COVID-19
Die Pandemie bedroht gefährdete Familien.
18.05.2020 - Nachrichten

Drei innovative Lösungen als Antwort auf die Covid-19-Krise

Die Coronavirus-Pandemie erhöht weltweit die Risiken für Kinder und Familien, die in kritischen Situationen leben: Der Zugang zur medizinischen Versorgung ist beeinträchtigt, die Bildung unterbrochen, psychologische Auswirkungen nehmen zu. Entdecken Sie drei Beispiele, die veranschaulichen, wie Terre des hommes als Antwort auf die Covid-19-Krise Fachkompetenz und neue Technologien nutzt.

Vorbeugen – Gravit’eau

Gravit'eau sind mobile Waschbecken mit einem integrierten Wasserrecyclingsystem. Tdh hat diese Innovation im Norden Nigerias erfolgreich getestet. Sie kommt nun auch in Flüchtlingslagern und Gesundheitszentren von Mali und Burkina Faso zum Einsatz, um die Übertragung von Krankheiten zu bekämpfen. «Gravit’eau führt Verhaltensänderungen bei Kindern herbei und entwickelt bei ihnen eine Kultur des Händewaschens. Fussbetriebene Wasserpumpen begrenzen die Übertragung von Keimen», erklärt Idris Kabiru, stellvertretender Leiter der Thematik Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene in Nigeria.

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Voraussagen – IeDA

Unser digitales Tool IeDA unterstützt das medizinische Personal bei der Diagnose von Krankheiten bei Kindern unter fünf Jahren. Es wird in über 60 Prozent der Gesundheitszentren Burkina Fasos verwendet. Wir haben Funktionalitäten hinzugefügt, um mögliche Fälle von Covid-19 bei Kindern und Erwachsenen zu erkennen. Dies erlaubt es dem Gesundheitsministerium, den Zustand von Millionen von Menschen und die Funktionstüchtigkeit des Gesundheitssystems zu beobachten. Wir entwickeln analytische Tools mithilfe von künstlicher Intelligenz, um neue Ausbrüche des Coronavirus vorauszusagen und dessen Ausbreitung in Echtzeit zu verfolgen.

 

Verwirklichen – FabLabs

Humanitäre FabLabs (Fabrikationslabore) sind Bildungswerkstätten, die es Kindern und Jugendlichen – Flüchtlingen, MigrantInnen und ArbeiterInnen – ermöglichen, mithilfe von Technologien wie Laser-Cutter und 3D-Drucker eigene Projekte zu verwirklichen. Diese Labore wurden wegen des Lockdowns für die NutzerInnen geschlossen. Unsere Partner IOM in Dschibuti und Ouagalab in Burkina Faso haben die FabLabs vorübergehend umfunktioniert, um Schutzausrüstungen für medizinisches Personal wie Masken, Visiere und Handschuhe zu produzieren. In Burkina Faso werden wir, sobald unser FabLab wieder für die Öffentlichkeit aufmacht, Jugendliche ausbilden, damit sie selbst Schutzmaterial herstellen und so ein Kleinunternehmen gründen und unabhängig werden können.

 

Bildernachweis: ©Tdh/ T. Aebli, A. Akande, O. Girard

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