Bekämpfung von Gewalt im Korogocho-Slum in Nairobi

Präventions- und Schutzmassnahmen gegen Gewalt an Kindern und gegen den Missbrauch und die Vernachlässigung von Kindern im Korogocho-Slum in Nairobi

Bekämpfung von Gewalt im Korogocho-Slum in Nairobi

In Korogocho, einem der grössten Slums der kenianischen Hauptstadt Nairobi, leben 200'000 Menschen zusammengepfercht auf nur 1,5 Quadratkilometern. Gewalt ist dort weit verbreitet. Viele Kinder sind zahlreichen Risiken ausgesetzt: Armut, Schulabbruch und Missbrauch – einschliesslich erzwungenem und einvernehmlichem Geschlechtsverkehr aus finanziellen Gründen –, Teenagerschwangerschaften, frühe Heiraten und weibliche Genitalverstümmelung.

Terre des hommes hat 2015 in Korogocho ein Projekt zur Bekämpfung der Gewalt gestartet, mit dem sichergestellt werden soll, dass Kinder in einem sicheren Umfeld und von ihren Familien beschützt aufwachsen können. Um dies zu erreichen, haben wir ein Gemeinschaftsmodell der kenianischen Regierung – das Nyumba Kumi (zehn Haushalte) – übernommen. Dieses Konzept basiert auf der afrikanischen Ubuntu-Philosophie («Ich bin, weil wir sind») und ermutigt Nachbarn, einander zu unterstützen. Nyumba Kumi fokussiert auf die Familie als Zentrum des Wohlbefindens und des Schutzes eines Kindes und mobilisiert Zusammenschlüsse von jeweils zehn Familien. Dies schafft eine Bindung innerhalb der Gemeinschaft, die als Ganzes für das Wohlbefinden der Kinder zuständig ist. Zudem steht den Kindern so mehr als nur ein Ansprechpartner zur Seite, an den sie sich wenden können.

Unser Team vor Ort arbeitet an der Stärkung der Familien- und Gemeinschaftsbindungen und stellt sicher, dass Eltern und Behörden zum Kinderschutz geschult werden. Unsere Mitarbeitenden betreuen Kinder, die Gewalt erfahren haben, und vermitteln durch Spiel und Sport gesellschaftliche und menschliche Werte. Zudem stellen sie sicher, dass Kinder Zugang zu Schulbildung haben. Kinder, welche die Schule aufgrund von Missbrauch und Vernachlässigung verlassen haben, können die Schule wiederaufnehmen. Jugendliche mit Lernschwierigkeiten erhalten spezielle Unterstützung und für die Jüngsten schulen wir Erzieher mit Fokus auf Kleinkinder.

Unsere Experten organisieren zudem gemeinsam mit den Regierungen und gemeinschaftsorientierten Organisationen Kinderschutz-Werkstätten. Ausserdem profitieren Haushalte, die von Frauen oder Kindern geführt werden, von einem Spezialfonds, der geschaffen wurde, um auf deren dringendste Bedürfnisse zu reagieren.

 

„Die Kinder verharren allzu oft in Schweigen“

Joyce Wamaitha Kiarie, Psychologin von Tdh in Korogocho

Zum vollständigen Erfahrungsbericht