurative Justiz und Massnahmen ohne Freiheitsentzug sollten gefördert werden: die Rehabilitation und Wiedereingliederung junger Menschen anstelle einer Verurteilung kann die Rückfälligkeit verringern.

Kinder, die mit der Justiz in Berührung kommen, sind mit zahlreichen Formen von Widrigkeiten konfrontiert, die sich oft häufen und kriminelles Verhalten begünstigen: häusliche Gewalt, Ungewissheit, Diskriminierung, Ausschluss von der Bildung. «Diese Schwierigkeiten und das Leid, das sie verursachen, werden nicht ausreichend anerkannt. Wir müssen mit jungen Menschen und ihren Familien zusammenarbeiten, um frühzeitig auf diese Situationen zu reagieren und Lösungen zu finden, in die wir investieren können. Damit ist die weltweite Unterstützung bei der Umgestaltung dieser ungerechten Systeme im Dienste unserer Gemeinschaften gewährleistet», berichtet Iliana Pujols, Mitglied der Beratungsgruppe der unter 25-Jährigen, die an der Gestaltung des Kongresses und der verschiedenen Konferenzen beteiligt ist.  

An dem vom Schweizer Kinderhilfswerk Terre des hommes mitorganisierten Event nahmen mehr als 4800 Teilnehmer aller Altersgruppen aus fast 100 verschiedenen Ländern teil.

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