MINT: Mentoring für die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund

Jugendliche MigrantInnen und Migrantenkinder sind speziell gefährdet für soziale Ausgrenzung. Mit dem Projekt MINT motivieren Terre des hommes (Tdh) und ihre Partner Flüchtlinge, Migrantenkinder und europäische Jugendliche dazu, bei Integrationsaktivitäten mitzumachen. Mit innovativen Mentoring-Programmen unterstützten wir tolerantere und offenere Gemeinschaften in Rumänien, Polen, Tschechien und Slowenien.

Etwa 30% der MigrantInnen, die in den letzten Jahren nach Europa gelangten, waren Kinder; manche von ihnen wurden von ihrer Familie getrennt, andere reisten allein. In den Gastländern sehen sich Migrantenkinder und Jugendliche in Bezug auf Bildung, soziale Eingliederung und Arbeitsmöglichkeiten mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Im Rahmen dieses von der EU finanzierten Projekts sind wir in Rumänien, Polen, Tschechien und Slowenien aktiv, um den Integrationsprozess von Kindern zu unterstützen, bessere soziale Beziehungen zu erreichen und das Selbstwertgefühl von einheimischen Jugendlichen sowie Kindern aus anderen Ländern zu stärken.

 

Kinder in schulische und soziale Aktivitäten einbeziehen

Zusammen mit ihren Partnern entwickelt Tdh ein innovatives Peer-to-Peer Mentoring-Programm, das auf positiven Erfahrungen und erprobten Modellen basiert. Beim Mentoring-Programm werden einheimische jugendliche Freiwillige ausgebildet und neu eingetroffenen MigrantInnen und Flüchtlingskindern zugeteilt. Beide Parteien treffen sich dann individuell oder in Gruppen; der Fokus dieser Treffen richtet sich auf Bildung und Spracherlernung, sowie auf Freizeitaktivitäten wie beispielsweise Brettspielen.

In jedem Land helfen Freiwillige den MigrantInnen und Flüchtlingskinder, sich in die einheimische Gastgemeinschaft zu integrieren. Sie machen sie mit anderen Kindern der Gemeinschaft bekannt und organisieren beliebte sportliche Aktivitäten sowie soziokulturelle Aktivitäten, wie zum Beispiel einen Besuch im historischen Museum, Vorführen von bekannten einheimischen Filmen oder Organisation von sportlichen Wettkämpfen wie Fussballspielen. All dies hilft Kindern aus Entwicklungsländern dabei, neue Freunde zu finden und sich mit der Geschichte und den Gebräuchen des Gastlandes näher bekanntzumachen. Das Ziel dieses Mentoring-Programms ist es, mindestens 120 Kinder in formelle und informelle Bildung sowie diverse Aktivitäten zu involvieren.

 

Sprachliches und soziokulturelles Wissen erwerben

Gedrucktes und digitales online Material helfen den Migrantenkindern bei der Integration und dem Lernen. Mit kinderfreundlichen online Ressourcen lernen die neu angekommenen Kinder die kulturellen und sozialen Eigenheiten der vier Projektländern näher kennen. Ausserdem haben die Kinder die Gelegenheit, die einheimische Sprache im Klassenzimmer oder mithilfe von online Kursen zu erlernen, und zwar in einer Sprache, die sie verstehen, wie beispielsweise in Arabisch oder Farsi. Insgesamt sollen mehr als eintausend Kinder ein Basiswissen und persönliche Fähigkeiten erwerben, um soziale Kontakte knüpfen zu können.

 

Stereotypen gegenüber MigrantInnen und Flüchtlingen entgegenwirken

Als Teil des Mentoring-Programms identifizieren Gruppen bestehend aus lokalen Jugendlichen und Kindern aus Entwicklungsländern Schlüsselthemen, die Integrationserfahrungen aufzeigen. Sie ermöglichen dann eine öffentliche Diskussion dieser Themen mithilfe von Videos, die online verbreitet werden, sowie Theatervorstellungen, Debatten mit Mitschülern und anderen lokalen Anlässen. Diese Initiativen von Kindern sollen das Bewusstsein für diese Themen stärken und richten sich an Mitglieder der einheimischen Gesellschaft sowie Entscheidungsträger auf lokalem und nationalem Niveau. Indem Stereotypen entgegengewirkt wird und ein positives Bild von Migrations- und Flüchtlingsgesellschaften verbreitet wird, profitieren Kinder von einer toleranteren und offeneren Gastgesellschaften.

 

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