Kinder nicht aus Migrationsgründen inhaftieren

Die Administrativhaft von migrierenden Kindern in der Schweiz entspricht nicht dem besten Interesse des Kindes - ein Recht, für das sich unser Land international verpflichtet hat. Mithilfe von Plädoyer-Aktionen und Studien in der Schweiz setzt sich Tdh dafür ein, dass migrierende Kinder nicht mehr in Administrativhaft genommen werden.

Die Administrativhaft entspricht niemals dem besten Interesse und dem Wohl des Kindes

 

In der Schweiz können junge Migranten im Alter von 15 bis 18 Jahren für maximal 12 Monate  rechtmässig in Administrativhaft genommen werden. Die Administrativhaft entspricht jedoch niemals dem Wohl des Kindes. Schon ein Freiheitsentzug von kurzer Dauer hat verheerende und unumkehrbare Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und die Ausübung der Rechte von Kindern. 

Der Einsatz von Terre des hommes

Terre des hommes setzt sich dafür ein, dass Kinder nicht mehr aus administrativen Gründen im Zusammenhang mit der Migration inhaftiert werden. Die Anwendung des Bundesgesetzes über die Administrativhaft von Migrantenkindern im Alter von 15 bis 18 Jahren ist in der Schweiz unterschiedlich. Ihre Zuordnung zu dem einen oder anderen Kanton hat einen radikalen Einfluss auf die Behandlung, auf die sie Anspruch haben, da die Unterschiede zwischen den Kantonen so gross sind.

Noch beunruhigender: Tdh stellte fest, dass die Inhaftierung von Kindern unter 15 Jahren, obwohl verboten, unabhängig davon, ob sie von ihren Eltern begleitet wird oder nicht, in einigen kürzlich befragten Kantonen als Praxis beobachtet wurde. Zudem ist das Fehlen verlässlicher Daten des Bundes über die Zahl der inhaftierten minderjährigen Migranten beunruhigend und verzerrt die Analyse. Dies wird im Bericht 2018 von Tdh "Bestandesaufnahme zur Administrativhaft von minderjährigen MigrantInnen in der Schweiz" angeprangert, der auch Alternativen ohne Freiheitsentzug zur Verwaltungshaft empfiehlt. Bereits 2016 hatten wir unseren Bericht «Illegale Inhaftierung von Migrantenkindern in der Schweiz» veröffentlicht, um einen Überblick über diese Praxis in der Schweiz zu erhalten. Nach neuen gesammelten Daten wurden zwischen 2015 und 20176 83 Kinder in Administrativhaft genommen.

 

«Migrierende Kinder, sei es begleitet, von ihren Eltern getrennt oder unbegleitet, dürfen nicht in Gewahrsam genommen werden. Der Migrationsstatus darf in keinem Fall eine Widerrechtlichkeit darstellen.»

Dr h.c Jean Zermatten, ehemaliger Präsident des UN-Kinderrechtsausschusses

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