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Was wir für Kinder in Not erreicht haben

Jahresbericht 2017

2017 kam Terre des hommes mehr als drei Millionen Kindern und ihren Angehörigen in 48 Ländern weltweit zu Hilfe. Unsere Projekte für Kinderschutz, Gesundheit und humanitäre Hilfe haben den Alltag und die Zukunft der Bedürftigsten verbessert.


3,1 Millionen 

Kinder und Angehörige unterstützt


48

Einsatzländer


102 Millionen 

Franken Einnahmen im Jahr 2017

Humanitäre Hilfe  



Erstmals in der Geschichte von Terre des hommes unterstützten unsere Teams 2017 über eine Million Kinder und ihre Angehörigen in humanitären Krisen. Ob in unmittelbarer Nähe von Frontlinien wie im Irak oder in Nigeria, inmitten von vergessenen Konflikten wie in der Ukraine oder im Südsudan, wo der Krieg zu Mangelernährung führte, auf dem Weg ins Exil oder in Lagern, in denen Syrer, Rohingya oder Somalier als Flüchtlinge leben: Wir versorgen Kinder mit dem Lebensnotwendigen, beschützen sie, pflegen sie und helfen ihnen, ihre Traumata zu überwinden.


Bangladesch: Rettung von Rohingya-Kindern in Cox’s Bazar

Eine der grössten humanitären Krisen im Jahr 2017 ereignete sich Ende August, als in Myanmar im Gliedstaat Rakhine erneut eine Gewaltwelle gegen die Minderheit der Rohingya ausbrach. Der Konflikt veranlasste mehr als 600’000 Personen dazu, die Grenze zu überqueren, um in Bangladesch in der Region von Cox’s Bazar Zuflucht zu suchen, wo sich vor ihnen bereits 220’000 Flüchtlingsfamilien niedergelassen hatten. Im Flüchtlingslager hat unser Personal mehrere Ernährungszentren eröffnet, die von einem Arzt beaufsichtigt werden, um Kinder, die an Mangelernährung leiden, zu pflegen.

Südsudan: Urbane Landwirtschaft, um die Belagerung zu überleben

In Yei, im Südsudan, ist Mangelernährung nicht die Folge von Trockenheit oder Missernten, sondern des Bürgerkriegs, der das Land seit 2013 erschüttert. Mehr als 200’000 Personen, 15 Prozent davon Kinder, waren hier 2017 akut mangelernährt. Dieser Konflikt stürzte den jüngsten Staat der Welt in eine schwere Ernährungskrise.

Griechenland: FabLab, ein Innovationsraum für junge Flüchtlinge

Migration



2017 wurden mehr als 130’000 von der Migration betroffene Kinder in 16 Ländern durch Terre des hommes unterstützt. Wir berieten Kinder und Familien vor der Abreise, um einer frühzeitigen riskanten Migration vorzubeugen. Wir boten ihnen unterwegs und in Flüchtlingslagern Schutz. In den Ankunftsländern trug Tdh zur Integration von Jugendlichen bei, indem diese Rechtsberatung und Zugang zu Schul- und Berufsbildungseinrichtungen erhielten.


Migrierende Kinder in Westafrika

In Westafrika stehen 80 Prozent der Migrationsbewegungen von Kindern und Jugendlichen mit Armut, der unsicheren Lage und kulturellen Faktoren in Zusammenhang. Diese Kinder wandern in Städte oder Produktionsstandorte wie Goldminen oder Kakaoplantagen ab.

Die Migration setzt die Kinder der Gefahr von Ausbeutung, Misshandlung und Menschenhandel aus. Unser Ziel ist es, die Gefährdung von Migrantenkindern zwischen ihrem Ausgangspunkt und ihrem Zielort zu reduzieren und ihnen den Zugang zu Bildung oder Arbeit zu ermöglichen.

Mobirise

Schutz für syrische Flüchtlingskinder

Mehr als fünf Millionen Flüchtlinge aus Syrien haben in Nachbarländern Zuflucht gefunden. Die Hälfte von ihnen sind Kinder. Da diesen Kindern aufgrund der extremen Armut ihrer Familien der Schulbesuch oft verwehrt bleibt, sind sie die ersten Opfer von Gewalt, Ausbeutung und Frühehen.

In Jordanien, Libanon und Ägypten schützten wir 90'000 Flüchtlingskinder und Kinder der Gastgemeinschaften mithilfe psychosozialer und sportlicher Aktivitäten sowie Bildung vor diesen Risiken. Wir betreuten 11‘000 besonders bedürftige Kinder individuell und stärkten die Kompetenzen von 4100 Experten, Freiwilligen und Angehörigen der Gemeinschaft, um Flüchtlingskindern zu Hilfe zu kommen.

Kinderausbeutung



2017 verbesserte Tdh im Rahmen von fünf Projekten, die in Afrika, Asien, Europa und im Nahen Osten durchgeführt wurden, die Situation von 18’000 Kindern, die für ausbeuterische Arbeit gefährdet oder bereits Opfer davon waren. Eine unserer Prioritäten besteht darin, die Rechte von Kindern zu verteidigen und zu schützen, indem ihre Arbeit in den Wertschöpfungsprozessen reduziert wird. Dazu verpflichtet sich Tdh mit multinationalen Unternehmen, einen innovativen Rahmen zu entwickeln, mit dem die Kinderausbeutung bekämpft werden kann.

