Mit Fussball die Integration fördern

In Kairo und New Damietta offeriert Tdh 1500 jungen Flüchtlingen oder MigrantInnen, sich mit Fussballspielen sozial und psychologisch wiederaufzubauen.

Ägypten dient als Zufluchtsland für viele Menschen, die aus ihrem Land fliehen müssen. Aber die Aufnahmebedingungen sind schwierig. Jugendliche und Kinder werden oft sozial ausgegrenzt. Mit dem Projekt "Our strength" fördert Tdh deren Integration. Das Projekt hilft hunderten von Jugendlichen, Mädchen und Jungen, ihr Selbstvertrauen wiederzufinden und sich mit Hilfe des Balls ein soziales Netzwerk aufzubauen.

Gemäss Zahlen vom Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) hatte Ägypten Ende 2018 mehr als 238’000 Flüchtlinge oder MigrantInnen aufgenommen. Die Flüchtlinge stammen aus mehr als 60 verschiedenen Ländern, unter anderem aus Syrien, Sudan, Eritrea und Irak, und leben in ihren Herkunftsländern unter prekären Verhältnissen. Es gibt deshalb oft Spannungen mit den Gastgemeinschaften.

 

Ein Mittel für die Sozialisierung

Zusammen mit unseren lokalen Partnern bieten wir den Kindern mit Hilfe von Sport psychosoziale Unterstützung mit dem Ziel, ihren sozialen Zusammenhalt zu stärken und sie unabhängiger zu machen. Das Projekt "Our strength" folgt diesem Ansatz und setzt auf Fussball als Mittel für die Sozialisierung. Das regelmässige Fussballspielen bietet zahlreichen Jugendlichen ein Lebensumfeld. Durch wöchentliches Training lernen sie, Mitmenschen zu respektieren, zusammenzuarbeiten, teilzunehmen und kreativ zu sein.

Tdh bietet dieses Projekt an zehn verschiedenen Orten in Kairo und Kairo’s Vororten sowie in New Damietta an. Die Teams werden auf sieben existierende Familienzentren verteilt und von drei mobilen Einheiten unterstützt. Ende 2018 brachte "Our strength" 658 Jungen, 176 Mädchen, 39 Trainer und mehr als 700 Eltern zusammen. Längerfristig können 1500 jugendliche Mädchen und Jungen mitmachen. Für die Betreuung des Projekts werden 70 Trainer eingestellt.

 

"Die Kinder respektieren die Regeln von sich aus"

Trainiert wird regelmässig ein bis zwei Mal pro Woche. Zweimal pro Monat werden Veranstaltungen organisiert, bei denen die Eltern anwesend sind, und es gibt zwei Turniere im Jahr. Einer unserer Trainer vor Ort, Khozayma Mohamed Mando, bestätigt die positiven Effekte dieses Projekts auf die Jugendlichen: "Wenn die Kinder zum ersten Mal herkommen, möchten sie sich zuerst mal mit den andern prügeln und sie beleidigen. Gemeinsam haben wir einen Verhaltenskodex ausgearbeitet und an die Mauer gehängt. Nach einigen Wochen habe ich das Papier wieder heruntergenommen. Sie respektieren die Regeln nun von sich aus." Tag für Tag tun die Trainer ihr Möglichstes, um das Verhältnis zwischen den verschiedenen Teilnehmern zu verbessern. Langsam aber sicher führt das Projekt zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen und der Beziehungen zwischen den betroffenen Gemeinschaften.

 

Entdecken Sie hier unseren Ansatz für Schutz durch Sport.

„Ja, ihr könnt!“

Sara Aly Elzanaty, Tdh Fussballcoach für Mädchen

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