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10.12.2018 - Press releases

Ausschaffungshaft: Kantone missachten das Kindswohl

 

In vielen Kantonen werden Migrantenkinder für ihre Ausschaffung inhaftiert, obwohl dies dem Kindswohl widerspricht und in vielen Fällen nicht nötig wäre. Terre des hommes hat eine Bestandsaufnahme der Situation in der Schweiz erstellt, um Licht in ein bisher kaum beachtete Sachlage zu bringen. Das Kinderhilfswerk zeigt ausserdem erprobte Alternativen zur Inhaftierung auf.

Sie sind minderjährig, traumatisiert und häufig allein – Kinder, die in die Schweiz migrieren, brauchen Schutz. Trotzdem finden ihre Rechte in einigen Kantonen wenig Gehör. Sie werden vor allem als Migranten wahrgenommen und nicht als Kinder – speziell, wenn es um Fragen der Ausschaffungshaft geht. Dies zeigt eine Bestandsaufnahme der Situation des Schweizer Kinderhilfswerks Terre des hommes. 

Eine Inhaftierung mit oder ohne Eltern, auch für kurze Zeit, kann gravierende Folgen für das Wohl dieser Kinder haben. Die meisten davon sind psychischer Natur. Bestehende Traumas, die die Kinder auf der Flucht oder in ihren Heimatländern erlebt haben, werden verschlimmert. Sie leiden ausserdem unter Schlaflosigkeit, Depression und Angstzuständen, welche zu sozialer Isolierung und in Extremfällen bis hin zu Suizidversuchen führen können.

Die Umsetzung des Bundesgesetzes, das eine Inhaftierung von migrierenden Kindern zwischen 15 und 18 Jahren erlaubt, variiert von Kanton zu Kanton. Wie die Kinder behandelt werden, entscheidet also der Zufall. In einigen Kantonen wurde im Studienzeitraum nach wie vor die Inhaftierung von unter 15-jährigen praktiziert, trotz gesetzlichem Verbot. Nur zwei Kantone (GE, NE) haben die Inhaftierung aller Kinder gesetzlich verboten. In sechs weiteren wird sie in der Praxis nicht umgesetzt (JU, VD, BL, AI, AR, NW). Verlässliche statistische Daten des Bundes, wie viele Kinder gesamtschweizerisch betroffen sind, fehlen jedoch, was eine genaue Analyse und praktikable Lösungen verunmöglicht.

Der Bericht von Terre des hommes zeigt daher Alternativen auf, wie man mit diesen Kindern umgehen kann. „Wichtig ist, dass immer mit den am wenigsten invasiven Massnahmen begonnen wird. Familien müssen oft nicht in Haft genommen werden, sondern könnten unter gewissen Auflagen in ihrer gewohnten Wohnumgebung oder in Aufnahmezentren bleiben, bis sie abgeholt werden. Es gibt genug Fälle und einige Kantone, die zeigen, dass das gut funktioniert“, erklärt Tdh-Studienleiterin Valentina Darbellay.

 

Mehr Informationen zu den einzelnen Kantonen, den psychischen Folgen für die Kinder und den möglichen Alternativen zur Inhaftierung finden Sie in unserem Bericht

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