Kinderausbeutung in Goldminen bekämpfen

Tdh hat eine App erstellt, die Daten von arbeitenden Kindern erfasst und Verletzungen von Kinderrechten im Goldbergbau von Gazourgou aufdeckt. Dieses Tool hilft, Kinder zu unterstützen und positive Veränderungen zu bewirken, indem wir politische Instanzen informieren.

Die Ausbeutung von Kindern ist im Goldbergbau weit verbreitet. Der Hauptsitz von Tdh befindet sich in der Schweiz, dem Land, das von 70 Prozent des Goldes der Welt durchlaufen wird. Es ist unsere moralische Pflicht, Kinder aus Burkina Faso zu schützen, die unter gefährlichen Bedingungen arbeiten, um dieses Edelmetall zu gewinnen. Wir haben 2017 eine mobile App entwickelt, um Verletzungen der Kinderrechte aufzudecken.

In Burkina Faso gibt es über 600 Goldminen, in denen Kinder 30 Prozent der Arbeitskräfte stellen. Probleme wie Kinderarbeit übersteigen die Kapazitäten des Staates. Unsere mobile App entwickelten wir in Ganzourgou, einem der wichtigsten Bergbaugebiete des Landes.

Ein innovatives Tool, um Probleme von Kindern in den Minen zu melden

Unsere mobile App, ein innovatives Instrument für den Schutz von Kinderarbeitern, hilft Gemeinschaftsakteuren, die in den Schürfgebieten von Pousghin, Nobsin, Kagtanga und Kiètenga präsent sind, Informationen zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kindern zu sammeln. Ein in die App integriertes Früherkennungssystem erlaubt umgehend Fälle per SMS an Sozialarbeiter, Gesundheitspersonal und Polizisten zu melden. Diese Akteure können so Kinder betreuen, die entweder Opfer eines Unfalls, einer Krankheit oder von Gewalt sind, beziehungsweise die Örtlichkeit verlassen haben. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Sozialdiensten für den Kinderschutz ermöglicht zusätzlich, unseren Einfluss längerfristig zu sichern.

Eine effiziente Datenerfassung

2017 wurden in vier Schürfgebieten, in denen Tdh präsent ist, 2000 Kinder erfasst, von denen 1800 ins Goldschürfen und Goldwaschen involviert waren. Das Durchschnittsalter dieser Kinder betrug 13 Jahre und über 53 Prozent gingen nicht zur Schule. „Dank dieser App konnten wir über 300 Kindern helfen, wieder zur Schule zu gehen“, erklärt Julienne Wanré, unsere Kinderschutzprogramm-Mitarbeiterin in Burkina Faso. Solche Daten verleihen Änderungsbegehren, die an politische Instanzen gestellt werden, mehr Gewicht. 2018 werden wir in Zusammenarbeit mit politischen Akteuren einen Workshop zum Thema organisieren.

 

 

„Ich arbeite hier seit mein Vater eine Behinderung hat, um meiner Mutter zu helfen.“

Issa, Kinderarbeiter in den Goldminen von Burkina Faso

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