Mit dem Beitritt zum Global Compact Netzwerk Schweiz (GCNS) und zur Better Cotton Initiative (BCI) bewegte sich Tdh 2017 auf ein dieses neues Ziel zu.


Jugendstrafrecht



Mit Projekten in 22 Ländern und 13 Publikationen bleibt Tdh weltweit führend, wenn es um die Förderung des restaurativen Jugendstrafrechts geht. Wir investierten 2017 in die Gewaltprävention und die Betreuung von Jugendlichen in Konflikt mit dem Gesetz, um 80’000 Kindern den Zugang zur Justiz und eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen. Wir arbeiteten mit Akteuren, des formellen und informellen Justizsystems, um die Kinderrechte zu fördern.


Jugendstrafrecht in Lateinamerika

Gesundheit von Mutter und Kind 

440'000

Frauen und ihre Angehörigen wurden sensibilisiert oder erhielten Geburtshilfe

31'000

Kinder erhielten Zugang zu Trinkwasser

60'000

Kinder wurden gegen Mangelernährung behandelt

IeDA: Eine Million untersuchte Kinder

2017 wurde in Burkina Faso bei Kindern, die vom Gesundheitspersonal mithilfe von IeDA*untersucht wurden, die Millionengrenze überschritten. Diese App erlaubt eine bessere Diagnose gemäss den klinischen Richtlinien der WHO, indem die Gesundheitsdaten der Kinder mit einem Tablet erfasst werden. Sie wurde 2017 in 30 Prozent der Gesundheitszentren des Landes (insgesamt 620) verwendet und ermöglichte eine signifikante Verbesserung der Diagnosequalität. Seit 2017 kommt die App auch in 40 medizinischen Zentren in Mali zur Anwendung.

Die Digitalisierung kann Leben retten

Mobile Hebammen in Kabul 

Afghanistan gehört zu den Ländern mit der höchsten Mutter- und Kindersterblichkeit weltweit. Man schätzt, dass etwa acht von 1000 Kindern und zwölf von 1000 Müttern bei der Geburt ihr Leben verlieren.
Um ihren Bedürfnissen in diesem besonderen Kontext gerecht zu werden, haben wir die Arbeit mobiler Hebammen entwickelt, die in Gebieten am Stadtrand von Kabul Hausbesuche machen. 2017 ermöglichte dieses Projekt 230 Müttern Hausgeburten mit der Unterstützung einer Hebamme von Tdh.

Medizinische Spezialbehandlungen 



Das Programm Medizinische Spezialbehandlungen von Terre des hommes errang 2017 zahlreiche Siege gegen Herzerkrankungen. 240 Kinder wurden erfolgreich in Europa operiert. Drei medizinische Teams aus der Schweiz begeben sich – in Zusammenarbeit mit Tdh – jedes Jahr nach Westafrika, um dort in Spitälern zu operieren. 2017 wurden auf diese Weise 150 Kinder vor Ort operiert, 1200 erhielten eine spezialisierte Untersuchung. Längerfristig werden mehr Kinder in ihrem Heimatland behandelt werden können, dank eines Netzwerks engagierter Ärzte und einer effizienten Strategie des Know-how-Transfers.


Mobirise

„Wenn ich gross bin, will ich Ärztin werden und ins Erholungsheim von Massongex zurückkommen. Ich wurde von jemandem gerettet, jetzt bin ich dran, jemanden zu retten.“ 

Fatimatou, 10 ans, 10 Jahre alt, von Benin, wurde am Herz operiert.

Förderung der Kinderrechte 



In der Schweiz ist die Administrativhaft von Migrantenkindern weiterhin eine Realität, welch mit dem Kindeswohl unvereinbar ist. Terre des hommes setzt sich für die Gewährleistung der Kinderrechte ein: mit Plädoyer-Arbeit bei den Bundes- und Kantonsbehörden, bei Fachleuten und Experten sowie in der Zivilgesellschaft. Wir beteiligen uns aktiv an der Arbeit von Allianzen und Netzwerken in der Schweiz, um die Wahrnehmung der Migration zu verändern, damit sie nicht als Herausforderung für die nationale Sicherheit, sondern als kulturelle und wirtschaftliche Chance für unser Land betrachtet wird. Wir möchten zudem in Erinnerung rufen, dass Migrantenkinder in erster Linie Kinder sind.


Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kinderrechte, nachhaltige Entwicklung und Solidarität stehen im Zentrum des neuen Programms Terre des Hommes Education, das sich an Schulkinder in der Schweiz richtet. Die Pilotphase wurde 2017 in den Kantonen Bern, Freiburg, Genf, Waadt und Wallis durchgeführt und das Programm wird für das Schuljahr 2018-2019 auf weitere Kantone ausgebaut.

Wir danken unseren grosszügigen Spendern in der Schweiz und im Ausland, unseren Partnern und institutionellen Geldgebern, den UNO-Agenturen, Kantonen, Gemeinden, lokalen Organisationen Stiftungen und Unternehmen die uns 2017 unterstützt haben.

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