Zugang zu Justiz

Nahezu eine Milllion Kinder weltweit sind inhaftiert. Obwohl der Freiheitsentzug nur als letztmögliche Massnahme angewendet werden soll, befinden sie sich meistens wegen geringfügiger Vergehen in Haft. Terre des hommes (Tdh) setzt sich für einen restaurativen Ansatz ein, der die Wiederholungsrate verringert. Wir bezwecken Änderungen der gängigen Rechtspraktiken, damit jedes Kind Zugang zu einer angepassten Rechtsprechung hat, die auf dessen Bedürfnisse ausgerichtet ist und dessen Rechte respektiert.

Unser Einsatz im Bereich Zugang zu Justiz:

Alternativen zu Freiheitsstrafen fördern

Die Inhaftierung sollte ausschliesslich als allerletztes Mittel angewandt werden, da sie die Entwicklung und Wiedereingliederung des Kindes behindert. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet Tdh zusammen mit im Strafrecht tätigen Juristen, der Polizei, StaatsanwältInnen und RichterInnen. Wir stellen sicher, dass Rechtsvorschriften, die den Rekurs für aussergerichtliche Massnahmen und Alternativen zur Haftstrafe vorsehen, angewandt werden. Auf diese Weise haben Kinder und Jugendliche, die oft wegen geringfügiger Vergehen mit dem Gesetz in Konflikt geraten, Zugang zu einer kindergerechten Justiz. Dies bedeutet, dass Massnahmen wie gewaltfreie Konfliktlösung und Wiedereingliederung angewandt werden statt Inhaftierung.

Inhaftierungskonditionen verbessern

Die Rechte der mit dem Gesetz in Konflikt geratenen Kinder werden oft nicht wahrgenommen. Um den negativen Auswirkungen, die eine Inhaftierung für die Kinder stets bedeutet, entgegenzuwirken, arbeiten wir eng mit dem Personal der Gefängnisse sowie mit den Institutionen für juristische Berufsausbildung zusammen. Wir wollen eine Reduzierung von Gewalt und Wiederholungsfällen erreichen, aber auch, dass die inhaftierten Jugendlichen mit Würde behandelt und auf ihre Wiedereingliederung vorbereitet werden.

Verbesserung der Präventionsleistungen und der Wiedereingliederung

Gemeinsam mit Familien, Organisationen und GemeinschaftsleiterInnen versuchen wir, eine fürsorgliche und unterstützende Umgebung für Kinder in der Gemeinschaft zu schaffen. Dadurch soll die Gewalt gegen oder durch Kinder und Jugendliche reduziert werden und eine Wiedereingliederung von Kindern in Konflikt mit dem Gesetz in ihre Gemeinschaft vereinfacht werden.

Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Justizsystemen unterstützen

Unsere Teams unterstützen die Koordination zwischen Justizakteuren des formellen sowohl säkularen als auch religiösen Rechtswesens und traditionellen Justizakteuren. Wir möchten die Anerkennung positiver Praktiken der restaurativen Justiz und Entscheidungen zu fördern, die das Kindeswohl garantieren, vor allem in Gemeinschaften, wo traditionelle Rechtssysteme vorherrschen.

«Der Zugang für Kinder und Jugendliche zur Justiz bleibt eine grosse Herausforderung: Weltweit sind schätzungsweise über eine Million Kinder inhaftiert. Mehr als 70 Prozent von ihnen warten auf ein Urteil.»

Yann Colliou, Leiter des Programms Zugang zu Justiz von Tdh

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Verlinkte Dokumente

Für eine kindergerechte Justiz - Jugendgerichtbarkeits-Broschüre
Courage Nr. 55 – Hoffnungsschimmer in den Favelas.
Sammlung Internationaler Instrumente bezüglich der Jugendstrafhaft
Thematische Politik 2014 – Restauratives Jugendstrafrecht
Courage Nr. 49 – Jedem Kind eine zweite Chance geben

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