Nothilfe Rohingya
Mehr als 200'000 Kinder, die Opfer von Gewalttaten wurden, sind nach Bangladesch geflüchtet. Sie brauchen dringend Nothilfe

Jugendgerichtsbarkeit

Weltweit bleibt einer Million Kinder der Schulbesuch verwehrt, da sie im Gefängnis eine Haftstrafe verbüssen müssen. Terre des hommes will diese Situation mit einer speziell auf Kinder angepassten Justiz ändern.

Tdh befürwortet im Bereich der Jugendjustiz folgende Prinzipien:

Für eine restaurative Justiz

Das restaurative Strafrecht ist ein Ansatz im Bereich der Jugendjustiz, der darauf abzielt, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen und das Gleichgewicht zwischen den betroffenen Parteien – Urheber, Opfer und Gemeinschaft – wiederherzustellen. Im Rahmen der restaurativen Jugendjustiz werden somit Lösungen gefördert, bei denen der entstandene Schaden wiedergutgemacht, das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen geweckt und die Harmonie in der Gemeinschaft wiederhergestellt wird sowie die betroffenen Parteien die Chance erhalten, sich zu versöhnen.

Alternative Massnahmen zum Freiheitsentzug

Tdh empfiehlt, formelle Gerichtsverfahren zu vermeiden und unterstützt Justizsysteme bei der Umsetzung von Massnahmen ohne Freiheitsentzug, damit den Kindern in allen Phasen des Verfahrens alternative Möglichkeiten offen stehen. In erzieherischer Hinsicht und mit Blick auf die soziale Wiedereingliederung sind alle Strafoptionen und Massnahmen in Betracht zu ziehen, die eine Alternative zum Gefängnis darstellen. Freiheitsentzug darf nur als letztes Mittel und für eine minimale Dauer eingesetzt werden. Kommt er zur Anwendung, dürfen die Grundrechte der Kinder auf keinen Fall verletzt werden.

Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden

Tdh empfiehlt den restaurativen Ansatz als Möglichkeit für den Umgang mit straffällig gewordenen Kindern. Er soll systematisch in die Berufsbildung der Akteure (Richter, Staatsanwälte, Anwälte usw.) und in die öffentlichen Institutionen im Bereich der Jugendjustiz integriert werden. Zudem plädiert Tdh für die Umsetzung von Sensibilisierungskampagnen, um die Öffentlichkeit über die Vorteile dieses Ansatzes für die ganze Gesellschaft aufzuklären.

Das Wohl des Kindes

Das Kindeswohl steht am Anfang eines jeden Entscheids, der Kinder betrifft – ob diese nun Urheber, Zeugen oder Opfer einer Straftat sind. Dieser Grundsatz ist Ausgangspunkt aller anderen Grundsätze, insbesondere aber desjenigen der Individualisierung einer Strafe gemäss der Situation des Kindes.

Hören Sie sich den Erfahrungsbericht von Fernando an, der durch Musik wieder Vertrauen gefunden hat: «Ich fühle mich sehr wohl, denn man gibt mir eine Chance. Das ist sehr positiv. Dank der Musik finden wir einen Weg zurück in ein geregeltes Leben.»

Fernando, Brasilien

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Verlinkte Dokumente

Für eine kindergerechte Justiz - Jugendgerichtbarkeits-Broschüre
Courage Nr. 55 – Hoffnungsschimmer in den Favelas.
Sammlung Internationaler Instrumente bezüglich der Jugendstrafhaft
Thematische Politik 2014 – Restauratives Jugendstrafrecht
Courage Nr. 49 – Jedem Kind eine zweite Chance geben

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