13.11.2016 - Pressespiegel

Lausanne-Präsi Joseph macht kranke Kinder glücklich

Lausanne-Boss Alain Joseph ist kein Fussballpräsident von der Stange. Er unterstützt Hilfsprojekte in Afrika. Und quartiert kranke Kinder bei sich zu Hause ein.

Der Versuch der Erklärung ist schwierig. Warum? Warum unterstützt man selbstlos Hilfsprojekte? Spendet einen Teil seines Vermögens für Kinder in Afrika? Joseph versucht zu erklären, sagt, er sei in seinem Job aufgegangen, habe es weit gebracht, was ihm erlaube, die Seinen zu verwöhnen. «Ich mag es, wenn die Leute um mich herum glücklich sind. Und ich versuche, jene glücklich zu machen, die es nicht sind.»

Das ist die Geisteshaltung, mit der Joseph vor Jahren beschliesst, Terre des Hommes zu unterstützen. Ein anfänglich rein finanzielles Engagement, das sich Joseph als VR-Präsident und Besitzer der grössten Bauabdichtungs-Firma der Romandie mit 300 Mitarbeitern leisten kann. Doch bald reicht nur Geld schütten dem Lausanne-Boss nicht mehr.

 

Kids mit Herzproblemen

«Alles begann vor fünf Jahren bei einer Diskussion mit meiner Frau», sagt er. «Da beschlossen wir, afrikanische Kinder zu beherbergen.» Seither hat die Familie sieben noch nicht zweijährige Kinder bei sich einquartiert, die sich hauptsächlich von Herzoperationen in der Schweiz erholen, bis ihr Gesundheitszustand die Rückkehr zu ihrer Familie erlaubt.

Die Kinder kamen aus Mauretanien, Togo, Benin, Algerien und dem Irak. Bedingung für die Aufnahme: Die Gastfamilie darf nach der Rückführung keinen privaten Kontakt mehr zum Kind haben. Joseph: «Das verstand ich zuerst nicht. Mittlerweile schon. Das kann zu viel Eifersucht seitens der eigentlichen Familie führen, was schädlich wäre. Aber klar: Die Trennung nach einem langen Aufenthalt bricht einem das Herz! Umgekehrt macht genau diese enge Bindung diese Sache so schön.»

Eine Reise mit Folgen

Im Rahmen einer von Terre des Homes begleiteten Reise ist eine Rückführung eines Kindes indes möglich. Die Josephs bringen so die kleine Maimouna nach Mauretanien zurück. Bei Begegnungen mit der Nomadenfamilie in Nouakchott beschliessen die Josephs, weitere Projekte von Terre des Hommes zu unterstützen. «Dabei wollen wir nicht einfach spenden, sondern uns konkret um Projekte kümmern», so Joseph, der dies gemeinsam mit seinem Bruder Yves macht.

Solch ein Projekt ist ein Entbindungsheim in Cotonou in Benin, das in katastrophalem Zustand war: Keine Matratzen auf den Betten, schmutzig, verlassen – es war so schlimm, dass die Frauen lieber zu Hause entbanden. Nun steht das neue Heim. Joseph besucht es mit seiner Familie, seiner Frau und seinen vier Kindern. Findet fünfzig Frauen dort vor. «Alle lachten. Es war eindrücklich.»

Da vergisst Joseph selbst den Fussball. Für den Benin-Besuch liess er das Romand-Derby gegen Sion sausen. Dank Fabio Celestini, der den Klub wie ein englischer Manager im Griff hat, war das möglich, was noch vor zwei Jahren undenkbar schien.

Ist der Kontrast zwischen der Glitzer- und Glamourwelt des Fussballs und den Zuständen in Afrika nicht schockierend? «Das vergleiche ich nicht», sagt Jospeh. «Was ich aber verlange: Dass jeder hier sich bewusst ist, welches Privileg es ist, hier geboren zu sein.»

Den vollständigen Artikel des Blicks finden Sie hier.

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