COVID-19
Die Pandemie bedroht gefährdete Familien.

Hebammen, die in Kabul Hausbesuche machen

Die Hebammen in Kabul und den umliegenden Gebieten machen Hausbesuche, um die Kinder- und Müttersterblichkeit zu reduzieren und arbeiten an der allgemeinen Verbesserung der Gesundheit von Mutter und Kind.

Mobile Hebammen in Kabul

Aufgrund der andauernden Konflikte und der geografischen Abgeschiedenheit gewisser Regionen haben afghanische Frauen nicht überall Zugang zur Gesundheitsversorgung. Dies erklärt, weshalb Anfang der 2000er Jahre Schwangerschaften und Geburten zu den Haupttodesursachen von Müttern zählten. Die Vertreibung grosser Bevölkerungsgruppen verschlimmerten das Problem zusätzlich. Eine der wirksamsten Methoden zur Reduktion von Sterbefällen ist, Frauen und Neugeborene professionell und kontinuierlich ab Beginn der Schwangerschaft bis zu den ersten Lebensmonaten des Säuglings zu begleiten. Dies wird seit 1996 durch das Gesundheitsprojekt von Terre des hommes ermöglicht.

 

Derzeit arbeiten wir in mehr als 20 Camps für intern Vertriebene in Kabul. Diesen fehlt es an allem, sie wohnen oft weit weg vom Gesundheitswesen und haben sehr selten fliessendes Wasser. Kleine Kinder leiden in der Regel an Mangelernährung und Anämie. Mütter sind einer frühen Ehe und wiederholten Schwangerschaften ausgesetzt.

Die von Tdh weitergebildeten Hebammen machen Hausbesuche in den am stärksten benachteiligten Gebieten bei Müttern und ihren Kindern. Bei den Besuchen unterstützen sie die schwangeren Frauen, betreuen sie während ihrer Schwangerschaft und begleiten sie während und nach der Geburt. Die Hebammen nutzen diese Treffen auch, um die Geburt mit den Ehemännern und Familien der Frauen zu besprechen und um diese zu überzeugen, für die Entbindung in ein Gesundheitszentrum zu gehen. Zudem geben sie den Rat, sich und die Kinder impfen zu lassen und stellen Material bereit, mit welchem die Frauen in einem hygienischeren Umfeld gebären können. «Früher wurden wir nicht geimpft, wir gingen nicht ins Krankenhaus, um zu gebären. Einmal starb eine Mutter bei der Geburt. Das passiert jetzt nicht mehr», sagt Tashbibi, eine 22-jährige Frau und Mutter von zwei Kindern, die von Tdh unterstützt wurde.

 

In den entscheidenden Momenten vor Ort sein

 

Die ersten Stunden, Tage und Wochen nach der Geburt sind für die Mutter und das Neugeborene besonders kritisch. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Todesfälle während und unmittelbar nach der Geburt passieren, hauptsächlich aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen. Geschulte Hebammen können Risiken früh erkennen und Frauen bei Bedarf an Gesundheitszentren überweisen.

Durch die enge Beziehung, welche die Hebammen dank ihrer Arbeit mit den Familien haben, können sie auch Rat zur Familienplanung und zur Kindergesundheit geben sowie in der Gemeinschaft Gruppentreffen von Müttern und jungen Frauen organisieren. Die Verbesserung der Gesundheit wird somit auch mit Sozialarbeit verbunden.

 

«Das Haus-zu-Haus-Konzept hat grosse Bedeutung in Afghanistan. Die Hebammen kennen den soziokulturellen und epidemiologischen Gesundheits- und Ethikkontext von Müttern und Neugeborenen – eine unabdingbare Basis für eine adäquate Betreuung.»

Dr. Noor Khanum, Verantwortliche des Gesundheitsprojekts in Kabul

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