Unzählige Kinder vertrieben: Nothilfe wird im Irak bereitgestellt

Seit der Operation zur Rückgewinnung der vom Islamischen Staat kontrollierten Orten im Irak befinden sich Familien und Kinder in grosser Gefahr. Terre des hommes stellt Nothilfe für die Vertriebenen auf der Migrationsroute im Süden von Mossul bereit.

„Die Kinder sind physisch und mental erschöpft.“

Die Offensive gegen den sogenannten Islamischen Staat ist eine humanitäre Katastrophe und verlangt einen raschen Einsatz humanitärer Hilfe. In Irak, ind dem mehr als 3 Millionen Personen - 65 Prozent davon Kinder - sind vor den Gewalttaten des sogenannten Islamischen Staates geflohen. Diese Familien, die ihr Zuhause verlassen mussten, haben alles verloren. Terre des hommes bringt ihnen Soforthilfe, um ihre dringendsten Bedürfnisse zu erfüllen.

„Wir betreuen eine grosse Anzahl Kinder, mit ihren Familien, aber auch solche, die alleine sind. Sie kommen erschöpft an und konnten auf ihrer Flucht fast nichts mitnehmen. Sie brauchen schnelle Hilfe“, erklärt Marc Séré de Rivières, Tdh-Delegationsleiter im Irak.

Terre des hommes ist bereits seit 2014 im Irak tätig, in den Regionen um Kirkuk und Tikrit. 2016 haben wir unsere Interventionszone erweitert, um auf die dringenden Bedürfnisse der Flüchtlingskinder und ihrer Familien eingehen zu können. Dank dem Erfolg der bestehenden Aktionen hat Tdh die Bewilligung der Regierung, im Süden von Mossul tätig zu werden, sehr schnell erhalten und ist die erste NGO in dieser Zone. Zugang zu sanitären Anlagen und Wasser, sowie Kinderschutz und die Verteilung von Gütern des Grundbedarfs sind dabei unsere ersten Prioritäten. Die Hilfe hat 2016 schon 400'000 Menschen erreicht; davon sind die meisten Kinder. Ein Einsatz dieses Ausmasses im Rahmen einer humanitären Krise ist in der Geschichte von Terre des hommes ohnegleichen.

„Es gibt Familien, die kommen nach einem Marsch von drei Tagen und drei Nächten bei uns an. Sie sind komplett ausgelaugt. Die Kinder sind physisch und mental erschöpft. Glücklicherweise sind wir bereits als Akteur etabliert und gut im Süden der Stadt aufgestellt, um den Familien, die vor den Kampfhandlungen flüchten, schnell helfen zu können“ , erläutert Steve Ringel, Experte für Einsätze in humanitären Krisen bei Tdh. „Wir haben Wasserzisternen an viele Orte gebracht, die täglich von Lastwagen gefüllt werden. Dies hat die Trinkwasserversorgung von èber 140'000 Personen im Jahr 2016 sichergestellt.“

Terre des hommes verteilt Waschzeug, Kochutensilien und Sets für Babys. Ausserdem bauen wir weitere Latrinen und Duschen auf und errichten geschützte Räume für Kinder. Dort können sie unter sich sein, frei zusammen spielen und für einen Moment die Umstände vergessen, unter denen sie leben müssen.

 

 

In Al-Sherqat, einem kleinen Dorf am Ufer des Tigris in der Salah al-Din Provinz, zeigt sich, was die Flucht der Bevölkerung aus Städten, die vom Islamischen Staat besetzt sind, für diese Menschen bedeutet. Hunderte Familien kommen jeden Tag in Booten dort an. Das Tdh-Team konnte die Leute vor Ort in Empfang nehmen.

„Nachdem sie den Fluss überquert hatten, entkräftet und durstig, mussten die Leute den anwesenden Soldaten ihre Ausweise zeigen. Die Kinder haben geweint. Ein Mann hat ebenfalls geweint. Seine Mutter wurde auf der Flucht vom IS getötet. Wir haben schnell gemerkt, was die Menschen brauchen, und haben Wasser besorgt. An diesem Tag allein haben wir 720 Wasserflaschen verteilt! Und mehr Familien und auch unbegleitete Kinder kommen jeden Tag an, ohne Unterbruch“, berichtet Patrick Freymond, Leiter der Tdh-Basis in Tikrit, von seinen Erlebnissen.

 

 

«Wenn ich gross bin, möchte ich Ausbilderin für Gesundheitspflege sein.»

Marwa, träumt davon, Ausbilderin für Gesundheitspflege bei Terre des hommes zu werden

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