MISTO AVILEAN! Integration von Roma-Migrantenkindern in der schulischen Ausbildung

Dieses Projekt fördert die Integration von Roma-Migrantenkindern im Bildungssystem von drei betroffenen Ländern - Rumänien, Frankreich und Spanien.

Migrierende Roma-Kinder werden häufig von der Schulpflicht ausgeschlossen. Die mangelnde Koordination zwischen Schulen in Herkunfts- und Zielländern, oft in Verbindung mit diskriminierendem Verhalten, erschwert den Kindern den Zugang zu ununterbrochener und qualitativer schulischer Bildung. Terre des hommes (Tdh) und ihre Partner haben ein Projekt initiiert, um ihnen diese Ausbildung zu ermöglichen.

 

Untersuchungen zeigen, dass Roma von 41% der Bevölkerung in Spanien und von 66% der Bevölkerung in Frankreich negativ wahrgenommen werden. Migration verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Roma-Kinder die Schulpflicht vollständig erfüllen können: In Frankreich sind 55% der rumänischen Roma-Kinder zwischen 7 und 10 Jahren (gegenüber 19% in Rumänien) und 53% der 11 bis 15-jährigen (gegenüber 39% in Rumänien) nicht in der Schule eingeschrieben. Auch Spanien tut sich schwer, die Schulpflicht bei fahrenden Familien durchzusetzen. Durch die Zusammenarbeit mit AFEJI in Frankreich und der Fundación Secretariado Gitano (FSG) in Spanien möchte Tdh länderübergreifende Kooperationsmechanismen in 60 Schulen entwickeln und die Integration von 200 Roma-Kindern in eine ununterbrochene Schulpflicht sicherstellen. Das Projekt „MISTO AVILEAN!“ (auf Romani „willkommen!“) ist ein Modell der Zusammenarbeit und Integration, das auch von anderen Schulen und Ländern genutzt werden kann.

 

Länderübergreifende Zusammenarbeit für eine ununterbrochene Schulpflicht

In Gesprächen mit Roma-Familien und Bildungsfachleuten erkennen wir die Schwierigkeiten bei der Einschulung von Roma-Kindern, die in den drei EU-Mitgliedstaaten Rumänien, Spanien und Frankreich unterwegs sind. Die Hindernisse werden durch einen länderübergreifenden Kooperationsmechanismus angegangen, der zwischen Bildungsexperten und Institutionen in Herkunfts- und Zielstädten von Roma-Familien geschaffen wurde. Durch die Einbindung nationaler und lokaler Behörden entwickeln wir Dokumente und Verfahren zur Unterstützung für einen länderübergreifenden Follow-up bezüglich der Ausbildung von fahrenden Kindern. Der Mechanismus zielt auf die Bereitstellung einer nichtdiskriminierenden und ununterbrochenen Schulpflicht für Roma-Kinder, einschliesslich derjenigen, die keine Papiere haben.

 

Stärkung der Kapazität von Bildungsfachleuten

Das limitierte Wissen und die mangelnde Erfahrung der Pädagogen mit fahrenden Roma-Familien ist Teil der Schwierigkeiten, die zu einer niedrigen Einschulungsrate von Roma-Kindern führen. Nachdem wir spezifische Werkzeuge und Methoden entwickelt haben, werden wir 240 Lehrer und Schulpersonen ausbilden, damit der Unterricht kulturell sensibel und mit angepassten Inhalten gestaltet werden kann. Ein wichtiger Aspekt ist die Sensibilisierung der Fachleute für die Kultur und soziale Organisation der Roma, ein Bewusstsein für Vorurteile gegenüber der Roma sowie das Wissen über nationale und EU-Antidiskriminierungsvorschriften. Darüber hinaus wird ein digitales Schulungsprogramm auf ChildHub eingerichtet, das die Nutzung positiver Bildungspraktiken gegenüber Roma-Kindern sowie das gegenseitige Lernen und den Austausch fördert.

 

 

Vorurteile bekämpfen

Vorurteile sind ein grosses Hindernis für die Sicherstellung einer diskriminierungsfreien Ausbildung von fahrenden Roma-Kindern. Wir befähigen Kinder und Jugendliche, eine Sensibilisierungskampagne zu entwerfen und durchzuführen, die die Vorurteile gegenüber Roma und ihre negative Repräsentation im Bildungsprozess hinterfragen. Indem wir Erfolgsgeschichten über die Ausbildung von Roma-Kindern präsentieren und ihr Recht auf Bildung während der Migration fördern, möchten wir die Sichtweise und Einstellung von Bildungsfachleuten, der Presse, lokalen Behörden, nationalen und EU-Entscheidungsträgern und der breiten Bevölkerung ändern.

 

Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms „Rechte, Gleichheit und Staatsangehörigkeit“ finanziert und zwischen 2018 und 2020 durchgeführt.