Wie inhaftierte Minderjährige in Burundi in ein gewaltfreies Leben zurückfinden.

Terre des hommes begleitet Jugendliche, die im Zentralgefängnis von Bujumbura inhaftiert sind, und bereitet ihre gesellschaftliche und schulische Wiedereingliederung vor. Dabei bieten wir ihnen psychologische und soziale Aktivitäten an, damit sie ihr gewalttätiges Verhalten ablegen können.

Kommt ein Kind mit dem Justizsystem in Kontakt, hat dies häufig negative Folgen für dessen Entwicklung. Der fehlende Schutz während des Gerichtsverfahrens, die Härte des Polizeisystems und die oft katastrophalen Haftbedingungen bergen ein grosses Risiko für die Zukunft des Kindes. Terre des hommes begleitet die jungen Häftlinge des Zentralgefängnisses von Bujumbura durch ein Programm zur Prävention von Gewalt.

 

Zweimal pro Woche können die Jugendlichen an Sensibilisierungsaktivitäten teilnehmen, welche die Teams von Tdh speziell für einen solchen Kontext entwickelt haben. In Werkstätten, Theaterkursen und Sportstunden können sie sich körperlich und künstlerisch ausdrücken, über die Folgen von Gewalt nachdenken und die für ein gewaltfreies Leben notwendigen Grundlagen erwerben. Sie lernen, ihre Emotionen und diejenigen von anderen zu erkennen, ihre Impulsivität zu kontrollieren, Empathiefähigkeit zu entwickeln und respektvoll zu kommunizieren.

 

Die Strategie unseres Einsatzes besteht aus:

 

- der Stärkung von Kindern in Konflikt mit dem Gesetz oder von Kindern, die dies riskieren. Kinder stehen im Mittelpunkt des Programms zur Prävention von Gewalt und Verbrechen. Sie sind vollwertige Akteure, sei es bei der Definition der Probleme, die ihnen begegnen, bei der Suche nach Lösungen oder bei der Anwendung dieser Lösungen.

 

- der Stärkung der Kapazitäten der Kinderschutzakteure durch die Ausbildung von Kinderschutzausschüssen, die Sensibilisierung der Gemeinschaft für den Kinderschutz und die Spezialisierung der Justizakteure zur restaurativen Jugendjustiz.

 

- der Entwicklung neuer Dienste wie gemeinschaftliche Überweisungssysteme, eine Kinderhotline, Gewaltprävention insbesondere bei sexueller Kriminalität sowie gemeinnützige Arbeit.

 

- der Hilfe von Kindern in Not und/oder Opfern mit der Entwicklung von einer Reihe von Diensten, die an die Bedürfnisse der am stärksten gefährdeten Kinder angepasst sind, einschliesslich Schulbildung, Gesundheit usw.

 

 

Mit der Unterstützung des Justizministeriums – durch den Nationalen Stab für den Rechtsschutz (Cellule Nationale de Protection Judiciaire, CNPJ) – und des Jugendzentrums Centre Jeunes Kamenge.

Mylène erzählt von ihrem Tag bei den jungen Häftlingen, als ihnen ein Zertifikat für den Besuch von Alphabetisierungskursen überreicht wurde.

Mylène, Tdh-Beauftragte für psychologische und soziale Aktivitäten in Burundi

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